Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Vielliebchen n.
Vielliebchen n.
Vielliebchen n. doppelter Mandel- oder Haselnußkern, von zwei Personen zu essen und mit der Wette verbunden, daß der gewinnt, der anderntags zuerst mit Vielliebchen grüßt (Anfang 19. Jh.); ein vornehmlich zwischen zwei Liebenden üblicher Brauch. Die Annahme, in dem Ausdruck eine Umdeutung von Valentin, dem Namen des Schutzpatrons der Liebespaare (bzw. dessen femininer Form Valentine), zu sehen, ist wenig überzeugend. Vielmehr dürfte ein Adj. viellieb ‘überaus lieb’ in der deminutiven Anrede Vielliebchen unter Liebenden als Kosename gebraucht worden sein und lautähnliche Nebenformen wie Philippchen, Filipchen, Philippinchen entwickelt haben, die in Verbindung mit dem oben genannten Brauch auf die zwei Kerne enthaltene Frucht übergegangen sind. Aus den dt. Varianten ist die Bezeichnung frz. philippine (erst seit 1868 bezeugt) für die Doppelfrucht hervorgegangen.