vorbedeutung,
f.:
figura, ... ein fürbetütung
vel fürbezeichung der warheit
vocabul. predicant. (1486) k 5
b; vorbedeutung, die vorzeichen,
prognosticon Maaler 474
d; Steinbach 1, 265; Campe. —
das wort ist in der sprache der gegenwart weit häufiger als das verbum, dessen verwendung schon durch die vermeidung gewisser formen beschränkt ist, es wird seltener in verbaler function als gegenständlich gebraucht; erstere bedeutung kann z. b. vorliegen, wenn es mit abhängigem genitiv verbunden wird. gewöhnlich bezeichnet es etwas, das nach dem glauben oder aberglauben auf etwas kommendes schlieszen läszt, seltener etwas, was vernunftgemäsz etwas später eintretendes erwarten läszt. — aber die Hetrurier ... namen ire v. nicht ausz dem gestirn, sonder ausz gegenwertigen dingen Fronsperger
kriegsb. (1573
ff.) 2, 34
a; andere vorbedeutunge und wundergeschicht (
hat ein kind verkündet) Rätel
chronica v. Schlesien (1607) 11; in der zeit nun offenbarte sich ihr glücke durch eine v. Schwabe
belust. (1741
ff.) 2, 232; der seltsame aberglaube, womit ich aus jeder sache eine v. ziehe Lichtenberg
verm. schr. (1800
ff.) 1, 26; so viele den ausgang anticipirende vorbedeutungen und weissagungen Göthe IV 12, 92
W.; die v. sollte erfüllt werden Arndt
w. (1892
ff.) 1, 114; auch bei den alten Russen war der specht ein vogel der v. Brentano
schr. (1852
ff.) 6, 434. da heute früh ihr wandeltet ins thal, umschlang mit linkem saume euch der shawl, kennt, edles fräulein, ihr die vorbedeutung? A. v. Droste-Hülshoff (1879) 2, 206
Cotta. v.
bezeichnet das günstige wie das ungünstige vorzeichen: ich seh es als eine gute v. an Lessing
w. 18, 360
M.; der guten v. wegen G. Keller
w. (1889
ff.) 5, 70; ihr selber kommt als beste vorbedeutung Rückert
w. (1867
ff.) 10, 91; frohe v. Kerner
bilderb. (1849) 241; von keiner fröhlichen v. Mörike
w. 3, 148
Göschen; glückliche v. Göthe IV 29, 135
W.; zu einer glückseligen v. Barth
weiberspiegel (1565) f 3
b; meine ältern hielten dieses für eine grosze v. Rabener
schr. (1777) 2, 15; eine günstige v. A. G. Meiszner
Alcibiades (1781) 1, 192; von süszer v. Klinger
w. (1809
ff.) 1, 234; an dieses tages schöner vorbedeutung Göthe
w. 4, 287
W frohe zeitung von segensvoller vorbedeutung Voss
ged. (1802) 6, 248 (
enthielt) der flug der vögel drohende v. Creuzer
symbolik u. myth. (1810
ff.) 2, 466; wort gräszlicher v. Ranke
w. 9, 144; ich fiel mit sack und pack in den garten. schlechte v. Hoffmann v. Fallersleben
schr. (1890
ff.) 7, 103; trübe v. Fouqué
alts. bilders. (1818
ff.) 2, 102; von der übelsten v. Schleiermacher
w. (1834
ff.) II 4, 10; auch schreckt vielleicht dein künftig ehebette mein sterbend kind mit schwarzer vorbedeutung Schiller
schr. 6, 202
G.; ihr sollet böse vorbedeutung meiden Brentano
schr. (1852
ff.) 6, 79.
mit abhängigem genitiv: vorbedeitung des verworfenen eckstains Fischart
dicht. 2, 293
Kurz; desz künftigen kriegs v. Stumpf
Schweizerchron. (1606) 134
b; wollen abergläubische leute gar unterschiedl. vorbedeutungen eines brandes wissen J. G. Schmidt
rockenphilos. (1706) 1, 257; vorbedeutungen einer göttlichen rache Herder
w. 3, 337
S.; v. künftiger gefahr Göthe
w. 7, 208
W. —
wendungen mit präpositionen: dasz die stengelblätter nur vorbereitungen und vorbedeutungen auf die blumen- und fruchtwerkzeuge sind Göthe II 1, 248
W.; v. von einer veränderung des wetters Naumann
naturgesch. d. vögel (1822
ff.) 2, 2, 742. —
in zusammensetzung: vorbedeutungstage, plur., tage, an denen eine crisis der krankheit eintritt: und deren sind drey; der vierdte, der eilffte, und der siebenzehende Blancard
med. wb. (1710) 179. —