ursprache,
f. , sprache 7 (
vgl. bes. 7 k)
mit ur- C 4 c.
die ahd. bildungen ursprachi
conclamatus und urspracha
eloquentia (Graff 6, 383)
sind schon mhd. verschollen. Frisch (1741) 2, 411
b nennt u.
ein neuerdichtetes wort. es scheint zuerst bei Kramer 2 (1702) 879
c; 1221
c verzeichnet: ursprache
lingua originale, fontale 1221
c; grundsprach, haubtsprach, ursprach
lingua originale, radicale 879
c.
vgl.erz- (Schottel
haubtspr. 33), grund-, haupt-, wurzelsprache.
nl. oorspraak (oortal
nl. wb. 11, 57)
und schwed. ursprk
sind aus dem d. entlehnt. 11)
als sprachliches verständigungsmittel der ersten menschen oder der götter vorgestellt: '
einige schriftsteller wollen eine u.
von Adam herleiten ...; eine allgemeine u.,
von der die ausgestorbenen und noch lebenden sprachen als zweige und äste eines hauptstammes zu betrachten wären, leugnen mehrere schriftsteller' Krünitz 202, 362
f.; die u. der menschen ... ward mutter ... aller ... schrift und sprache Herder 6, 303
S.; die zungen wurden getheilt ..., die sprachen verwirrt, die völker zerstreuet. ihnen (
den Hebräern) aber blieb, so glaubten sie, die wurzel- und u. 19, 28
S.; nur in der ersten u. der menschen konnte vollkommene reinigkeit stattfinden Kinderling
reinigkeit d. d. spr. (1795) 3; Kürnberger
siegelringe 275; die annahme einer u. ist ein problem der philosophie Gutzkow (1872
ff.) 12, 126; die sehnsucht ..., zu einer einheit vorzudringen, wurde ... durch die romantischen und vorromantischen träume von einem urvolk, einer urreligion, einer u. ... genährt Scherer
kl. schr. 1, 9. 22)
auf dem wege der philosophischen grammatik gelangte Fr. Schmitthenner
zu einer ursprachlehre (1826): u. nennen wir die idee der sprache 18; der begriff der u. ist correlat des begriffes der menschheit 19; u. ist die allgemeine, die in jeder besondern zur erscheinung kommt 20; die ursprachlehre ist die wissenschaft der u. als idee der sprache 29. 33) u.
in anwendung auf concrete historische sprachen. 3@aa)
eine ursprüngliche spr., welche aus keiner andern abgeleitet ist Campe,
als bezeichnung der deutschen spr. zu anfang des 19.
jhs. beliebt: die Italiener, Engländer und Franzosen, die ihre mundart aus andern sprachen herbildeten, haben nicht die hälfte zeit gebraucht, ihr idiom zu vervollkommnen, als solche nationen, die eine u. besitzen, worunter die deutsche gehört Platen
tagebücher 1, 92; der wiederlaut ist ja auch mit unserer u. geboren Fr. L. Jahn
turnkunst (1816) xxxviii.
vgl. grundsprache 2. 3@bb)
grundsprache, älteste erreichbare form einer spr., urthümlich-eigene spr., spr. der urzeit: ... obwohl nicht zu leugnen ist, dasz das niedere oder platte deutsch die rechte u. ist, die uns zu erkennen giebt, wie unsere sprache vor alten zeiten beschaffen gewesen Gottsched
das neueste 1, 185;
zu grunde liegende spr. Adelung
lehrgebäude 2, 677; miszdeutungen, wie die seyn würde, dasz ... das chinesische die u. des menschengeschlechts seyn müszte Schelling I 2, 136; Teuts u. Platen 1, 209
H.; der kenntnis von der u. Spaniens verdankte Hannibal seine siege Fr. L. Jahn 1, 332
E.; es erscheint aber am bezeichnendsten ..., dasz mehr als 30 indianische ursprachen auf der oberfläche der jetzigen republik Mexikos verteilt sind Ratzel
völkerk. 3, 685; das leben ... verhält sich zum dichter, wie ein unübersehbar weitläufiges hieroglyphenbuch von einer unbekannten, lange untergegangenen u. zum leser Eichendorff 2, 28; die indogermanische u. Hoops
waldbäume 348;
man zieht grundsprache
hier vor Brockhaus 17
15, 734
a.
zs. ursprachenstamm Vogt
köhlerglaube u. wissenschaft 56; ursprachstamm Rosegger
nixnutzig volk 303; ursprachwelt Sallet 5, 540. 3@cc)
im gs. zur übersetzung, bearbeitung u. dgl., vgl. grundsprache 1: man erinnere sich aber nur jederzeit, dasz eine übersetzung eine übersetzung ist, und hüte sich, davon auf das genie der u. zu schlieszen
M. Mendelssohn 3, 397;
ein buch in der u. lesen Herder 7, 521
S.; 23, 238
S.; für ihn ist selbst die macphersonsche probe der u. ganz vergebens abgedruckt gewesen 5, 168; 322; 431
S.; Friedrich der grosze ... las seinen Cicero in der französichen übersetzung ebenso gut als wir andern in der u. Göthe
gespr. 5, 124
B.; 40, 386
W.; 7, 188
W.; Heinse 4, 39
Sch.; Dahlmann
franz. revolution 28. 44)
wie sprache 9
in erweitertem sinne: die alte theologie ist durchaus poesie ... und die erste philosophie, es ist die u. der götter Bode
Montaigne 6, 53; die innere sprache der seherin von Prevorst ..., die u. der menschheit Immermann 2, 131
B. —