upgân (selten:) uf-, °upgên (Holst. Vierst. 494), (selten:) uppegân, v.
an. (Prä
s.: Ind. 3. Sg. upgât, -geit, Pl. upgât, gât up,
Konj. 3. Sg. upgâ(e); Prät.: Ind. 3. Sg. upginc, -genc, ginc up,
Konj. 3. Sg. upginge, -genge, ginge up, Pl. upgingen, -gengen, gingen up;
Part. Prät. upgegân, uppegân, upgegangen): I. intrans. — 1. nach oben gehen, hinaufsteigen, „Vpghan supraire sursum ire” (Voc. Strals. ed. Damme 467), „oriri vpgan” (De Man 229), „upgan oriri ascendere” (SL: Hamb. dt.-
lat. Gl.), „Vnde andere vele de to samende hadden up ge gan to iherusalem Post passionem” (Buxteh. Ev. Marc. 15, 41); — sich nach oben bewegen, „de spille daran de windelstein vpgeit” (Chytr. 398), „An deme sode weren twe emmere, wen de eine up gingh, so gingh de ander dale” (Derendorf 461); — aufsteigen, „Van dessem tempel sach Salomon enen rok vp ghan” (Lud. v. Sudh. 144), (übertr.:) „Anno 1537 ... ginch up vor einen sittenden bormester de vader Hans Wildefuir” (J. Brandis 35); — (Gestirne:) aufgehen, „Gerichtes solen warden alle di dingplichtich sint van des dat die sunne upgat wente to middage” (Ssp. 1, III 61 § 4), „so wert he dar-vmme benedyet, dat desse vro-morghen-stern is vpghe-ghan” (Mante Geb. 35), (bildl.:) „hent dat de sunne der gherechticheit up ghenc” (Veghe ? Wyng. 7), einen guten Einfall haben, „Grave Johan van Oldenborch ginck ock geen geringe steerne up” (Beninga ed. Hahn 1, 470); — (christl.:) (in den Himmel) auffahren, „dat ick des derden daghes schal vp gaen in den tempel des heren” (Köln. Bibel [Ku] IV Kö
n. 20, 8; Halberst.: „vp stygen”). — 2. flussaufwärts fahren, „de upgande und nedderganden schepe” (Renner ed. Klink 1, 243); — flussaufwärts befördert werden, „dat men ... tollen neme to Eyslinghe [jetzt Zollenspieker], sunderliken ... vor spise, dese van Hamborch up gheyt to Luneborch” (Ub. Hamburg 4, 169). — 3. sich hinauf erstrecken, „by dem dyke, de dar up gheit van der brugge by der Stenborch wante to der Crempen” (Schl.-H.-L. Reg. u. Uk. 6, 866). — 4. (Saat:) aufgehen, gedeihen, „Als dat [lynsaet] up gaet overmits cracht der sunnen, so moestu weyden” (Veghe ? Lect. 65), „denn desülue [Garden gewäss / als Koel / Bonen] van külde wegen in Isslandt nicht wassen / noch vortkamen effte vpgahn könen” (Fabricius Island 20); — aufquellen, „vnd nemen sepen in den munt dat önen de schum ein fust grot vp gat” (Kluge Rotwelsch 64). — 5. (Wasser:) hochsteigen, „een water gynck vp van der erden. vuchtende alle den plaen der erden” (Köln. Bibel [Ku] Gen. 2, 6; Köln. [Ke]: „gink”; Lüb., Halberst.: „stech vp”); — mit dem Flutstrom auflaufen, „Simon Eggerts veer last weten vorkofft, und im ersten upgheenden water densul-
[]ven to Empden to leveren vorwilligt” (Holst. Vierst. 494). — 6. in Flammen aufgehen, „Wo dat [Rusakes huse] och upgegan were, hedden dei gantzen hoken upgebrent” (J. Brandis 34); — explodieren, „up den avent, ginck de pulver mole up by dem Bruggedore” (Renner ed. Klink 2, 148). — 7. (Tag:) anbrechen, „hent dat de duyster nacht vergae unde de claer dach upgae” (Veghe ? Wyng. 11); — aufscheinen, „Wan dar vpgheyt dat nye morghen-rot” (Mante Geb. 33). — 8. (auf dem Rathaus) zusammentreten, „de rad ... byddet darumme, dat gy dat [eine Bitte] bestaen laten wente de rad wedder upgheyt” (Livl. Ub. I 7, 455). — 9. sich öffnen, „twe par doren de gynghen van bynnen vp” (Lüb. Hist. 86), „Des sal hey wat don in dat ouge; id moyt seker uff gaen” (Stockh. Arzneib. 91), (bildl. als Ausdruck der Freude:) „Deme kornekoper syn herte upgheyt, So wan de hagel dat korne sleyt” (Narrenschyp 181); — aufblühen, „In der meye tijt ... als de bloemen up gaet” (Veghe ? Lect. 125), „eine vpgeghan rose” (Bugenhagen-Bibel 2 Par. 4, 5); — aufbrechen (vom Eis bei steigender Temperatur), „als dan dat iis upginck und lois wart, do sanck id [dat schip] hiir yn den grunt” (Hans. Ub. 10, 323). — 10. zum Vorschein kommen, sich zeigen, „Sede hasenbregen an watere vnde smere dar de kyndertene mede vnde dat gagel, wan se den kynderen scholen vpghan” (Goth. Arzneib. 90), (übertr.:) „wo klaerer de warheit vnde gerechticheit vpgaen” (Münst. Täufer 1, 356); — wahr werden, sich erfüllen, „so syn [Gottes] wort ys vpgegaen” (
ebd. 278), „wat ere bedrif was, dat wolde nycht upgan” (Chr.
d. d. St. 31, 136). — 11. (Kosten:) entstehen, „welkerleye cost oder scade dar vpghinge, de scal vnse here draghen” (Meckl. Ub. 6, 629); — an Kosten anfallen, „Dar hestu Geld, vmb Behr tho halen; Watr süß vpgeyth, wilk ock betalen” (Schausp. 75). — 12. (mathem.:) aufgehen, ohne Rest bleiben, „nim ydt van der gantzen tall / vnd wen wat auerblifft / dat nicht gantz vpgeit / sette darbauen” (Dörinck Arithmetica B 6
v), „worin de eine tall vpgeit / darmit moͤth de ander ock vpghan” (
ebd. C 6
r). — II. trans. auffinden, „Vpghan soken vinden eundo, reperire” (Voc. Strals. ed. Damme 467), „erer sustere, nalaeth vnde erue, wor vnde by weme he de vpgaen vnde vthsporen kone ... to entfangende” (Finn. Ub. 6, 168). Subst. upgânt,
n. (flekt. -d-): Sonnenaufgang, „orient, dat is jegen der sunnen upghand” (Mandeville 42); — Tagesanbruch, „[schullen de prediger] alle dage in upgande des dages ... eyne misse schullen singen” (Ub. Hameln 2, 113).