vermischung,
f. vermengung, enge vereinigung der einzelnen theile eines dinges. additamentum vermischung Dief. 12
b. 11)
handlung, farrago, confusio Dasypod. 70
c. 82
b: die (
die bauern) waren gar andächtig etliche gesäng und psalmen bei dem lieben weinigen aus ihrem Lobwasser daher zu singen, welche vermischung mir gleichwol besser gefiele, als wann man auf italienische oder spannische manier gemein wasser unter den wein schüttet. Grimmelshausen 3, 310, 12
Kurz; vil frowen, die sint ouch so blindt, das sie vergessen, wer sie sint und das verbietten alle recht sollich vermyschung beider gschlecht, die mit den mannen sytzen zusammen. Brant
narrensch. 77, 29
Zarncke. auf geistiges übertragen: das wort ist gleichwol flaisch worden durch die annemung, aber nit durch die vermischung. S.
Frank Erasmus lob d. thorh. 162 (
das wort hat sich mit dem fleische vereinigt, aber so, dasz es selbständig neben ihm steht und nicht fleischlich, so dasz fleisch und wort ein und dasselbe geworden); das gesetz verlangt ernst und strenge, das leben willkühr ... bist du bei dem einen sicher, so kannst du in dem andern desto freier sein, anstatt dasz bei einer vermischung das sichre durch das freie weggerissen und aufgehoben wird. Göthe 17, 42; der aber, weil im gebrauch die vermischung schwerlich abzuhalten ist, eine zersetzung durch gegenwirkende mittel bedarf, um zu wissen, welches die elemente und die proportion ihrer verbindung ist, die mit einander vereinigt, den genusz einer gesitteten glückseligkeit verschaffen können. Kant 10, 308. 22)
fertige that, das vermischt sein: so ist es (
Mainz) .. lustig gelegen bei der vermischung zweier groszen schiffreichen wasser. Hutten 5, 219
Münch; nicht zwar also schlecht und einfach, wie gott und die geister ... sondern weil er der himmel von aller vermischung der elementen frey und nicht ausz andern cörpern, allen vieren oder wenigern elementen gemacht ist. Opitz 1, 23; ich werde dich der ganzen welt mit nahmen nicht allein vorstellen, sondern auch in der that beweisen, dasz alle deine vermischung quackelei und falsch sei. Etner
ungewissenh. apotheker 125 (1700); o der wunderbaren vermischung von kind und held. Lessing 2, 111; als unbehutsame nachahmer des spanischen genies, suchten unsre väter in der religion den stof zu ihren verwegenen ergötzungen. ihre unüberlegte andacht unterstand sich, die allerverehrungswürdigsten geheimnisse zu spielen und scheute sich nicht, eine ungeheure vermischung von frömmigkeit, ausschweifungen und possen auf die öffentlichen bühnen zu bringen. 4, 114; über eine so närrische vermischung läszt man ohne zweifel die verdammung ergehen. 4, 119; eine der wahrheit gemäsze vermischung von schatten und licht. Mendelssohn
in Nicol. leben v. Göckingk 192; sie (
die freundschaft) ist die vermischung der wünsche. Schiller 1, 31; die wunderlichste vermischung väterlicher zärtlichkeit und unverständlicher anspielungen auf Schopenhauer. Heyse
kinder d. welt4 1, 113. 33)
ganz besonders ist hervorzuheben vermischung
vom geschlechtlichen beisammensein, coitus gebraucht. oft steht auch ein adject. oder ein genit. zur verdeutlichung dabei. so schon in alter zeit coitus, liplich vermischung Dief. 130
c: er were ouch so künsch und gemäsz gewesen, das er von demselben zeitt von aller frouwen vermischung für frey und rein gehalten wer. Tünger
facetiae 84
Keller; coitus, die vermischung weibs und manns. Dasypodius 62
d; und weyl es der text mitbringet, reden wir von jrem wüsten und wilden wesen, ubrigem fressen, sauffen, prächtigen kleydung und leychtfertiger musicken und schendtlichen vermischungen. Mathesius
Sar. 14
b; dasz die kinder gottes nach denen töchtern der menschen .. gesehen und .. aus ihnen zu weibern genommen .. daraus riesen .. geboren worden, umb welcher ungleichen vermischung wegen vornemblich die sündflut auf erden kommen .., welche ungleiche vermischung gott dermaszen miszfällt, dasz ..
Simpl. 3, 338, 1
Kurz; die begierde der leiblichen vermischung ist allen thieren ins fleisch eingewachsen. Lehmann 77; die vermischung des Indiers mit dem neger hat man noch nicht versucht. Kant 10, 52; wären diese stämme aber ursprünglich, so liesze es sich gar nicht erklären und begreifen, warum nun in der wechselseitigen vermischung derselben unter einander der character ihrer verschiedenheit grade unausbleiblich anarte. 10, 58; will man, um dieses letztere zu beweisen, thiere anführen, bei denen dieses ungeachtet der verschiedenheit ihres ersten stamms dennoch geschehe, so wird ein jeder in solchen fällen die letztere voraussetzung leugnen und vielmehr eben daraus, dasz eine solche fruchtbare vermischung stattfindet, auf die einheit des stamms schlieszen, wie aus der vermischung der hunde und füchse
u. s. w. 10, 60; da dann durch vermischung der geschlechter im ganzen das leben unserer mit vernunft begabten gattung fortschreitend erhalten wird. 10, 307; die urkunde giebt sie (
tyrannen) als söhne der freude an, als die unächten kinder, die in gesetzwidriger vermischung erzeugt wurden. Schuppius 9, 139.