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vermöglich

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vermöglich adj.

Bd. 25, Sp. 893
vermöglich, adj. fähig fertig zu bringen, zu vollenden. in der ältern sprache nicht nachgewiesen, jedoch in den frühesten zeiten des nhd. nicht selten vorkömmlich. so bei Janssen reichscorresp. 250. 270 (s. unten), bei Dief. 605b valefacere, vermugelich machen, aus gemma gemmarum Augsb. 1512. das adjectiv und wol auch das zugehörige substantiv vermöglichkeit kommen bis in unsere zeit vor. so hat z. b. Adelung versuch 4, 1483 es aufgenommen, allerdings hält er es für mundartlich. in alter zeit führt das wort Maaler mit zahlreichen belegen auf, Stieler 1203, wo die formen vermöglich und vermüglich noch schwanken, Frisch 1, 668, der aber nur die negative form unvermöglich kennt. 11) active bedeutung 'der etwas vermag', daher körperlich kräftig, rüstig: die schwarze nieszwurz soll nur allein starken und vermöglichen personen eingegeben werden. Tabernaemont. kräuterb. 1099; es war unmöglich genug, vermögliche säugammen für ihn auszzutreten, inn betrachtung der groszen quantität milch, so zu seiner narung auffgieng. Garg. 210 (1590). übertragen auf dinge und zustände: der mensch war gemacht mit gsundem und vermöglichem leibe. J. V. Andreä von der unterhalt. d. armen 2; vermüglich alter, integra aetas Dasyp. 5b; o solt ich in meinen noch vermüglichen tagen also die zeit mit schrecklichem faulem müsziggang verbracht ... haben. Kirchhof wendunm. 281; sinn und gedechtnusz schwecht die zeyt, auch fleucht vermügliche gesundheyt. H. Sachs 2, 2, 81c (7, 338 Keller). durch zusatz näher bestimmt: welche doch allein zum ersten angriff dögen und vermöglich seind. Mycillus Tac. 439. 22) nicht mehr physisch stark, sondern überhaupt einfluszreich: dazu e. k. w. als ein mechtiger vermüglicher könig viel guts thun mügen. kurf. Friedr. bei Luther 2, 219b; schlieszlich hat ein hausvater zu bedenken, ob das land wol bewohnt, volkreich und vermöglich sey. Hohberg 1, 8; wohlthaten, so ich dankbarlich zu erwidern mich keinesweges vermöglich befinde. Butschky hd. kanzl. 522; dem vater des rittmeisters hatten die vermöglicheren bewohner anleihen gewährt. Gutzkow prüfe wer sich ewig bindet 89. mit näherer bestimmung: auch die unterthanen dermaszen ersogen, entplost und verarmut, das sie also zu helfen nit mer vermöglich waren. Ernest. ges.-arch. (Worms) 1509; darumb sollen alle geistlichen, die zur arbeit vermüglich sind, beide ein handwerck und die schrifft leren. S. Frank chron. 358a (1531). gern wird das wort substant. gebraucht, die vermöglichen, die besitzende klasse: die menschen. so .., aus zufellen bey uns verarmen von jren freunden, ob sie etliche vermögliche derselbigen hetten, mit hülffe verlassen weren .. sollen durch die zehen vorsteher .. aus unserm gemeinen kasten erhalten und versehen werden. Luther 2, 265; nächst der hoffart und dem geitz samt deren erbaren anhängen, waren fressen und sauffen, huren und buben bey den vermüglichen eine tägliche ubung. Simpl. 1, 82, 10 Kurz. von dingen: wer weisz demnach wie gering der noch vorhandene rest, so hier verborgen liegen soll, seyn möchte, ob er auch noch so vermöglich, dasz er vor die kunst, sich unsichtbar zu machen, zu erwehlen sei. Simpl. 4, 29, 8 Kurz; eine aristokratie des vermöglichen talents und der bildung. Dahlmann franz. revol. 401. 33) passive bedeutung 'der vermocht wird, möglich', woraus sich die bedeutung möglichst, grösztmöglichst entwickelt: und ist doch des rades meinunge allewege gewest und noch ist das der rat in zimlichen, billichen, iren vermogelichen und geburlichen sachen nach irme herkomen dem riche und unserm herren dem konige odir keiser ... von des richs wegen und in des richs sachen gerne gehorsam sin. Janssen 2, 49 (1442); und wurden sie samptlich einig und eynmudig, das der anslag des zehennden pfennigs zugeben nit an zugeende noch zu verfolgende auch nit lidelich noch vermogelich zuthun sy. 2, 270 (1471); ewer gefangener bin ich auff heut worden und begere, dasz jhr eine schatzung ordnen wöllet, die mir vermüglich und leydenlich sey. buch d. liebe 269, 2, 1; wo denn mir etwas schrifftlich fürkompt, wil nach vermöglichem vleis entscheiden. Eck bei Luther 1, 316b; entbiet ich .. mein unterthänige dienste vermögliches fleiszes zuvor. Ayrer proc. 1, 13; die in bereitschaft gesetzte nur immer vermögliche bedienung. Weim. staatsarchiv (Fulda) 1785. die bindung es ist vermöglich: (hoher berg) darüber zu kommen nicht vermüglich. Kirchhof milit. discipl. 260; hinckt letzt fort, bald fiel er nider, lag ein weil, gebaret als er aufstehen wolte und doch nicht vermöglich. wendunm. 4, 266 Österley.
4568 Zeichen · 97 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vermöglich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Vermöglich , -er, -ste, adj. & adv. 1. Gute Kräfte des Leibes habend, wo es doch in dem Gegensatze unvermöglich am üblic…

  2. modern
    Dialekt
    vermöglich

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    vermöglich [frméklik Ruf. Co. ; frmêjli Str. ; frmejli Z. Han. ] Adj. vermögend, grosses Vermögen besitzend. E v e rmejl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vermoeglich

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von vermoeglich 3 Analysen

ver- + moeglich

vermoeglich leitet sich vom Lemma moeglich ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+mogeln+-lich vermogeln+-lich

Zerlegung von vermoeglich 3 Komponenten

ver+(mo+glich)

vermoeglich setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vermoeglich‑ als Erstglied (2 von 2)

vermöglichen

DWB

ver·moeglichen

vermöglichen , verb. möglich machen: so wissenn eur gnaden gnediglich, wie wir armen kinder durch bosze hauszhaltung unsers stiffatters in a…

vermöglichkeit

DWB

vermoeglich·keit

vermöglichkeit , f. 1 1) kraft, fähigkeit etwas auszuführen. erst im beginne des nhd. nachweisbar. potentia, vermüglichkeit Dief. 450 a ( au…

Ableitungen von vermoeglich (1 von 1)

unvermöglich

DWB

unvermöglich , adj. adv. , nicht vermöglich ( s. d. ). mnl. onvermogelijc. Fischer schwäb. wb. 6, 268 . nach Adelung zu seiner zeit noch im …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vermoeglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vermoeglich/dwb?formid=V02833
MLA
Cotta, Marcel. „vermoeglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vermoeglich/dwb?formid=V02833. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vermoeglich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vermoeglich/dwb?formid=V02833.
BibTeX
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