vorkehrung,
f. ,
älter fürkehrung
th. 4, 1, 1,
sp. 757,
erst bei Campe
verzeichnet, aus einer quelle von 1749
bei Haltaus 554;
in der folgenden stufe noch ganz verbal im sinne von anwendung: schickte es (
das heer) für v. anderer sicherer mittel wieder die Marckmänner Lohenstein
Armin. (1689) 1, 1064
b. 11)
das vom ersten vorkehren abgeleitete, in der neueren sprache vielgebrauchte wort bezeichnet ein mittel, eine maszregel, veranstaltung, etwas zu befördern oder abzuwehren (
vgl. vorkehren 2);
in letzterem sinne kann es auch prägnant gebraucht werden (vorkehren 2 d);
der plural ist im allgemeinen häufiger als der sing.: (
leute,) die auf keine weise den übrigen vorkehrungen entsprächen Lessing 18, 204
M.; ohne dasz die vielen anstalten und vorkehrungen nöthig wären S. v. Laroche
gesch. d. frl. v. Sternheim (1771) 1, 213; unmittelbare folge so weiser, väterlicher vorkehrungen Göthe 13, 1, 252
W.; viele mittel und vorkehrungen Fr. Schlegel (1846) 3, 175; die meisten menschen verscherzen das leben über den vorkehrungen und anstalten dazu Hebbel
w. 9, 15
W.; nach glücklich vollendeten proben und anderweitigen vorkehrungen Holtei
erz. schr. 26, 55; vorkehrungen für zurückhaltung des wasserüberflusses Ratzel
völkerk. (1885) 2, 6. —
im sing.: der dichter scheint bei dieser v. sein auditorium besser gekannt zu haben als Danischmende Göthe 37, 233
W.; nur eine armselige v. ..., unsere tödtliche seite zu entsezen Schiller
Fiesko 4, 12; die sehr einfache v. des weiter besorgens von hand zu hand Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 136. 22)
abwehrende, vorbeugende maszregel, prägnant: (
das schicksalsrad) hat einen so gewaltigen schwung, dasz es über alle vorkehrungen hinaus sich bahn bricht Bettine
dies buch gehört d. könig (1843) 1, 96; besorgnisz, dasz die geheimnisse allen vorkehrungen zum trotz dennoch bekannt werden könnten Ranke (1867) 42, 102. 33)
besonders verbindet sich das wort mit treffen;
auch hier gern im plural: traf dazu von seiten der sänger v. Herder 18, 442
S.; vorkehrungen sind getroffen, dasz sie schwerlich durchstreifen kann Göthe IV 42, 236
W.; dagegen musz ich vorkehrungen treffen Tieck (1828) 6, 287; ich werde inzwischen die zu meiner rückreise nöthigen vorkehrungen treffen Hebbel
w. 2, 172
W.; sie traf vorkehrungen danach Fontane I 1, 222; darum rieth ich an, gleich jetzt vorkehrungen zu treffen Schiller
dom Karlos 4, 12
zweite fassung. 44)
andere jetzt weniger gebräuchliche verbindungen: man darf wohl dagegen vorkehrungen machen Bürger 349
b Bohtz; so wurden vorkehrungen zur abreise gemacht G. Forster (1843) 1, 291; ohne irgend eine v. zu machen Engel (1801) 3, 197; nur schnell nach Rom, um dort die nöthigen vorkehrungen auf jeden fall zu machen Rückert (1867) 9, 460. wenn sie nicht in zeiten v. thäten Wieland (1794) 20, 174; während das mädchen ... die kleinen vorkehrungen zum bade besorgte H. v. Kleist 3, 327
E. Schm. 55)
in zusammensetzung prägnant im sinne von vorbeugung: man hat sich nur über
vorkehrungsmaszregeln ... nicht einigen können Bismarck
polit. reden 2, 84
K. — (
dasz unheil) durch die
vorkehrungsmittel dagegen herbeigezogen wird Schopenhauer 4, 234
Gr.