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vielliebchen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vielliebchen n.

Bd. 26, Sp. 241
vielliebchen, n., bei Adelung und Campe noch nicht verzeichnet. man versteht darunter eine zwillingsfrucht, vor allem eine mandel mit zwei kernen; obgleich die beiden kerne als ein liebespaar angesehen werden können (s. unten Grillparzer), wird vielliebchen doch meist im sing. gebraucht (s. unten die stelle aus Rosegger). die doppelmandel wird zu einem gesellschaftlichen wettspiel zwischen einem herrn und einer dame benutzt, die sich in die beiden kerne theilen (ein vielliebchen mit jemandem essen). wer am nächsten tage zuerst zu dem andern theile sagt: guten morgen, vielliebchen, an andern orten: j'y pense, der hat das vielliebchen gewonnen. es können auch andere wetten ausgemacht werden. der unterlegene theil ist dann verpflichtet, dem andern ein kleines geschenk zu machen, das wohl auch vielliebchen genannt wird; neben vielliebchen kommt auch philippchen, philippinchen vor; franz. philippine, engl. philippina, philopœna, fillipeen, auch im nl. und in den skandinavischen sprachen bezeugt, überall mit gleicher sitte verbunden. nach der gewöhnlichen annahme ist vielliebchen original, die übrigen bezeichnungen entlehnt. es scheint aber vielmehr franz. philippine ursprünglich zu sein, das deutsche vielliebchen daraus entstellt. freilich weisz ich franz. philippine nicht zu deuten. Jeanroy und Bertoni setzen eine zeile in einer strophe des Percivalle Doria (gest. 1264) mit diesem franz. philippine in beziehung: eu et tu foram felip (noi due saremmo amici intimi) Romania 40, 457. auch franz. philippine würde demnach auf umdeutung beruhen. filipchen mit dem ton auf der ersten silbe wb. der luxemb. mundart (1906) 108a; der da eben ... um ein vielliebchen die mandeln öffnet Arnim werke 15, 138; die viel-liebchen (philippchen) der doppel-mandel Grillparzer 3, 13 Cotta, gedicht von 1823; er fügt noch eine erklärende anmerk. hinzu; er machte niedliche verse in familienalbums und zu verlorenen vielliebchen Freytag ges. werke 4, 171; wir essen heute noch ein vielliebchen Fontane ges. werke I, 5, 177; dann haben sie sich in einen braunen ... lodenmantel gewickelt, sich ganz klein und eng aneinander schmiegend, nicht anders, wie das vielliebchen in einer mandelschale Rosegger schriften (1895 ff.) III 3, 141. vielliebchen als hundename zeitschr. f. d. wf. 9, 275.
2305 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    vielliebchenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    vielliebchen , n. , bei Adelung und Campe noch nicht verzeichnet. man versteht darunter eine zwillingsfrucht, vor allem …

  2. modern
    Dialekt
    Vielliebchenn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Viel-liebchen n. : 1. 'Mandel (Prunus var. fragilis)', Vielliebche [ Wilde 169 (um Zweibr)]; vgl. Prinzeßmandel . — 2. '…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vielliebchen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von vielliebchen

viellieb + -chen

vielliebchen leitet sich vom Lemma viellieb ab mit Suffix -chen.

vielliebchen‑ als Erstglied (1 von 1)

Vielliebchen-Essen

Meyers

vielliebchen·essen

Vielliebchen-Essen , die Sitte, Zwillingsfrüchte oder die in Krachmandeln etc. vorkommenden Doppelkerne geteilt zu essen, worauf die Beteili…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vielliebchen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vielliebchen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „vielliebchen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vielliebchen/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vielliebchen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vielliebchen/dwb.
BibTeX
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