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vertriefen

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vertriefen v.

Bd. 25, Sp. 1999
vertriefen, v. , seit dem 16. jahrh. belegt, in den frühnhd. wb. selten (Faber thesaurus 316a), nicht bei Adelung; Campe 5, 391. auch mundartlich wenig gebräuchlich: Fischer 2, 1388 (veraltet); mnd. vordrepen Diefenbach-Wülcker 569. 11) durch triefen trocken werden: hernach schleifte ich ihn auf den mist, dasz er sich wieder ein wenig erholen und die kleidung vertrieffen möcht Grimmelshausen 3, 380 Keller. besonders in recepten: stells (die in ziegenmilch aufgeweichten schwämme) darnach auf ein sib, bisz sie vertrieffen Gäbelkover artzneybuch 2, 85; wasche es (das salzfleisch) fein aus der lacke, und lasz es vertrieffen, hänge es in rauch Noel Chomel 4, 196. sehr häufig ist frühnhd. einem die sporen vertriefen lassen, ihn warten lassen, bis die sporen trocken geworden sind: Agricola 750 teutscher sprichw. l 1b; schöne weise klugreden 92a; da liesz man ihm die sporen zuvor wol vertrieffen, ehe man ihm die thor geöffnet Spangenberg Mansf. chron. 133a; Fr. Wilhelms sprichw.-reg. Z β nr. 25; Kramer 2, 1141a; Schellhorn sprichw. 72; verallgemeinert: gott lest auch den frommen umb gewisser ursach willen die sporen manchmahl, sonderlich in zeitlichen und leiblichen sachen, wol vertrieffen Mathesius Syrach 3, 76a; sperabam iam deferbuisse adolescentiam, ich hoffte, es solten ihm die sporen nu vertroffen sein, er solte die kinderschue vertretten haben, der kützel solte ihm vergangen sein Bas. Faber thes. erud. 225b. vgl. die sporen ertriefen th. X 1, sp. 2681 f. schöne weise klugreden und Schellhorn erklären die nässe der sporen durch reiten in schnee und regen; man könnte auch an sporen denken, die durch wildes, ungestümes reiten blutig geworden sind. 22) andere gebrauchsarten sind mehr vereinzelt: 2@aa) durch triefen hinschwinden, triefend vergehen: aber wenns schmer ist vertroffen und das bier auszgesoffen, so hat sich auch der tellerlecker verlauffen Herberger hertzpostille 1, 368; ähnlich Lipperheide spruchwb. 225b; einer in wenig stunden vertriefenden begräbnüszfackel Lohenstein Arminius 1, 656a. 2@bb) das part. prät. vertroffen vergossen: mein vertroffen blut Gryphius trauersp. 376 Palm. 2@cc) in kummer (unter thränen?) dahinleben: damit ich ... meinen trauten fräund nicht länger im zweifel vertrühffen lahsse Zesen adr. Rosemund 59 ndr. 2@dd) das leben v.: 2@d@aα) armselig hinbringen: ir armselig leben jämerlich in eim spital vertrieffen und vertropfen Fischart binenkorb 50a. 2@d@bβ) triefend sterben: ... sich schaukelnd hackt er (der aras) des schnabels spitzige krümmung mit gier tief in die schwellendste frucht (ananas), und wo diese, zerfleischt, ihr leben vertriefet, dort nippt sich einen tropfen sodann, flatternd der kolibri weg Ferd. v. Saar 3, 72. vertrieficht, adj., serescens, desiccans Stieler 2329.
2804 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vertriefenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Vertriefen , v. ntr . mit sein , vertraufen. S. d. D. Vertriefen .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vertriefen

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Ableitung von vertriefen

ver- + triefen

vertriefen leitet sich vom Lemma triefen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von vertriefen 2 Komponenten

vert+riefen

vertriefen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — vertriefen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „vertriefen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vertriefen/dwb
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Cotta, Marcel. „vertriefen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vertriefen/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vertriefen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vertriefen/dwb.
BibTeX
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