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verscheißen

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

verscheißen

verscheißen

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. – Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m., Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).
1677 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verscheißen

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. …

  2. modern
    Dialekt
    verscheißenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-scheißen st. : 1. 'durch Exkremente verunreinigen', ve (r) scheiße [allg.]; vgl. verkacken . 's Kind hot alles veʳsc…

  3. Sprichwörter
    Verscheissen

    Wander (Sprichwörter)

    Verscheissen Der verscheisst d' Welt auch umsonst. ( Nürtingen. ) Der Tagedieb, Müssiggänger.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verscheissen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verscheissen

ver- + scheissen

verscheissen leitet sich vom Lemma scheissen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verscheissen 3 Komponenten

ver+(schei+s+sen)

verscheissen setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verscheissen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verscheissen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verscheissen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verscheissen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verscheissen/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verscheissen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verscheissen/pfeifer_etym.
BibTeX
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