vorbedeuten,
verb. ,
s.fürbedeuten th. 4, 1, 1,
sp. 661; Maaler 474
d hat zwar vorbedeutung
aufgenommen, aber nicht das verbum. bei Adelung
als veraltet bezeichnet. es kommen im ausgebildeten nhd. fast nur solche formen vor, in denen bei trennbaren compositis vor
als präfix voransteht. Campe
aber wagt: das bedeutet nichts gutes vor;
ebenso bei Steinbach: vorbedeutet,
präs. ich bedeute vor,
praesignifico 1, 265;
dagegen besser als untrennbares compositum: Adam uns allen vorbedeutt, das ain yeglich man verschwigen wär
Cl. Hätzlerin s. 113, 48;
der sinn des verbums kann sich auf anzeichen beziehen, die geheimnisvoll mit kommendem verbunden werden, doch auch auf solche, von denen aus man vernünftiger weise auf kommendes schlieszen kann. 11)
mit dem accus., als ein vorzeichen auf etwas kommendes hinweisen: der fall des spiegels hat diesen tod vorbedeutet Adelung; cometstern am himmel, der grosz blutvergieszen ... vorbedeutet hat Tschudi
chron. helvet. (1734
ff.) 1, 227
b; durch diesen bundtskasten ware vorbedeit Maria Abr. a
s. Clara
pred. 192
Bertsche; (
der mandelbaum soll) ein unfruchtbares jahr v., wann er mehr blätter als blühe hat Hohberg
georg. curios. 1 (1682), 432; dieser hund, sagt er, hat mir ein unglück vorbedeutet Lessing
w. 8, 33
M.; ein künftiges pfingstfest vorbedeutend Göthe
w. 41, 1, 173
W. o schöner tag! der unserm hoffen ein paradies hat vorbedeut Henrici
ged. (1727
ff.) 4, 116. 22)
in passivischen wendungen: wölcher gar schön am heiligen pfingstag sich angespunnen und vorbedeut worden ist Nas
d. antipap. eins u. hundert (1567
ff.) 3, 35
a; denn die schreckliche zeiten ... wollen die sternkündigen durch selbigen stein vorbedeutet wissen Francisci
d. eröffnete lusthaus (1676) 129
b; aus zuversicht eines vorbedeuteten glückes Heräus
ged. u. inschr. (1721) 95; (
alle) erwogen das vorbedeutete schicksal (
ὥρμησαν δ' ἀνὰ θυμόν, ἅπερ τελέεσθαι ἔμελλον) Voss
Od. 2, 156
Bernays; sieh das brod, die engelspeise ... schon figürlich vorbedeutet in des Isaks opfertod Brentano
schr. (1852
ff.) 1, 156.
reflexiv: bedenke, dasz in jeden rades schwunge dem sterblichen sich jahre vorbedeuten Göthe
w. 13, 1, 99
W. 33)
absolut: wie der jähe sturz dir vorbedeutet Göthe
w. 10, 269
W. das hat kein gut v. Rosegger
schr. I 12, 105. —
häufig ist das part. präs.: doch bemerkte ich vor acht tagen viel vorbedeutendes in ihr
Iris 4, 22; bis seine bestimmung zum retter seines volkes in ähnlich vorbedeutender art sich ankündigte Strausz
w. (1876
ff.) 4, 87; vorbedeutende träume, ereignisse; der vorbedeutenden worte (
κλεηδόνι) freute der edle Odysseus sich herzlich Voss
Od. 18, 116
Bernays; es ist mir wie vorbedeutend Auerbach
schriften (1892
ff.) 15, 188; glaubst du nicht, dasz eine warnungsstimme in träumen vorbedeutend zu uns spricht? Schiller
Wallenst. tod 5, 3. 44)
ableitungen: ominös,
vorbedeutlich, ein unglück vordeutend Sperander (1727) 418
b; vorbedeutliche zufäll, so obgemelter kranckheit künfftige anzeigung geben Ruoff
hebammenb. (1580) 189; etwas seltsames und vorbedeutliches Francisci
lufftkreis (1680) 854. —