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urstände

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urstände f.

Bd. 24, Sp. 2555
urstände, f. , auferstehung; wie urstand 1-4 zum v. ahd. irstantan gebildet (vgl. g. urrists); ahd. erscheinen auch urstentida, -stendida neben urstant, -stentê, -stende. vgl.auferstand, -ständnis, -stehung. mhd. urstente, -stende. nhd. urstände, sehr oft mit apokope des e urständ neben urstand (s. d. 4) und seltenerem urstätt(e) (ursted Keisersberg narrenschiff 97b; eine fröhliche urstätt E. T. A. Hoffmann 1, 79 Gr.; fröhliche urstätte Rother schles. sprichw. 121b; Holtei 40 jahre 2, 317). urestend H. Sachs 15, 390, 14 G. (ur- A 2). im wesentlichen oberd. wort (Stalder 2, 425; Schmidt elsäss. wb. 386; Fischer 6, 305; Schmeller-Fr. 2, 767; Schöpf 699; Unger-Khull 612b), selten im md. (Askenasy 39; Rother schles. sprichw. 121b), von alterthümelnder literaturspr. weitergetragen. resurrectio urstend, auferstehung, auferstentnus Schöpper (1550) h 5a; Schönsleder (1647) L l l 8a; Aler (1727) 2, 21, 32b; Frisch (1741) 2, 410b als veraltet; Gottsched sprachkunst (1748) 90; bei Adelung unter auferstehung als noch im oberd., bes. in Österreich gänge und gebe verzeichnet; ähnlich Heynatz antibarb. 2, 545. vereinzelt kommen ursteend Keisersberg schiff der penitenz 112a, urstehnd Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch 77, urstuond S. Franck sprichw. (1541) 2, 120b vorr. seltsam ist die vermengung mit ostern: ich halt, ostern sey ein corruptum vocabulum, ein wort, in welchem die buchstaben vorsetzt und verkehret sind, als ostern für urstendt Luther tischreden 272b; ostern id est resurrectio urstend B. Faber (1587) 593b; Zesen, Prätorius unter urstand 4. 11) allgemein-sinnlich 'das aufstehen, hervorkommen, die wiedererneuerung' und dgl.: zît, diu aller vreude urstende gît passional 90, 32 K.; daz diu urstende volbrâht werde 'damit etwas entstehe' mhd. wb. 2, 2, 591b; wer hoch ist, der findt sein fall, wer nider, sein urstend Seb. Franck chronica vorr. a 3a; bleibt sie (die leibesfrucht) aber bisz auf den achten monat, so sehnt sie sich natürlicher weis zur urständ Albertus Magnus von den geheimnissen derer weiber (1678) 150; die natur beginnt alsogleich mit der urständ nach ihrer weise. der todte wirt verwandelt und betheiligt sich am leben in einer neuen form Rosegger III 5, 325. da aber der begriff der u. von anfang an auf die biblische auferstehung eingeengt scheint, wäre übertragung und verallgemeinerung von da aus nicht unmöglich. meist steht auch sonst der biblische begriff oder eine bibelstelle im hintergrund: gimmir urstende aller minir sundon Kraus d. ged. 12, 44 im anschlusz an die vorher erwähnte auferstehung des Lazarus (Joh. 11, 24 ff.); Rusticho mer dann ye in unkeusch enczündet ..., sein Alibech also schöne sechen sten, darumb sich begab die urstende des fleisches (erection) Arigo decamerone 235, 23 K. im witz nach 2 b; sich, diszer ist gesetzt zuo einem fall und zuo einer urstende viler menschen Keisersberg postill 1, 13a; ich werde meine freiheit, diese meine urständ aus dem kerkertode, gewisz so gebrauchen, dasz sich meine freunde des freuen sollen Schubart an pfarrer Weysser 1787 Euphorion 2, 805; wer den kreuzgang im dom mit seinen alten malereien, die unter leitung des ... regens ... T. wieder eine fröhliche urstände erlebt, ... betrachtet Steub drei sommer in Tirol 2, 146. 22) von der biblischen auferstehung. 2@aa) Christi: Notker psalm 63, 10; 23, 1; mhd. wb. 2, 2, 591a; Schmeller-Fr. 2, 767; Fischer 6, 305; Schmidt elsäss. 386; es ist ouch gewesen Centona, die usz den bchern Virgily Maronis so vil versz zu unsers herren Jhesu Christi lyden und urstende hǎt gezogen N. v. Wyle transl. 330, 13 K.; nach seiner urstend sprach er zu den frauwen Keisersberg pred. 93a; Luther 10, 2, 456 W.; der ewigen wiszheit betb. (1518) 96b; H. Sachs 1, 316, 1 K.; Stumpf Schweizerchron. 341a; doch wer zu Jesus schimpf hier wacht um grab und stein, musz zu der juden hohn der urständ zeuge seyn A. Gryphius ged. 392, 330 P.; Spee tugendb. 107; nach der urständ Christi Abr. a s. Clara Judas 1, 63; in sehnsüchtigem hinblick auf dessen (Christi) urstände Aurbacher volksbüchlein 2, 3; am wenigsten sicher der urständ ist Thomas Rosegger II 2, 377. attribute: in angesicht seiner frölichen urstendt manuale curatorum (1516) 60b; die fröliche urstendt Christi H. Sachs 18, 47, 15 G.; gewaltige, löbliche, heilige, wahre, klare, scheinbarliche, glorreiche u. s. w. u. H. Sachs 18, 75 G.; hüpsch argument ains curtisanen (o. o. und j.) f b; Thieb. Gart Joseph (1540) ca; Frisius 969b; Franciscus Suares (1573) 347; Abr. a s. Clara etwas f. alle 2, 146. das bild, das den erstandenen heiland mit dem siegesfähnlein darstellt: charsamstag abend wird die urstend ausgestellt Schmeller-Fr. 2, 767. zusammensetzungen: urständabend Keszler sabbata 53, -fahne Unger-Khull 612b, -feier Rosegger III 1, 33, -fest Keszler 47, -morgen 53, -nacht ebda, -tag J. v. Watt 2, 408. 2@bb) u. des fleisches: des fleisches urstente Müllenhoff-Scherer denkm. 31, 20, 9; do sy hortend, das der herr prediget von der urstende des fleisches Keisersberg postill 3, 88a; B. v. Chiemsee 14 R.; was ist denn des fleisch urestend? H. Sachs 1, 75, 26 K.; vgl.urstende des leibs Keisersberg brosamlin 2, 23d. 2@cc) u. der menschen, toten: die da guote werk gethan haben, die geen in die urstend des lebens, die aber ubels gethan haben, in die urstend des gerichts erste d. bibel 1, 353 var.; die saducei halten und sprechen, es sei kein urstende der todten Keisersberg sünden d. munds 47a; in der urstende der gerechtigkeit predigen 2, 28b; seelen ..., wartende der urstend der ewigen verdambnus offenbarungen der h. Birgitte (1502) 1, 59; in der urstendt am jüngsten tag H. Sachs 11, 248, 1 K. - G.; 18, 527 G.; ostern, in der sy die gedechtnus und urstend ir verstorbnen begehn S. Franck weltb. 117b; moriae enc. 101; allein die urstend von den todten will mir in glauben nit gerothen B. Waldis Esopus 2, 112 K.; Eyering prov. 1, 142; wie er (d. pastor) ... von der urständ sprach Rosegger III 7, 299. attribute (vgl.a): heilige, gemeine, selige, ewige, glückliche, frohe u. heiligenleben (1472) 111a; H. Sachs 6, 207, 10 K.; Schubart leben 1, 8; Weber Dreizehnlinden138 355; gott gebe euch selige urständ! C. F. Meyer versuchung 192; W. Alexis Woldemar 3, 29; Auerbach 2, 188; Z. Werner Luther 118; besonders fröhliche u.: ein frOelich, ungezweyflete urstend verhoffend Frisius 238a; o verleih auch uns eine fröhliche urständ! Schubart ged. 1, 260; briefe 2, 139 Str.; Veit Weber holzschnitte (1739) 363; Waiblinger 2, 61 Frey; da war graf A., gott verleih ihm eine fröhliche urstend! ganz ein andrer mann Kotzebue 11, 203; ich schwöre es, so mir gott eine fröhliche urständ gebe Hauff (1890) 1, 227; E. T. A. Hoffmann 6, 106 Gr.; gott geb ihm eine fröhliche urständ Steub wanderungen im bayr. gebirge 64; da meinte aber die schelmische magd, dasz die eier zwischen solchen polstern unversehrt hätten liegen können, bis zu unserer fröhlichen urständ E. T. A. Hoffmann 14, 192 Gr.; wir ... tranken ... tapfer auf seine fröhliche urständ Storm 6, 240. 2@dd) als begriff des geistig-religiösen lebens, das ewige leben und die wiedergeburt, bekehrung: ich bin die urstende und das leben Mone schauspiele des ma. 2, 235, 1275; Joh. 11, 25; Keisersberg postill. passion a 3a; ich bin die urstend und bin der, des urstend würt sein ein ursach der urstend postill 2, 94a; nun sol unser eer und rmen sein in dem kreutz unsers herren Jesu Christi, in dem ist unszer ... leben und urstende A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) a 8a; dem gleubigen geyst ist Christus zur urstuond und leben gesatzt Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 120b; mystische wiedergeburt, bekehrung: hat der mensch neiswie nút me ze tnne, ja in wúrkender wise, als er hatte vor siner urstendi H. Seuse d. schr. 348, 26 B.; es ist ein arm ding und nit ein zeichen einer warhaftigen urstend, da ein mensch das schweisztuch entschuldigung der sünden nit hinder im will lassen Keisersberg seelenparadies 92b. —
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    urständef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    urstände , f. , auferstehung; wie urstand 1-4 zum v. ahd. irstantan gebildet ( vgl. g. urrists); ahd. erscheinen auch ur…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urstaende

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Ableitung von urstaende 2 Analysen

ur- + staende

urstaende leitet sich vom Lemma staende ab mit Präfix ur-.

Alternativen: urstaend+-e

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