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vollblütig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vollblütig adj.

Bd. 26, Sp. 599
vollblütig, vollblutig, adj. 11) zu blüte, f.: mit gefüllter blüte blühend, wie die rose, nelke (s. voll 1 g), oder reichlich blühend: ein vollblütiges mirtenbäumchen; 'in beiden bedeutungen gewöhnlich vollblühend' Campe. Adelung verzeichnet vollblütig in diesem sinne nicht. das wort wird höchstens eingeengt technisch gebraucht: eine vollblütige pflanze, im freien sprachgebrauch aber, schon wegen des gleichklangs mit 2, gemieden. 22) nicht von vollblut abgeleitet (s. Grimm gr. 2, 667), wohl aber später nach dem aufkommen von vollblut zu ihm in beziehung gestellt (b). 2@aa) vollblütig, sanguineus, sanguineae complexionis Stieler 205; weil ich vollblütig bin, lasse ich ofte zur ader Steinbach 1, 141; 'mehr geblüt habend, als zur erhaltung der gesundheit nöthig ist' Adelung; in dieser bedeutung dem adj. blutarm in technischem sinne entgegengesetzt. — bey vollblütigen leuten musz sogleich die medianader iedoch nicht gar zu viel blut weg, gelassen werden v. Fleming teutsche soldat (1726) 322; personen, die sehr vollblütig sind, ... müssen erst ihren arzt befragen, ehe sich sich auf eine reise begeben Hufeland kunst d. menschl. leben zu verlängern (1797) 584; dann kam er allmälig auf Flamins vollblütige brust und auf die frage: ob sie ohne stechen und drücken seine anspannungen vertrage Jean Paul 7/10, 274 H.; das ist eine luft für schwindsüchtige, aber nicht für vollblütige Immermann 1, 63 B.; der klarinettist war als ein vollblütiger mann mit dem schwindel behaftet O. Ludwig ges. schr. (1891 ff.) 2, 512; von der nase: ihre von der gebückten stellung ganz rothe, an sich vollblütige nase Gutzkow ges. w. 5, 71. — im bilde: er (Napoleon) war der blutigel dieses fiebernden vollblütigen körpers (Frankreichs) Börne ges. schr. (1829 ff.) 6, 95. — übertragen: denn güte, die vollblütig wird, erstirbt im eignen allzuviel (for goodness, growing to a plurisy, dies in his own too-much) Shakespeare Hamlet 4, 7. der freie sprachgebrauch bringt nicht immer zum ausdruck, ob ein zuviel bezeichnet werden soll oder nur reichliche fülle; vollblütig kann aber geradezu auf die kraft, gesundheit, besonders die der jugend und besten reife bezogen werden. — schön war sie nicht, sondern wie eine braune vollblütige magd auszusehen pflegt polit. stockfisch 79; er hatte schöne rothe backen und sah einem guten vollblütigen bruder gleich v. Loen ges. kl. schr. (1749) 1, 97; sieht so recht v. gesund aus Arnim 20, 299. — übertragen: die frische, vollblütige, gesunde tyrannei ... eines alleinherrschers Gutzkow ges. w. 8, 190. — frei, vom wein, reichlich strömend: und aus den röhren, purpurhell, vollblütig springt des mostes quell Uhland ged. (1898) 1, 247. auf das temperament bezogen, sanguinisch: vollblütig, sanguineo, plettorico di temperamento Kramer teutsch-ital. dict. 2, 1210a (1702); in seinen handlungen und reden war er eifersmüthig, von temperament etwas cholerisch und vollblütig Kortum Jobsiade 3, 162. 2@bb) vollblütig, von guter, echter abkunft und entsprechender art; auf den geburtsadel bezogen: unendliger vorzug und würdigkeit des gelehrten und selbstverdienten adels vor dem allein (= nur) vollblütigen und angeerbten Triller poet. betracht. (1750) 2, 521. vollblütig in diesem sinne scheint älter zu sein als das zunächst auf die pferdezucht gehende vollblut; jedenfalls geht es aus derselben vorstellung hervor wie das englische full blood. später kann es ohne weiteres auf vollblut bezogen werden: gefühl der geringschätzung, mit dem der vollblütige Magyar auf den Schwaben herabsieht Bismarck ged. u. erinn. 2, 284 volksausg. 2@cc) vollblutig scheint in dem sinne von blutüberströmt, blutbedeckt (vollblutiges schwert, kleid) nicht vorzukommen, auch in der folgenden stelle ist es blutgefüllt: wanne dese buylen (auf der haut der gazellen) volbloydich ind sich wrijven wyllen v. Harff pilgerfahrt (1860) 154. — wie vollblütig 2 a: die Sundgauer, das ist ein vollblutiges, hitziges, heftiges volk Görres br. (1858 ff.) 1, 168. — dagegen nach 2 b im sinne von echt: (Göthe) als dramatischer dichter begann mit der dramatisierung eines vollblutig germanischen ritterromans R. Wagner ges. schr. 4, 20 (1897).
4181 Zeichen · 67 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vóllblütig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Vóllblütig , -er, -ste, adj. et adv. voll von Blute, d. i. vieles Blut, mehr Geblüt habend, als zur Erhaltung der Gesund…

  2. modern
    Dialekt
    vollblütigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    voll-blütig Adj. : 1. 'im Gesicht frisch aussehend'. Die isch vollbliedich [LA-Gommh, verbr., Beam Penns 36], -blierich …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vollbluetig

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von vollbluetig

vollblut + -ig

vollbluetig leitet sich vom Lemma vollblut ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von vollbluetig 2 Komponenten

voll+bluetig

vollbluetig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vollbluetig‑ als Erstglied (1 von 1)

vollblütigkeit

DWB

vollbluetig·keit

vollblütigkeit , f. , plethora or plethory, abundance of blood in a body Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 2318 ; vollblütigkeit, ein nicht g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vollbluetig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vollbluetig/dwb?formid=V10748
MLA
Cotta, Marcel. „vollbluetig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vollbluetig/dwb?formid=V10748. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vollbluetig". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vollbluetig/dwb?formid=V10748.
BibTeX
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