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Vergessenheit

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Vergessenheit

Vergessenheit

vergessen Vb. ‘aus dem Gedächtnis verlieren, sich nicht mehr erinnern können’, reflexiv ‘die Beherrschung verlieren’, ahd. firgeʒʒan (9. Jh.), mhd. vergeʒʒen ‘aus den Gedanken verlieren, vergessen’, reflexiv ‘in Vergessenheit geraten’, asächs. fargetan, mnd. vorgēten, mnl. verghēten, nl. vergeten, aengl. forgietan, engl. to forget ‘vergessen’. Daneben steht mit dem unter er- behandelten Präfix gebildetes ahd. irgeʒʒan ‘vergessen’ mit dem Kausativum irgezzen ‘vergessen machen’ (s. ergötzen). Es handelt sich um präfigierte Verben zu einem Simplex germ. *getan ‘erlangen’, das in ahd. geʒʒan ‘erlangen’ (8. Jh.), anord. geta ‘schaffen, erreichen, erzeugen, lernen, nennen, vermuten’ (woraus mengl. geten, engl. to get ‘erhalten, bekommen’), dän. gide ‘mögen’ erhalten ist, wozu auch ahd. bigeʒʒan ‘erhalten’ (8. Jh.), asächs. bigetan ‘finden, ergreifen’, aengl. begietan ‘erlangen, bekommen, finden, erwerben, erzeugen’, got. bigitan ‘finden’ gebildet sind. Außergerm. vergleichen sich lat. praeda (aus *prai-hedā, -hidā) ‘(Kriegs)beute, Gewinn’ und (mit Nasalpräsens) lat. prehendere ‘(an)fassen, ergreifen’, (schwundstufig) griech. chandánein (χανδάνειν), Aorist chadé͞in (χαδεῖν) ‘fassen, in sich begreifen, enthalten’, air. rogeinn ‘findet Platz in’, so daß von einer Wurzel ie. *ghe(n)d- ‘(an)fassen, ergreifen’, auch ‘geistig erfassen’ ausgegangen werden kann (dazu s. möglicherweise verwandtes beginnen). Die Bedeutung des Simplex wird durch die Präfigierung (s. ver- in negierender Funktion) ins Gegenteil gewendet, vergessen bedeutet eigentlich ‘nicht mehr ergreifen, halten können, aus seinem (geistigen) Besitz verlieren’. – Vergessenheit f. ‘Zustand des Vergessenseins’, mhd. vergeʒʒenheit, auch ‘Vergeßlichkeit’. vergeßlich Adj. ‘leicht vergessend, ein schlechtes Gedächtnis habend’, mhd. vergeʒʒe(n)lich; Vergeßlichkeit f. (16. Jh.).
1850 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vergêssenheit

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Vergêssenheit , plur. inusit. von dem Mittelworte vergessen, daher dieses, so wie jenes, sowohl im passiven als acti…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vergessenheit

    Goethe-Wörterbuch

    Vergessenheit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Vergessenheit

    Rheinisches Wb.

    Ver-gessen-heit (s. S.) Rhfrk Sg. t. f.: 1. dat is in V. kumm vergessen worden. — 2. Neigung zu vergessen; ne, die V. es…

  4. Sprichwörter
    Vergessenheit

    Wander (Sprichwörter)

    Vergessenheit 1. Vergessenheit hilft vor das Leid. – Simrock, 10852. Die Zeit mildert jedes Uebel, das uns betroffen. 2.…

  5. Spezial
    Vergessenheit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ver|ges|sen|heit f. (-) desmentianza (-zes) f. ▬ in Vergessenheit geraten gní desmentié; tomé tla desmentianza.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vergessenheit

3 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von vergessenheit 2 Analysen

ver- + gessen + -heit

vergessenheit leitet sich vom Lemma gessen ab mit Präfix ver-, mit Suffix -heit.

Alternativen: vergessen+-heit

vergessenheit‑ als Erstglied (1 von 1)

vergessenheit als Zweitglied (2 von 2)

Gottesvergêssenheit

Adelung

gottesvergessen·heit

Die Gottesvergêssenheit , im gemeinen Leben Gottvergessenheit, plur. car. derjenige Zustand des Gemüthes, da man seiner Pflichten gegen Gott…