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verwettern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwettern v.

Bd. 25, Sp. 2250
verwettern, v. 11) seit dem 16. jh. als ableitung von wetter: dem wetter ausgesetzt sein. 1@aa) selten mit erwünschten oder angenehmen folgen: dasz sie solch geräthe (das an der pest gestorbenen gehört hat) in ihren heusern oben unter dem dache aufhencken und verwettern lassen Bökel pestordnung d. st. Hamburg (1597) 23a. von der tonbereitung: man pflegt ... den zur verarbeitung zu bringenden thon zum zwecke solcher auswinterung (verwittern oder verwettern) auf halden aufzufahren Karmarsch-Heeren techn. wb.3 9, 260. vereinzelt reflexiv: (der seehund legt sich) in die sonne und verwettert sich Micrälius altes Pommerland 6, 389. 1@bb) mit schädlichen folgen: verwettern, durch wetter, namentlich unwetter zerstört werden, ... vorzugsweise von feldfrüchten Krünitz 219, 348; unter dem einflusz des wetters leiden Hofmann niederhess. wb. 253. gewöhnlich im 19. jh. das part. prät.: verwettert, vom getreide, heu u. ä., durch wetter, regen, hagel verderbt Fischer schwäb. wb. 2, 1413; allgemeiner, durch wetter mitgenommen: verwettert, verwittert Martin-Lienhart elsäss. 2, 882; Seiler Basler ma. 114b. von menschen: ihre haut war ... in wind und wetter ... rauh und verwettert Gotthelf ges. schr. 7, 303; in dem verwetterten gesicht Raabe hungerpastor (1864) 3, 87; die schlicht gekleideten, verwetterten bergführer von Zermatt Stratz der weisze tod 92. von bäumen: an den ästen dieser alten, verwetterten, aber immer noch kräftigen fichten G. Keller ges. w. 2, 266. von unbelebtem: ein verwettertes riff H. v. Barth Kalkalpen 62; (die fensterläden) sind alt und verwettert Zahn helden des alltags 110. 22) andere gebrauchsarten kommen in der 2. hälfte des 18. jhs auf. 2@aa) nur beschränkt üblich ist: heftig schlagen, stoszen Sallmann lexical. beiträge 73; stärker noch die tiefe aufzuwiegeln, verwettern Leviathan und sein ungeschlachtes gefolge in fürchterlichem zeitvertreib die losgebundene salzgewässer Thomsons vier jahreszeiten (1781) 341; zerschmettern, zerbrechen Mozin-Biber-Hölder wb. d. franz. sprache 3, 125; mit lautem getöse zerschmettern, z. b. ein glas, ein töpfergeschirr Fischer schwäb. wb. 2, 1413; der kukuk (die kuckucksuhr) ist zerschlagen, in grundsboden zerschlagen — die alte Susel hat ihn verwettert, wie sie die stube fegte Schiller 2, 142 G. (räuber 4, 3). 2@bb) zu wettern, schelten, fluchen: ausschelten Sallmann a. a. o. 73. verfluchen, nur ganz vereinzelt verbal: das hab ich denn doch, liebster freund, eurer feile zu danken, wiewohl ich sie oft in meinem herzen verwünscht und verwettert habe Bürger briefe 1, 274. gewöhnlich ist das part. prät.: verwettert, welches so wie verhenkert, verdonnert, verteufelt u. s. f. nur in den niedrigen sprecharten üblich ist, einen hohen grad der bösen beschaffenheit eines dinges zu bezeichnen Adelung 4, 1179; ein verwetterter kerl, un diable d'homme Schwan nouv. dict. 2, 944; mundartlich: verwettert, verwünscht Müller-Fraureuth 2, 619; Albrecht Leipziger ma. 231; Anton Oberlausitz 14, 14; Bernd Posen 339; verteufelt, gefährlich, ein verwetterter kerl Bauer-Collitz 139; verwedertes wedder, ein abscheuliches wetter Mi 103b; kann ich den herrn von der verwetterten heirath nicht abhalten Iffland theatr. werke 7, 201; ihn will ich auf alle fälle noch lieber bedienen als seine verwetterte frau Kretschmann s. w. 4, 2, 100; ein mordkerl! sag ich, ein verfluchter, verwetterter galgenstrick H. v. Kleist 4, 189 Schm.; die verwetterte geschichte von Custozza ist ein rechtes unwesen A. Ruge briefwechsel 2, 275 N.; halts maul! dein verwettert maul halt, sag ich Anzengruber ges. w. 1, 253. oft auch wie verteufelt u. ä. in mehr gutmütig polterndem ton: er läszt nicht mit sich spielen und hat einen verwetterten kopf Chr. F. Weisze lustspiele 2, 173; die verwetterten mägdchen kommen ja noch nicht! theater d. Deutschen (1768) 18, 338; der verwetterten dirn will ich den kopf zurecht setzen — und alles wird noch gut werden Gaudy s. w. 17, 159. adverbial: unsere generalität ist verwettert zäher natur J. G. Müller herren v. Waldheim (1787) 1, 166; die ... rosen lieszen ihr verwettert gut zu ihrem feinen, unverschämten stumpfnäschen Storm w. 3, 97. als ausruf: verwettert! hab ich mich doch noch nicht tief genug gebückt Meiszner Alcibiades 2, 169.
4284 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verwetternv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Ӿ Verwettern , v. trs alle Wetter über den Kopf wünschen. Einen verwettern . Gewöhnlich wird nur das Mittelwort verwette…

  2. modern
    Dialekt
    verwetternschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-wettern schw. : ' fluchend ausschimpfen ', veʳweddere [VPf]; vgl. verschelten . Rhein. IX 467 .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwettern

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Ableitung von verwettern

ver- + wettern

verwettern leitet sich vom Lemma wettern ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verwettern 2 Komponenten

verwet+tern

verwettern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verwettern kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verwettern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verwettern/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verwettern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verwettern/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verwettern". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verwettern/dwb.
BibTeX
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