waldleute ,
plur. zu waldmann (
s. d.). 11)
im walde wohnende menschen: waldman, waldleut,
sylvicola. Dentzler 2, 341
b; waldleute,
wood-men. Ludwig 2373. Adelung; bisz zun wilden waldleüten, welche Wildlapmanni genant werden. S. Franck
weltbuch (1542) 29
b; traffen sie ungefehr auff eine tieffe gruben, von den waldleuten, wilde thier darein zu fahren, graben und zugericht. Kirchhof
wendunmuth 4, 289
Österley. besonders auch bergleute, die im walde thätig sind, fossores qui in sylvis morantur. Frisch 2, 419
a. Schiller-Lübben 5, 765; willet de sesman wat nyes setten, eder willekoren deme berchwerke tho gude, so scholen se de woltlude tho sek vorboden laten, unde don dat mit oreme rade.
leges metallicae montis Rammelii prope Goslariam art. 147,
scriptores Brunsvicensia illustrantes 3, 546. 22)
mythische wesen, deren aufenthalt man sich im walde denkt: die riesen kommen von den waldtleuten, die zwergen von den erdtmännlein. Paracelsus (1590) 9, 72; deutlicher gestaltet sich in dem heutigen volksglauben des südöstlichen Deutschlands die sage von den wilden leuten, waldleuten, holzleuten, moosleuten, die als ein zusammen hausendes zwergartiges volk betrachtet werden, obgleich sie auch einzeln auftreten und dann zumal die weiblichen sich jenen höheren wesen nicht anschlieszen. Grimm
mythol.2 1, 451; dasz wir die waldleute ... anzusehen haben als eine verschmelzung von baumgeistern und windgeistern. Mannhardt
wald- u. feldkulte 1, 146. 33)
die bewohner bestimmter wald- und gebirgsgegenden. besonders die der vier waldstädte in der Schweiz: daʒ die burger von Lucerne den lantfride hant gesworn ... und alle die wile daʒ urlige wert von dien waltluten, daʒ man si umb enhein dink an den landtag twingen sol wand umb reht, gelt und giselschaft. Kopp
urkunden z. gesch. der eidgenöss. bünde 42 (1293); wir die vorgenanten waltlüte von Ure, von Switz und von Unterwalden.
gesch. der eidgenöss. bünde 5, I,
beilage 14 (1327); ob nit schantlicher böser muotwillen mit den waltlütten von Schwytz, Ury, Unterwalden getriben würde. Etterlin
kronica von der eydtgnoschaft (1507) 14
b; der bund bestand damals aus acht orten, den drei ländern: Schwyz, Uri, Unterwalden, den vier städten: Luzern, Zürich, Glarus, Bern, und stadt und amt Zug. ... das interesse der drei länder forderte, den bund nicht weiter auszudehnen, denn ungern wollten die waldleute den händeln und fehden der städte dienstbar werden. Freytag
verm. aufsätze 2, 48
Elster. auch von andern orten: die waldtlúte und gotzhuslúte in derselben waldtstatt (
Einsideln) sitzende.
weisth. 1, 151; es hat nieman ze gebieten des gotzhus gesind denne der ain apt. bedörften aber ir die vögt oder die waltlút (
die bewohner des S. Blasischen waldamtes), so sont sy ain apt bitten. 4, 487; disz sind unser des gemeynen Schwartzwalds freiheiten, rechtungen, alt harkomen, gewonhaiten und ordnungen, so wir die waltlút loblichen harbracht hand.
zeitschr. f. d. gesch. d. Oberrh. 10, 380 (1484); wiewol wir auch biszhero unsern waldleüten im Wiener waldt, desgleichen dem ersamen ... probsten zu kloster Arenburg ... ernstlich auferlegt, das holz nit also ... abzumaissen.
archiv für österr. geschichtsquellen 38, 368 (
jagdordnung Maxim. II. 1575); wald-leute '
eine art leute, welche im königreich Pohlen in dem Praskinskischen ... gebiete sich aufhalten'. Zedler 52, 1370. 44)
die waldhüter: ouch sollin dye furster und dye waltlude, die sie dar zu heyschen, daʒ eckern besehen.
weisth. 3, 427 (
Büdingen 1380).
mndl. woltlude Lübben
handwb. 592.