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Verwachsung

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Verwachsung

Bd. 20, Sp. 116
Verwachsung, eine organische Verschmelzung zweier Gewebsoberflächen. V. kommt vor als angeborne Abnormität und wird durch mannigfache pathologische Prozesse erworben. Zwei Fötus können ganz oder teilweise miteinander verwachsen, auch verwachsen die Finger oder Zehen vor der Geburt. Die V. ganzer Glieder bildet die Symmelie, die V. von Kanälen (Darm, Scheide) die Atresie. Bei sehr zahlreichen chronischen Entzündungen der äußern Haut, der harten und weichen Hirnhaut, des serösen Brustfelles oder Bauchfelles und des Herzbeutels ist der Ausgang eine V. (Synechie, Adhaesio), die V. der Gelenke bildet die Anchylosis. Der Volksmund bezeichnet als »verwachsen« die buckelige Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliosis, s. Pottsches Übel). – Verwachsungen ganzer Tierindividuen oder von Teilstücken solcher sind in neuester Zeit wiederholt mit Erfolg experimentell hervorgerufen worden und haben wertvolle Aufschlüsse entwickelungs-physiologischer, anatomischer, physiologischer und histologischer Natur ergeben. (Über chirurgische Verwachsungsexperimente s. Transplantation.) Schon in der Mitte des 18. Jahrh. hatte Trembley den kleinen Süßwasserpolypen unsrer Gewässer, Hydra, zerschnitten und den Tentakelteil des einen Polypen mit der entgegengesetzten Hälfte eines andern verbunden. Ähnliche Versuche wurden von Korschelt, Joest u. a. an Regenwürmern ausgeführt und ließen ein neues, vollkommen lebenskräftiges Tier aus der durch Nähte bewerkstelligten Vereinigung eines Vorder- und eines Hinterendes zweier Regenwürmer hervorgehen, die nicht nur ein und derselben, sondern verschiedenen Arten und sogar verschiedenen Gattungen angehören konnten. Solche V. konnten bis zu 10 Jahren lebend erhalten werden. An den Larven der Frösche, besonders des Wasserfrosches (Rana esculenta), nahm Born Verwachsungsversuche vor und brachte das Vorderstück der einen mit dem Hinterstück der andern zur Verlötung. Die innern Organe, wie Rückenmark, Darm, Gefäße etc., gingen wie bei den oben erwähnten Versuchen an Regenwürmern einen vollkommen intakten organischen Zusammenhang ein. Von der Wundfläche ist nach sechs Wochen fast nichts mehr zu bemerken, weder im Wachstum noch in der Ernährung unterscheidet sich ein derartiges Tier von einem normalen. Derartige Doppeltiere ließen sich bis über das Ende der Verwandlung am Leben halten.
2332 Zeichen · 28 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verwachsungf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    verwachsung , f. 1 1) statt überwachsung, praeputium in hs. der 1. d. bibel: dorumb beschneid die verwachsung (M, sonst …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verwachsung

    Goethe-Wörterbuch

    Verwachsung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verwachsung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Verwachsung , eine organische Verschmelzung zweier Gewebsoberflächen. V. kommt vor als angeborne Abnormität und wird dur…

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Komposita & Ableitungen mit verwachsung

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Ableitung von verwachsung 3 Analysen

ver- + wachsung

verwachsung leitet sich vom Lemma wachsung ab mit Präfix ver-.

Alternativen: verwachsen+-ung ver-+wachs+-ung

verwachsung‑ als Erstglied (2 von 2)