unwegsam,
adj. adv.,
gs. zu wegsam 2.
ahd. unwegasam,
mhd. unwegesam,
mnl. onwechsam,
nl. onweegzaam,
dän. uveisom. a)
eigentlich. α)
von weg, strasze, pfad, bahn, spur u. dgl.: in dem wústen land und in dem unwegsamen weg
erste d. bibel 7, 329, 21
var. K.; spur, der unwegsamste der pfade, fahrstrasze, zwischenraum, bahn Triller
poet. betrachtungen 4, 229; K. Fr. Cramer
Neseggab 1, 101; Göthe 33, 132
W.; IV 27, 123
W.; Schiller 6, 392
G.; von ort und örtlichkeit: unwegsame ort 2.
Makk. 13, 18; gepürg, felsen, wäldt und wildnusse, gelegenheit, sümpfe, gipfel, gebüsch, chaos, gegend, bergpässe, urwald
u. s. f. Hutten 1, 384
B.; Münster
cosmographey 410; Fronsperger
kriegsb. 1, 67
a; Stumpf
Schweizerchron. 411
a; Micrälius
Pommerland 6, 393; Abbt 6, 1, 23; Göthe 38, 86
W.; Schiller 2, 11
G.; Niebuhr
röm. gesch. 2, 95; A. v. Humboldt
kosmos 2, 22; Wimmer
gesch. d. d. bodens 5.
seltener von furt, bach, flusz: Rätel
Curäi chron. 258;
maximen u. reflex. schr. d. Götheges. 21, 159; K. E. v. Bär
reden u. aufs. 2, 143.
veraltet von zeit, jahreszeit, reise: acta publ. 2, 74
P.; 1, 265
P.; Triller
betrachtungen 2, 472.
prädicativ: das endt (
des weges) ist überrauch, u. Steinhöwel
Äsop 65
Ö.; H. Sachs 13, 361, 26
G.; der wald ward immer dicker und unwegsamer Miller
Siegwart 3, 842; W. fand die straszen zu eng und u. Fr. L. Jahn 2, 384
E.; dieser lustgarten ist doch etwas u. W. H. Riehl
gesch. a. alter zeit 1, 333; lastwagen ... machten die enge hafenstrasze ... völlig u. Gutzkow (1872
ff.) 4, 70; so u. ... schienen sumpf, flusz und moor T. Kröger
wohnung des glücks 53.
β)
mit näheren bestimmungen: ein ferre und dem kriegsvolk unwegsame reisz Xylander
Polybius (1574) 157; die ort, die den rossen u. weren
Plutarch (1580) 289
a; Fouqué
alts. bildersaal 4, 372; Rückert 2, 400; für esel u. Stolberg 8, 40; vor gepäck u. Raupach
dram. w. ernster gattung 7, 8; von wälden u. Stumpf
Schweizerchron. 55
b; die stube war u. ... durch herrenlose dinge G. Freytag 1, 116; 10, 145; Schneekuppe, sehr u. zu besteigen
allg. d. bibl. 112, 328.
γ)
substantiviert: schenkung einer hueb mit ... wegsamem und unwegsamem Aventin 1, 58, 34
L.; 1, 57, 34
L.; veraltet. durchs unwegsame J. A. Schlegel 2, 365; Göthe 25, 183
W.; in das unwegsame gerathen W. Raabe
Horacker 86.
δ)
als t. t. der botanik für impervius Bischoff
wb. d. beschr. bot. 99; Röhling-Mertens-Koch 1, 193.
von gefäszen des menschlichen körpers Sömmerring
bau des m. körpers 5, 146; 6, 843; 8, 1, 248.
ε)
Hiob 28, 4
übersetzen bibeln invios durch die unwegsamen
erste d. bibel 7, 203, 23
var. K. ζ)
adv.; ohne den weg zu kennen (
veraltet): da er die zwen unwegsam sahe von dannen laufen in der gahe in der selbigen finstern nacht, het der helm einen schein gemacht Murner
Äneis (1543) 220
b; Ch. Schmidt
els. wb. 384
a; als ich heut reyt unwegsam spat im wald, hört weynen ich ein kind H. Sachs 8, 34, 25
K. sonst mit dem prädicativen adj. zusammenfallend: die Vendée, die bis auf die neueste zeit u. dagelegen hatte H. Laube 5, 6.
b)
übertragen: der tugend (jugend) ist nichts zu unwegsam (
Ovid metam. 14, 113) Fr. Wilhelm
sprichw. reg. B
y α 130; Lehmann
florileg. (1662) 3, 352; für die tugend ist kein weg u. Iselin
verm. schr. 2, 40; da were mir nichts geholfen, ob man mir schon zeigt, wo ich hin müste, so es doch alles u. were Dannhauer
catechismusmilch 4, 70; sondern es befind sich noch ein ander geklötze, welches den rechten kunstweg der teutschen sprache gleichsam u. und ungangbar machen ... wil Schottel
haubtspr. 144; wer gott zum führer hat ..., der kann den unwegsamen weg auch mit verbundnen augen finden Stoppe
Parnasz 326; spornt den himmlischen geist auf einer unwegsamen laufbahn Dusch
verm. w. 438; so findet er nicht mehr die unwegsamen tonöden R. Wagner 4, 160.
am weitesten in der übertragung geht Pegius
geburtsstundenb. (1570)
vorr. 3
b,
wenn er von unwegsamen, fürgebnen mitteln
redet. —