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verwühlen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwühlen vb.

Bd. 25, Sp. 2357
verwühlen, vb. , vereinzelt ahd. bezeugt: expulit far-, fir-, foruuolit (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 134, 19 St.-S. nhd. im sinne von 'umwühlen, aufwühlen, zerwühlen': ver- und zerwühlen subigere sarculis Stieler stammb. (1691) 2582. mundartlich: ferwölen verwühlen, wegwühlen Doornkaat Koolman ostfries. 1, 472; verwäule verwühlen Hönig Köln (1905) 195; verwullen in unordnung bringen, verwühlen, lux. ma. 468; verwulen durcheinander wühlen Fischer schwäb. 2, 1419; verwüehlt von leuten, die gerne im boden wühlen Martin-Lienhart elsäss. 2, 818; verwühlen Unger-Khull steir. 228. — verwielen ein feld agrum suffodere (ndrhein.) bei Aler dict. (1727) 2, 2034b stellt sich zu mnl. welen oder wielen 'wälzen, umwühlen' Verwijs-Verdam 9, 2, 2097; 2448; hierher vielleicht auch verweelen oder verwehlen verwühlen, verwirren (hauptsächl. v. garn, zwirn, seide u. stroh) Hupel Lief- u. Esthl. (1795) 250. 11) vom schaden, den tiere (besonders schweine) auf kultiviertem land anrichten; die schweine verwühlen die gärten, die weingärten li porci guastano, dissipano li giardini, le vigne Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1398c: es haben in (den weinstock) an aller stet verwület und verderbet schier die wüsten sew und wilden thier Hans Sachs 18, 317 lit. ver.; ... die gänsz ... sihet man ... die früchte abfrässen, verwülen vnd verterben Sebiz feldbau (1579) 110; darein (in den gärten) die schweine und anderes vieh lauffen, alles verwüsten und verwühlen Hohberg georg. cur. 3 (1715) 43a; schweine verwühlen vollend auf wiesen alles, zumal die wilden sauen allg. haush.-lex. (1749) 3, 724; da unser land, der see-umzäunte garten, voll unkraut ist, ... verwühlt die beet', und die gesunden kräuter von ungeziefer wimmelnd Shakespeare 5 (1799) 239. im bildlichen ausdruck (von menschen): auf, sänger! auf, entfaltet die standarten, mit den philistern laszt uns trotzig rechten, die uns verwühlen unsern blüthengarten Strachwitz ged. (1850) 118. 'einwühlen, unterwühlen': er gestatte auch den hirten nicht, die mast überflüssig von den bäumen zu werffen, denn auf solche art (wird) die mast in die erde verwühlet Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 6, 584. reflexiv: lasst der Bellonen söhn' auf euch mit drängnis spieln, lasst sie an Pindus fusz als pachen (bachen) sich verwühln W. Scherffer ged. (1652) 263. 22) weniger gebräuchlich in anderen verwendungen. vom haar: er preszt den reizenden kopf fester an sich und verwühlt die kostbare frisur Hohlbaum mann a. d. chaos (1933) 121; auch hat man auf dem weg nach dem lazaret zum öftern verwühlte paroquen (perücken) gefunden (1679) Abr. a s. Clara w. 2, 111 Strigl. vom gesichtsausdruck: er risz ihr das tuch weg und sah in ein vom weinen ganz verwühltes gesicht H. Federer berge u. menschen (1911) 151. von der liegestätte: besser ists, man setze keine so grosse ehrensache darin, das brautlager auf den glockenschlag in grosser fieberwallung zu verwühlen Bode Montaigne (1793) 1, 166; die junge mutter lag schweratmend im verwühlten bett Stehr d. begrabene gott (1906) 298. übertragen auf psychische vorgänge: die gedanken gingen ein und aus in den verwühlten öden kammern ihrer seele Stehr der begrabene gott (1906) 91. von der wohnstätte: die weite düne, die seine vorfahren verwühlt und heruntergewohnt hatten Frenssen Jörn Uhl (1902) 123. ungewöhnlich: durch kahle sträucher weht der wind. den kalten schnee verwühlt der wind. eine mutter sucht ihr verloren kind J. G. Müller ged. (1851) 299 Förster. 'einwühlen, unterwühlen': all' die schätze, im schutt verwühlt, sich berühren mit schüchternem klang A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 1, 355; alle ahnenbilder lagen glanzlos in den schutt verwühlt Eichendorff s. w. (1864) 1, 374. 'einwühlen, verstricken': mir wird mein helles haar zur last, als wäre drin verwühlt ein dunkler limonenast Rilke die frühen ged. (1909) 77 sich in seelischem schmerz verstricken: und jetzt lieg ich hier auf meinem harten pfühl in dieser fremden kalten kammer und verwühl mich mit erstarrten gliedern wieder in den alten jammer R. Dehmel ges. w. (1906) 4, 98; so musst du dich ins leben doch wieder finden, nicht in einen schmerz dein selbst verwühlen und an dieses grab dich zäher ranken, als die winde tut H. v. Hofmannsthal ged. u. kl. dramen (1911) 133.
4301 Zeichen · 95 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verwühlenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Verwühlen , v. trs . 1) Durch Wühlen in Unordnung, unter einander bringen. Uneigentlich, durch unordentliches Suchen ode…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verwühlen

    Goethe-Wörterbuch

    verwühlen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwuehlen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verwuehlen

ver- + wuehlen

verwuehlen leitet sich vom Lemma wuehlen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verwuehlen 2 Komponenten

ver+wuehlen

verwuehlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verwuehlen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „verwuehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verwuehlen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verwuehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verwuehlen/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verwuehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verwuehlen/dwb.
BibTeX
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