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urkraft

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urkraft f.

Bd. 24, Sp. 2452
urkraft, f. , kraft mit ur- C 4 c, bildung des 18. jhs., seit Brockes belegt; 'die erste ursprüngliche kraft eines dinges' Adelung. nl. oorkracht germanismus (nl. wb. 11, 56). über das ausweichen der bedd. s. kraft II 11. vgl. grundkraft. 11) kraft II 1 entsprechend, von physischer kraft, oft ins geistig-seelische übergehend (kraft II 2): milde, schonung und nachsicht lag schon in der u. unserer väter Pestalozzi 6, 101; Alpensöhne in echter urkraft, schlichter schöne A. Grün 4, 194; Rosegger sündergl. 239; Mercur ... zerprügelt ihn wiederholt mit göttlicher u. Treitschke hist. und polit. aufs. 1, 91; kriegerische u. v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 282. personifiziert: Phtas und die Neith, d. i. die männliche und weibliche u. Creuzer symb. 1, 311; Immermann 20, 79 B. von thieren: im felsenneste fühlt sich der adler schon voll seiner urkraft! grafen Stolberg 1, 12. von zeugungskraft: entsprechend seiner ... u. hatte unser bock ... eine zahlreiche nachkommenschaft erzeugt Brehm thierl. 3, 184 P.-L.; welschen ist fälschen, entmannen der u. Fr. L. Jahn 2, 11 E. 22) wie bei kraft II 2 drängt das geistig-seelische vor: der löwe gottes ..., daher ist er das bild der u. Jung-Stilling 3, 107 Gr. 33) von geistes-, gemüts-, seelenkraft (kraft II 3): und wenn sich nun doch ein genie durcharbeitet, so ist es gewisz in seiner u. um desto gröszer und bewunderungswürdiger Lose schattenrisse 3, 30; das neue, erste, ganz verschiedene zeigt die u. seines (Shakespeares) berufs Herder 5, 218 S.; Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 32; D. Fr. Strausz Schubarts leben in s. br. 1, 30; O. Ludwig 4, 3; seine (meines geistes) u. ist noch ungeschwächt Bürger br. 3, 92 Str.; die entschlummerte u. unseres geistes Hippel kreuz- u. querzüge 1, 466; Ayrenhoff 5, 77; der wille ist die dunkelste, einfachste, zeitloseste u. der seele, der geistige abgrund der natur Jean Paul 44, 31 H.; J. H. Vosz s. ged. 4, 144; 5, 73; die u. der menschheit F. Schlegel 5, 168, des denkens Pestalozzi 13, 99; urkräfte des menschen W. v. Humboldt ges. schr. 4, 249; dämonische, geniale, strotzende u. Gutzkow (1872 ff.) 9, 339; Scherer kl. schr. 1, 118; W. Kirchbach bei Arent-Conradi-Henckell dichterchar. 266; dort hat auch der geist bewahret seine krone, seinen scepter, seine urkraft frisch und hell Uhland ged. 2, 318 Schm. auch von erzeugnissen dieser kraft: die u. der teutschen sprache Kretschmann 1, 33; einen gedanken in seiner u. Bettine dies buch geh. d. könig 1, 127; die u. des volksliedes Auerbach 10, 106. an original streifend: wenn sie (die Grasmannschen stücke) schon nicht leben und weben eigner u., nicht originalschöpfungen sind, so haben sie doch einen ... vorsprung Trierweiler tageb. der Mannheimer schaubühne (1787) 234; von diesen sind die sprüche der propheten eigentlich nicht anders als wie das schwächere vom stärkern, das spätere, oft nachgeahmte von der alten u. verschieden Herder 12, 19 S. 44) ursprüngliche keimkraft, von naturkräften und philosophischen begriffen (kraft II 4): geliebte blum, er (Heidenreich) fand dein fremdes wesen schön und wehrt, dasz dein geschlechte von andern völkern auch gesehen werden mögte. drum nahm er, da es nicht dein zartes wesen litt, dich selbst in deinem flor mit sich zu nehmen, die urkraft in dem saamen mit Brockes 5 (1736) 97; langsam des keims urkraft entfaltend, stieg sie (die Bragoreiche) empor J. H. Vosz s. ged. 3, 12; auch mit ausgang der Karolingerzeit war die u. des waldes noch längst nicht gebrochen hwb. d. staatswiss. 42, 628; unseres seins urkraft, sie unauflösbar dem tode Klopstock Messias 7, 214; in des kommenden mittlers gebehrde war, in dem antlitz des überwinders, mit göttlicher ruhe überstrahlt, urkräfte begannen durch sie! war allmacht Messias 16, 593; schaffende, geheimniszvolle u. Herder 13, 397 S.; Göthe II 4, 150 W.; u. der natur Schiller Thalia 10, 17, des all J. G. Forster 9, 334, des meeres Göthe gespräche 6, 290 B.; diese urkräfte des weltalls J. G. Forster 3, 139; u. der erde E. Th. A. Hoffmann 1, 251 Gr., aller dinge Fr. L. Jahn 1, 164 E.; urkeime und urkräfte des lebens E. M. Arndt (1845 ff.) 2, 253. bes. philosophisch ('u. ein von einigen neuern eingeführtes wort' Krünitz 202, 185): die wahre ur- und grundkraft alles körperlichen ist das anziehende wesen, was ihm gestalt gibt Schelling I 8, 243; Fichte 4, 111; Novalis 3, 183 M.; aber stets werden (unerklärte) urkräfte übrig bleiben Schopenhauer 1, 180 Gr.; Hegel 6, 273; Windelband gesch. d. n. phil. 24, 249. grundkräfte oder urkräfte th. 4, 1, 6, 834. persönlich: alle u. der erde wird ihre faust ballen auf den sammetbänken unserer parlamente (vgl. 1) G. Freytag 15, 3. 55) von gott und göttlichen eigenschaften (kraft II 5): dasz dich der liebt, der diese himmel ins leben gehauchet, dem sich diese sonnen, von seiner urkraft gezogen, zitternd nähern Wieland I 2, 8 ak. ausg.; wer sagt uns, dasz wir selbst und die welt ... etwas mehr sind als gedanken gottes und modificationen seiner u.? M. Mendelssohn 2, 352; die drey urkräfte in gott allg. d. bibl. 62, 41; gott die u. aller kräfte Herder 16, 453 S.; ihre (der Ägypter) götter waren ... urkräfte der welt 6, 342 S.; das absolute die u. des universums Schelling I 6, 227; Holtei erz. schr. 24, 166. 66) wie kraft II 9 von mechanisch physikalischen kräften: obwohl die adhäsions- und cohäsionskraft mit der schwerkraft grosze ähnlichkeit zeigen und nur eine u. ihren wirkungen zum grunde liegen mag, ... so dürfen wir sie doch nicht als gleichbedeutend nehmen Sprengel chemie f. landwirthe 1, 27. im bilde: von des gesetzes urkraft gezogen, schweb ich schnell durch der welten raum Körner 2, 259 H. 77) kraft II 11 entsprechend, von hervorbringender kraft, wirkung: die neigung zum vergnügen, diese u. eines nützlichen fleiszes Sturz 2, 113; mit der leisen bewegung der urkraft, wie in dem himmel sie gott anschuf, berührte des engels wehen, indem er sich wandte, den todten Klopstock Messias 16, 448; die ersten grundgesetze der sittlichkeit, die jetzt von unsern moralisten und dichtern dergestalt von grund aus durchwässert sind, dasz man ihre göttliche u. kaum noch zu schmecken vermag ..., soll die bardendichtung wiederherstellen Kretschmann 1, 11. —
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urkraft

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Urkraft , plur. die -kräfte, die erste ursprüngliche Kraft eines Dinges. Die Urkraft Gottes, so fern sie der Ursprun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urkraft

    Goethe-Wörterbuch

    Urkraft [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    Urkraft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ur|kraft f. (-, ...kräfte) forza primitiva f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urkraft

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Ableitung von urkraft

ur- + kraft

urkraft leitet sich vom Lemma kraft ab mit Präfix ur-.

Zerlegung von urkraft 2 Komponenten

urk+raft

urkraft setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

urkraft als Zweitglied (1 von 1)

naturkraft

DWB

natur·kraft

naturkraft , f. 1 1) die der natur, den elementen oder einem naturkörper innewohnende und darin ausgeübte kraft, gewalt: die mächtigste natu…

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Cotta, M. (2026). „urkraft". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/urkraft/dwb?formid=U14256
MLA
Cotta, Marcel. „urkraft". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/urkraft/dwb?formid=U14256. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „urkraft". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/urkraft/dwb?formid=U14256.
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