verständiglich,
adj. und adv. ,
ein altes wort, das im 17.
jh. erlischt. mhd. verstendiclich,
auch ohne umlaut adv. verstanteclîchen
mhd. wb. 2, 2, 592
a; Lexer
hdwb. 3, 251
f. nhd. nur adverbial: verstendigklich und listigklich,
perite et callide Maaler 432
c; verständiglich,
gnare et graviter Dasypodius (1537) F ffiij
d; Kramer
it. dict. 2, 942
b erwähnt verständiglich
beiläufig neben verständig,
saviante, saggiamente, giudiciolamente, sensatamente, discretamente, prudentemente. bei Adelung
findet sich die notiz, dasz Luthers verständiglich
für das nebenwort verständig
im hochdeutschen veraltet ist. belege für das vorkommen bei Luther
sind indessen nicht zur hand. im nld. hält es sich noch in der lebenden sprache (verstandiglijk): verstandighlick,
intelligenter, prudenter, sapienter Kilian (1599) 604
b; verstandiglyk (met verstandigheit) te werk gaan; heel verstandiglyk spreeken,
verständiglich (
mit verstand)
umgehen, sehr verständiglich reden Kramer
nider-hochteutsch. dict. 456
a. verständiglich
berührt sich in der bedeutung mit verständig
und verständlich. 11)
mit dem verstande, verstandesmäszig, intellectuell: mhd. und ist ouch ein bekennen in unseren sêlen ze ûʒern dingen, alse daʒ sinnelîche und verstendeclîche bekennen (
das erkennen mit den sinnen und dem verstande) Eckhart 39, 10
Pfeiffer. adverbial: ir sult daʒ verstanteclîchen wiʒʒen
d. predigten 38
Roth. 22)
verstand zeigend. wie verständiges alter (
vgl. 2 b)
findet sich mhd. ein verständigliches alter
gebildet als das alter, in dem man verständig ist oder verstand zeigt: biʒ daʒ si (
die jünglinge) an daʒ verstenteclîche alder kumin
Hohenfurter Benediktinerregel 63, 34
Scherer; vgl. verständlich 2
c.
adverbial: damit die umstände meiner selzamen begegnüssen alles recht erleutern, und diese fragen mit der wahrheit fein verständiglich unterscheiden könten Grimmelshausen
Simpl. 1, 213, 21
Kurz. 33)
nur adverbial, verständlich; sodasz es verstanden werden kann (
vgl. auch verständig 3): daneben sol nichtsweniger derselb haimlich nam und tugend gottes, durch des menschens mund laut und verstandicklich ausgesprochen und geoffenbart werden Berthold v. Chiemsee 154; ob nicht viel eine gröszere kunst seyn solte, etwas bedeutlich und verständiglich zu sagen, als eine meinung mit tunckeln worten zu verhülen? Harsdörffer
gesprechspiele (1641) I KV
a; dadurch er glücklich und verständiglich leben könte Butschky
Pathmos (1677) 280; dan endlosz ist die quell deiner barmhertzigkeit, erfrisch mich, herr, damit verständiglich zu leben! Weckherlin
ged. 1, 386, 144.