Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
verschrîbe stv.
1. schreibe von einem orte zum andern, theile schriftlich mit. verschribent im die walung; alsô verschreib er in her wider, er wölt sich des rîchs nit underwinden Zürch. jahrb. 72. dar umb sô verschreib ich dir den gemainen nutz aller welt Suchenw. 38,281. 285. Hätzl. 1,132,100. 2,68,215. leseb. 936,2. 937,29.
2. zeichne vollständig auf, beschreibe. solche kûlde das ich des nicht vorschreiben noch vorsagen kan H. zeitschr. 8,306.
3. trage in ein verzeichnis ein, verzeichne. von dem chaisir Augusto gie ein gepot man solt verschreiben all die welt Suchenw. 41,363. die selben gegent solt man auch verschreiben gest. Rom. 172.
4. setze auf die liste der verbannten, verbanne. dy vorschreben sint in unser stat und ouch vorschreben und vorêcht sint in andirn stetin Zitt. jahrb. 45,23. vgl. Haltaus 1887.
5. setze schriftlich fest. daʒ wart verschriben mit eiden vesteclîche Lohengr. 88. der geb dem richter daʒ vor verschriben recht und wandel Heimb. handf. 276. 269. 281. daʒ daʒ swô eʒ under irem insigel verschriben wirt ein bewærte stætigunge habe Wien. handf. 290.
6. sage von etwas los, entsage. sô müʒet ir vurscrîben alle wîp Helbl. 930. — sich verschrîben eines dinges einer sache entsagen: wolte sich verschrîben der werntlîchen êre Erlös. 3857. die frouwe sich verschreib werltlîcher sache Elisab. 455. 450. — einen verschrîben eines d. ihn einer sache berauben: di ir hât alsus verdriben, ir gûdes gar verschriben Elisab. 424.
7. einen verschrîben sich schriftlich für ihn verwenden Haltaus 1888.