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vorüben

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vorüben verb.

Bd. 26, Sp. 1802
vorüben, verb. , ante exercere, preludia negotiorum facere Stieler 66; 'vorläufig üben, durch vorhergehende übung zu etwas geschickt machen; ein seltenes wort' Adelung; 'eine verrichtung, ein geschäft, eine kunst vor der vollführung oder eigentlichen ausübung üben, damit sie nachher leichter und besser von statten gehen' Campe. — während im allgemeinen -üben eine bis zur fertigkeit wiederholte tätigkeit bezeichnet, kann im älteren sprachgebrauch üben in vorüben auch eine tätigkeit in allgemeiner bedeutung bezeichnen, wie in verüben, ausüben. 11) in dem eben bezeichneten sinne: ratification vorgeübter hantlung cammergerichtsordnung (1555) 124b; sam in sein vorgeübte reuhe und dröwwort gereuwet Stumpf Schweizerchron. (1606) 372a. 22) wenn das wort mit einem objekt verbunden wird, kann es sowohl in einer allgemeineren bedeutung oder einer engeren gebraucht werden. letztere liegt vor, wenn dieselbe person von dem vorüben nutzen hat oder sich erfolg bei der eigentlichen ausführung verspricht (ein konzert, ein geigensolo, eine rolle, einen vortrag vorüben). das vorüben kann aber auch zugunsten, zum vorteil anderer geschehen; bei dieser allgemeineren anwendung wirkt die unter 1 belegte nach, von der sie nicht immer zu trennen ist: sonderlich hat er die tugendprax dabei uns nicht nur vorgesprochen, sondern zum exempel der nachfolg auch vorgethan und vorgeübt Weigel grundmäszige aufflösung (1689) b 3a; einen geliebten verehrten mann, dem man dieses und so manches andere zum freundlichsten empfang vorübte Göthe 24, 315 W.; (er) würde ein vollständiges lehrgebäude ausgebildet und vorgeübt haben Fr. L. Jahn 1, 297 E.; er hatte die methode dafür an sich selbst vorgeübt Jos. Bayer studien u. charakteristiken (1908) 354. — mit persönlichem objekt: geheimniszvoll und lockend wie von drüben erklang des jünglings stimm in deine seele, zur ewigen musik sie vorzuüben Fr. Schlegel (1846) 9, 190; in Frankreich achtet man den jüngling wenig, der nicht bei weibern gilt, im zwist der minne den geist vorübend schärft für ernstern zwist Grillparzer 6, 166 Cotta. wo nicht genugsam vorbereitet, doch einigermaszen vorgeübt Göthe 46, 36 W.; mit undisciplinirten und selten vorgeübten truppen Ritter erdkde (1822) 4, 151; durch die späteren gespräche vorgeübt Solger nachgel. schr. u. briefw. (1826) 1, 561. — das part. präs. alleinstehend: dasz, wenn ein reconciliator auch nur vorübend seinen zweck erreichen wolle, er nicht mit der thür ins haus stürzen dürfe Herder 23, 470 S.; nicht befriedigend, aber doch vorübend Kant 3, 502 akad.-ausg.; sie haben, einzuspringen schnell, vorübend sich versucht Rückert (1867) 1, 278. 33) die oben unter 2 erwähnte engere bedeutung tritt scharf bei dem besonders häufigen sich vorüben hervor: soll sich vielleicht der künftige dichter deswegen nicht vorüben, weil seine kunst schwerer ist (als die des malers) Klopstock gelehrtenrep. (1774) 135; unter den jungen männern, welche, der gesandtschaft zugegeben, sich zu ihrem künftigen dienstlauf vorüben sollten Göthe 28, 151 W.; 7, 163; IV 24, 80; IV 42, 109; (jemand) kann ein schuster sein oder was sonst ähnliches, nebenbei aber auch sich hinreichend vorüben auf den fall des krieges Schleiermacher Platon (1804) 6, 538. 44) im nd. bedeutet vöröben, -öwen (neben vörömen) vorspuken, ein vorzeichen geben, sein: es übte vor, es jankte drauszen Storm ges. w. 3, 138; vgl. Mensing schlesw.-holst. wb. 5, 475; vgl. vorübung.
3452 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vorüben

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Vorüben , verb. regul. act. vorläufig üben, durch vorhergehende Übung zu etwas geschickt machen; ein seltenes Wort. Ein …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vorüben

    Goethe-Wörterbuch

    vorüben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Zerlegung von vorueben 2 Komponenten

vor+ueben

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Cotta, M. (2026). „vorueben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vorueben/dwb?formid=V15918
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Cotta, Marcel. „vorueben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vorueben/dwb?formid=V15918. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vorueben". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vorueben/dwb?formid=V15918.
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