verquanten,
verb. vertauschen, verstellen, mhd. erst spät nachgewiesen verquanten, verquenten,
nhd. verquanten,
clanculum miscere, mistura perdere Stieler 2, 500, verquanten,
verbergen Frisch 2, 76.
sowol Stieler
als Frisch
versuchen das wort von gewand
herzuleiten, gewanden
soll dann wie verhüllen, zudecken sein. diese herleitung widerspricht der überlieferung, die quant
als mehrfach benutzten stamm bringt (
s. oben 7, 2314 quant, quanteln, quantsweise),
besonders niederd. zu bemerken ist etwa nur, dasz Richey 198
u. a. auch als hochd. form neben quantsweise gewandtweis
aufführt Andresen
volksetym.3 230.
woher der stamm quant
kommt, wissen wir nicht, er scheint aus dem nd. zu stammen. heimlich einmischen: dasz ein domherr zu Laval beschuldigt worden, als hat er (
dem) dechant daselbst gift in den kelch verquantet. Fischart
Bodin 223 (1591);
hieraus mag sich die bedeutung mistura perdere bei Stieler
entwickeln und dann überhaupt verderben, heimlich vertauschen, verstellen: die arme teuffel wolten ihre sprache und stimme verquanten, damit ich sie nicht kennen sollte, ich merkte aber gleich, dasz es meines herrn fourierschützen waren, doch liesz ichs mich nicht mercken, sondern lachte in die faust.
Simpl. 1, 129, 5; den wein solt auch nicht verquanten, ausschütten in die läre kanten. Wickram
kunst zu trinken (1537) 3 H. 4
a.
verhehlen: so man aim armen das recht verquent, und jm ain hütlein für die augen wendt. Keller
alte g. lehr 40; er fragt nach irem gschlecht und stam, darzu auch irer beyder nam, die im doch alle ding verquenten, sich anders stams und namen nennten. H. Sachs 2, 3, 143 (8, 559
Keller); sihstu an jm einen groben zoten, so soltu uberlaut sein spotten und lachen der groben bachanten, solts auch vorn leuten nicht verquanten, und wirff jm alter grober säw zu seinem bart zwô oder drey.
Grobian. 1, 3, 8. 48
c (1572); und mit unrecht die zeit verquanten, die lasz ich alsbaldt durch trabanten under das fändlin er gehöret schaffen. Fronsperger
kriegsb. 3, 65
b.
heimlich verändern: man sagt von des weltprintzen des teuffels köstlichstem arswisch, der sey armer leute hoffart: oder wie es S. Matheshans verquantet, an armer leute hofart da wischt der böse seine lateinische kunst und macht recht ausz hoffarth hofart.
Garg. 261; mit irn spitzfünden so gar arglistig heuchlen kündten und mit vernünfftigen argumenten auff ir part meisterlich verquenten, sam sey ir lehr warhafft und gerecht. H. Sachs 5, 11
a (18, 65
Keller-Götze).
etwas mit etwas heimlich ausfüllen: sie liesz von holtz ir machen fein vier grosze bücher, wie ein schrein, die waren fein inwendig hol, die hatt sie dann versehen wol und gar inwendig voll gesteckt von marcepanen und confect und mit pastetlein verquant, mit proviandt sonst allerhandt. Fischart
dicht. 1, 62, 2345
Kurz. part. prät.: die frawen haben auch gewalt, sich desz zu entschlahen und in frembde arth zu fallen, welcher arzt kan .. den verquenten bossen auff ein end kommen? Paracelsus
chir. schriften 137
b (
Straszb. 1618).