[]vormerken,
verb. 11)
in älterer sprache im sinne voraus merken, ahnen, fühlen: vorgemerckt, vor innen worden,
praesensus Maaler 475
b; vormercken, durch etwas anzeigung voranhin sehen,
prospicere conjectura, praesentire; vormerckende,
praesagus Maaler 476
a; vormerckend, zuvor empfindend, weiszsagend Calepinus
dict. XI ling. (1598) 1139
a; vormercken, vorhermercken,
scorgere, anvedersi etc. gran tempo avanti Kramer
teutsch-ital. dict. 2 (1702) 51
a; vormercken,
praesentire, praesagire Dentzler
clavis ling. lat. (1716) 337;
noch Campe
verzeichnet diese bedeutung, bei Adelung
fehlt das wort; vgl. mnld. voremerken Verwijs-Verdam 9, 1022: ob man nun schon etwas vormerken oder künfftige ding wissen könte Henricpetri
generalhistorica (1577) 368. —
vorher bedenken: drum hüt dich wol, mercke vor, ob guts sey, das man dir gerhaten hat H. Sachs 19, 156
K.-G. 22)
in neuerer sprache sich im voraus etwas oder jemanden merken, gedächtnismäszig, besonders aber schriftlich festlegen: presignare vormercken Diefenbach
nov. gl. 302
a; '
im voraus anmerken' Krünitz
öcon. encycl. 231, 415; ich bin schon vorgemerkt,
für eine stelle, einen empfang, ein konzert u. s. w. in mannigfaltigster anwendung: (
der hausvater soll) gleich ein bauregister aufrichten ... so wol ihre (
der bauleute) tagwercke, als auch den empfang einem jeden insonderheit vormercken Hohberg
georg. curiosa (1682) 1, 27; für den militärischen Elisabethorden vorgemerkt Ayrenhoff 1, 33; aber mein wechsel? der wird ohnehin aufs haus vorgemerkt Bäuerle
kom. theater (1820) 2, 54; NN wollte sich ... zur audienz v. lassen Laube (1875) 10, 195; will ich der anekdote einen platz in meinem erotischen Plutarch ... flüchtig vormerkend vergönnen Holtei
erz. schr. (1861) 3, 60; (
der verein möge) ihn, falls die mitgliederzahl voll ist, zu diesem behufe (
dem eintritt) v. Stifter (1904) 14, 329; da ich es doch einmal in meinem notizenhefte vorgemerkt finde Steub
drei sommer in Tirol (1895) 1, 107. —
freier: (
baron zurückblickend) welch eine niedliche gestalt! die wird vorgemerkt Bauernfeld (1871) 3, 156. 33)
hierzu vormerkung, f. 3@aa)
veraltet in der bedeutung von vormerken 1:
praesagitio, praesensio ein vormerckung oder erspürung Calepinus
dict. XI ling. (1598) 1139
a; vorabmerkung
sive vormerkung,
praesensio, praesagitio Stieler 1272: vormerckung künfftiger ding Fickler
Stanislaus Hosius (1591) 5; nicht wenig ist einem vernünfftigen hausvatter an v. der gewitter ... gelegen Hohberg
georg. curiosa (1682) 1, 102;
hier auch fürmerkung 1,
vorr. a 4 (
fehlt th. 4, 1, 1,
sp. 772. 3@bb)
sehr häufig dann in neuerer sprache im sinne von vormerken 2,
es kann entweder die handlung oder das verzeichnete, eingetragene selbst gemeint sein; auszerdem kann unter umständen die zeitliche bedeutung schwinden, so dasz das wort den sinn von eintragung, besonders einer behördlichen annimmt: (
den tag des austritts aus der dienstleistung) in dem präsidialbureau zur gehöringen v. anzuzeigen
jahrb. d. Grillparzerges. 2, 19; das kerbholz, v. des wirths Brentano (1852) 7, 464; v. geleisteter bergarbeit Scheuchenstuel
idiot. d. österr. berg- u. hüttenspr. (1856) 5; v.,
vorläufige eintragung ins grundbuch, durch die irgend ein anspruch gesichert werden soll. —
in besonderer wendung: nur wollen wir erst v. davon nehmen, dasz hienach Lucas ... einen frühern census mit einem spätern verwechselt hätte D. Fr. Strausz (1876) 4, 27; ich führe während des schreibens eines buches v. über alle merkmale, diese v. liegt immer vor mir Stifter
br. (1870) 2, 190. 3@cc)
vorbemerkung in einem schriftwerk: vor dessen erstem capitel noch eine v. vorhergeht
n. büchersaal d. schön. wiss. (1745) 4, 571; mit zulänglichen vor- und anmerkungen Antesperg
bei Campe,
s. Heynatz
antibarbarus 2, 602. 44) vormerk-
als erster bestandtheil von zusammensetzungen im sinne von vormerken 2: