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ursprache

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ursprache f.

Bd. 24, Sp. 2535
ursprache, f. , sprache 7 (vgl. bes. 7 k) mit ur- C 4 c. die ahd. bildungen ursprachi conclamatus und urspracha eloquentia (Graff 6, 383) sind schon mhd. verschollen. Frisch (1741) 2, 411b nennt u. ein neuerdichtetes wort. es scheint zuerst bei Kramer 2 (1702) 879c; 1221c verzeichnet: ursprache lingua originale, fontale 1221c; grundsprach, haubtsprach, ursprach lingua originale, radicale 879c. vgl.erz- (Schottel haubtspr. 33), grund-, haupt-, wurzelsprache. nl. oorspraak (oortal nl. wb. 11, 57) und schwed. ursprk sind aus dem d. entlehnt. 11) als sprachliches verständigungsmittel der ersten menschen oder der götter vorgestellt: 'einige schriftsteller wollen eine u. von Adam herleiten ...; eine allgemeine u., von der die ausgestorbenen und noch lebenden sprachen als zweige und äste eines hauptstammes zu betrachten wären, leugnen mehrere schriftsteller' Krünitz 202, 362 f.; die u. der menschen ... ward mutter ... aller ... schrift und sprache Herder 6, 303 S.; die zungen wurden getheilt ..., die sprachen verwirrt, die völker zerstreuet. ihnen (den Hebräern) aber blieb, so glaubten sie, die wurzel- und u. 19, 28 S.; nur in der ersten u. der menschen konnte vollkommene reinigkeit stattfinden Kinderling reinigkeit d. d. spr. (1795) 3; Kürnberger siegelringe 275; die annahme einer u. ist ein problem der philosophie Gutzkow (1872 ff.) 12, 126; die sehnsucht ..., zu einer einheit vorzudringen, wurde ... durch die romantischen und vorromantischen träume von einem urvolk, einer urreligion, einer u. ... genährt Scherer kl. schr. 1, 9. 22) auf dem wege der philosophischen grammatik gelangte Fr. Schmitthenner zu einer ursprachlehre (1826): u. nennen wir die idee der sprache 18; der begriff der u. ist correlat des begriffes der menschheit 19; u. ist die allgemeine, die in jeder besondern zur erscheinung kommt 20; die ursprachlehre ist die wissenschaft der u. als idee der sprache 29. 33) u. in anwendung auf concrete historische sprachen. 3@aa) eine ursprüngliche spr., welche aus keiner andern abgeleitet ist Campe, als bezeichnung der deutschen spr. zu anfang des 19. jhs. beliebt: die Italiener, Engländer und Franzosen, die ihre mundart aus andern sprachen herbildeten, haben nicht die hälfte zeit gebraucht, ihr idiom zu vervollkommnen, als solche nationen, die eine u. besitzen, worunter die deutsche gehört Platen tagebücher 1, 92; der wiederlaut ist ja auch mit unserer u. geboren Fr. L. Jahn turnkunst (1816) xxxviii. vgl. grundsprache 2. 3@bb) grundsprache, älteste erreichbare form einer spr., urthümlich-eigene spr., spr. der urzeit: ... obwohl nicht zu leugnen ist, dasz das niedere oder platte deutsch die rechte u. ist, die uns zu erkennen giebt, wie unsere sprache vor alten zeiten beschaffen gewesen Gottsched das neueste 1, 185; zu grunde liegende spr. Adelung lehrgebäude 2, 677; miszdeutungen, wie die seyn würde, dasz ... das chinesische die u. des menschengeschlechts seyn müszte Schelling I 2, 136; Teuts u. Platen 1, 209 H.; der kenntnis von der u. Spaniens verdankte Hannibal seine siege Fr. L. Jahn 1, 332 E.; es erscheint aber am bezeichnendsten ..., dasz mehr als 30 indianische ursprachen auf der oberfläche der jetzigen republik Mexikos verteilt sind Ratzel völkerk. 3, 685; das leben ... verhält sich zum dichter, wie ein unübersehbar weitläufiges hieroglyphenbuch von einer unbekannten, lange untergegangenen u. zum leser Eichendorff 2, 28; die indogermanische u. Hoops waldbäume 348; man zieht grundsprache hier vor Brockhaus 1715, 734a. zs. ursprachenstamm Vogt köhlerglaube u. wissenschaft 56; ursprachstamm Rosegger nixnutzig volk 303; ursprachwelt Sallet 5, 540. 3@cc) im gs. zur übersetzung, bearbeitung u. dgl., vgl. grundsprache 1: man erinnere sich aber nur jederzeit, dasz eine übersetzung eine übersetzung ist, und hüte sich, davon auf das genie der u. zu schlieszen M. Mendelssohn 3, 397; ein buch in der u. lesen Herder 7, 521 S.; 23, 238 S.; für ihn ist selbst die macphersonsche probe der u. ganz vergebens abgedruckt gewesen 5, 168; 322; 431 S.; Friedrich der grosze ... las seinen Cicero in der französichen übersetzung ebenso gut als wir andern in der u. Göthe gespr. 5, 124 B.; 40, 386 W.; 7, 188 W.; Heinse 4, 39 Sch.; Dahlmann franz. revolution 28. 44) wie sprache 9 in erweitertem sinne: die alte theologie ist durchaus poesie ... und die erste philosophie, es ist die u. der götter Bode Montaigne 6, 53; die innere sprache der seherin von Prevorst ..., die u. der menschheit Immermann 2, 131 B.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    UrspracheDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Ursprache , Mz. — n , eine ursprüngliche Sprache, welche aus keiner andern abgeleitet ist. M. Kramer Unsere herrlich…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ursprache

    Goethe-Wörterbuch

    Ursprache [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    Ursprache, indogermanischef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Ursprache , f , indogermanische язык , м , праиндоевропейский → FiloSlov Grundsprache, indogermanische, f

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Wortbildung

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Ableitung von ursprache 2 Analysen

ur- + sprache

ursprache leitet sich vom Lemma sprache ab mit Präfix ur-.

Alternativen: ur-+sprach+-e

Keine Komposita gefunden — ursprache kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „ursprache". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ursprache/dwb?formid=U14660
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Cotta, Marcel. „ursprache". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ursprache/dwb?formid=U14660. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ursprache". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ursprache/dwb?formid=U14660.
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