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venusberg

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

venusberg m.

Bd. 25, Sp. 48
venusberg, m. 11) berg, in dessen innerm Venus sich aufhält. die sage knüpft an alte verhältnisse der germanischen mythologie an, entlehnt jedoch der fremden den namen der göttin. über die mythologische bedeutung des berges s. Grimm myth. 900. 905. 1008. 1230. Uhland schr. 2, 232. die weitverbreitete sage, schon im 14. jh. nachgewiesen Grimm myth. 1230, wurde durch Hermanns v. Sachsenheim mœrin im 15. jahrh. neu belebt. der berg heiszt in den volksliedern nur frau Venusberg, oder entstellt im schweiz. Tannhäuserliede frau Frenenberg oder einfach der berg. Herm. v. Sachsenheim gebraucht auch Venusberg, s. u. der berg wurde verschieden localisiert; am bekanntesten ist die localisierung auf den Hörselberg bei Eisenach, doch auch in Süddeutschland, siehe Uhland schr. 2, 233. vielfach auch nach Italien versetzt: bei Puteolis wöllen wir den guten falernischen wein sauffen ... da müszt ir den gral oder Venusberg besuchen. Fischart Garg. (1590) 432; so ist auch nicht minder dass mit diesen pygmaeis ist der Venusberg in Italia besetzt gewesen, dann Venus selbst ist ein nympha gewesen und der Venusberg ist jhrem reich vergleicht worden. Paracelsus 2, 291c. auch name eines dorfes südlich von Chemnitz. 1@aa) der Venusberg als wohnort der göttin und daher ort des höchsten sinnengenusses, so in den volksliedern; in den allegorisierenden dichtungen Hermanns v. Sachsenheim und besonders des sog. meisters Altswert tritt letzteres zurück: davor do stuont ain man, was graw mit ainem schönen langen bart, als ob es wær der Eckhart, von dem man sagt, in Venusbergk. Herm. v. Sachsenheim mœrin 26; und sprach: rant zuo, min lieber zwerg, wie kæm wir zuo frow Venusberg. 155; in einem meistergesange: in meiner jugent man mir seit, wie dasz im Venusberg wer groszes wunder, mein freches blut zwang mich die zeit, das ich mich rüst und zog dahin besunder, in Venusberg tet ich noch wunder kere. Pfeiffer Germania 28, 44; Danhauser was ain ritter guot, wann er wolt wunder schawen, er wolt in fraw Venusberg, zu andren schönen frawen. Uhland volksl. 2, 761; Danhuser ist iez nimmen hier, Danhuser ist verfaren, Danhuser ist in frau Frenen bärg, wott gottes gnad erwarten. 2, 772; musz alles leben in dem haus. wie in dem Venusberg im saus. G. Mauricius comoed. von Nabal C 3; einfach berg genannt: da ich nun aus dem berge kam. Pfeiffer Germania 28, 45; in der nd. bearbeitung: do he quam all vor den berch. Danhüser gink wedder in den berch. Uhland volksl. 2, 769. noch Moscherosch schlieszt sich bei der schilderung der Venusnarren an die sage vom berge an: ich gung den thurn herab und hienausz den Venusberg hinauf. Philander 134. 1@bb) der Venusberg als zauberberg, in welchem zauberer und hexen leben: du fragest, ob etwas daran sei, wen sie faren in fraw Venuszberck oder die hexen hin und her faren. Keisersberg emeisz (1517) 37; practicieren heimlich und verborgen narromanciam i. e. nigromanciam, als campisirer die kommen ausz dem Venusberg und haben die kunst getauft im Veltliner. Paracelsus 4, 332; da hörete ich, dasz es eine schwäbische nation sein müste, die man zwar (aber vergeblich) vor einfältig schätzet, sagte derowegen, ich sei ein fahrender schüler, der jetzo erst aus dem Venusberg komme, und einen gantzen hauffen wunderliche künste gelernet hätte. Simplic. 2, 83, 25 Kurz; eins tags .. ein fahrender schuler zu ihm eintrat .. der sagt her grosze wunderwerck, wie er kem ausz dem Venusberck, wer ein meister der schwartzen kunst. H. Sachs 2, 4, 63 (9, 271, 15 Keller); vergl. den beleg aus dem 16. jahrh. unter vagierer. lateinische stellen von scholastici vagantes, die im Venusberge waren, bei Uhland schr. 2, 233. 1@cc) Venusberg, fremde, andere welt, weite ferne: die wolgegründete verlegung ist noch nicht am liecht, sondern schlefft vieleicht bei dem alten Danheuser im Venusberge. Luther 5, 279. 22) körpertheil: 'die beim weiblichen geschlecht über der scham liegende erhabnere gegend, mons Veneris. bei einigen findet man die nämliche gegend bei dem männlichen geschlechte mit demselben namen bezeichnet.' Nemnich 3, 597.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    VenusbergDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der Venusberg , — es, Mz. — e . 1) I der Handwahrsagerei, eine gewisse Erhöhung in der flachen Hand; auch Liebesberg . 2…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Venusberg

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Venusberg , in der mittelalterlichen Volkssage Berg, in welchem Frau Venus mit ihrem Buben Amor ihren lüderlichen Hof hi…

  3. Spezial
    Venusberg

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ve|nus|berg m. (-[e]s,-e) ‹anat› (Schamberg) munt de Venus m.

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Zerlegung von venusberg 2 Komponenten

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Cotta, M. (2026). „venusberg". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/venusberg/dwb?formid=V00243
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Cotta, Marcel. „venusberg". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/venusberg/dwb?formid=V00243. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „venusberg". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/venusberg/dwb?formid=V00243.
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