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untuch

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MNWB
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2 in 2 Wb.
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

untuch f.

Bd. 3-2, Sp. 707
untuch(t) °untuch, f., (auch:) m.? (Gen. Sg. -es): 1. Unschicklichkeit, schlechtes Benehmen, „Vntucht indecencia” (Voc. Strals. ed. Damme 448), „untucht indecentia, inhonestia” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „De sick un- []borliken hedde mit koste eder mit beer edder ethe effte drunke, dat he spige[de] vorte eder scete, dar unse ambacht to hope were, vor juwelke untucht bereket he iiij ßl” (Zs. Nds. 1872, 134), „Do ist de lange raie edder de grote dans affgeseth worden, nachdeme men da vel unflediger gesenge und unthuch dar ahn begingk” (Geismar Chr. 139); — ungebührliches Verhalten vor Amtsträgern, „Doch weddet man deme richtere dicke umme untucht, die man dut binnen dinge” (Ssp. 1, I 53 § 1), „Wome vntucht, deme borgermester in syneme stole gheschen, wedden schole” (Hamb. StR ed. Reincke 70); — Unbescheidenheit, „Immodestia, vnbeschedenheit / vntucht” (Chytr. 578); — Böswilligkeit, „hebbet de van Lubbeke ichtes ghescreven, dat keghen uns is, dat is ere untucht” (Hanserec. I 5, 381), „und is syn untucht, dat he over uns dat secht” (Ub. Hildesh. 2, 523); — Roheit, „Jd is to malen eyne groue vntucht, De alzus syn egen wyff belucht” (RV 201). — 2. Unzucht, außerehelicher Geschlechtsverkehr, „Impudicitia, vntuch / vnkuͤsckheit” (Chytr. 577), „van wegen eyner frouwen Gretke genomet, darmede sick de Hans in untucht by syner eeliken husfrouwe Taleken levende bekummert” (Lüb. Urt. 4, 259), (Vbdg.:) u.es recht Sittengesetz, „Also dat di man syn vif betrede by eynem andern man in uneren, wil he des ane scade bliven, he binde sy up eynander na untuchtes recht und bringe sy vor gerichte” (Berl. Stb. ed. Clauswitz 146); — (Vbdgg.:) u. drîven/plēgen, „wenn ein loß Geselle / eine lose leddige persone Besloͤpt / vnde mit dersuͤluen vntucht drifft” (Nic. Gryse Spegel M 3r), „unde let eme swarliken vorstan, dat erer broder wive ... vuͦler untucht pleghen” (Chr. d. d. St. 19, 422); — in u. befunden/gefunden/begrēpen werden der Unzucht/des Ehebruchs überführt werden, „welcke maget effte wiff in unthuch begrepen wardt, dene snet men de kleder af benedden dem gordel, unde me sloch se mit geisselen unde wisede se von den luden” (Geismar Chr. 19).
2196 Zeichen · 45 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    untuchF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    untuch , F. Vw.: s. untucht

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit untuch

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von untuch

un- + tuch

untuch leitet sich vom Lemma tuch ab mit Präfix un-.

Zerlegung von untuch 2 Komponenten

unt+uch

untuch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

untuch‑ als Erstglied (10 von 10)

untuchtig

MeckWB

untuch·tig

untuchtig a. Spr. unzüchtig, unanständig: 'mit unerliken unde untuchtigen worden' Beitr. Rost. 1, 4, 69.

untuchtsāgen

MNWB

untucht·sagen

° untuchtsāgen , pl. : Nachreden einen unsittlichen Lebenswandel betreffend, (Vbdg.:) in u. wēsen übel beleumdet sein, „ Scholden se al teke…

Untuchtsdaler

MeckWB

untucht·s·daler

Untuchtsdaler nur in hd. Lautform m. Geldstrafe wegen Unzucht: 'bey Huren-Brüchen wird der Taxe von gerichtlichen Sachen gefolgt, und der bi…

untuchtsāge

KöblerMnd

untuchtsāge , F. nhd. Nachrede unzüchtigen Verhaltens Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. untucht, sāge (3) L.: MndHwb 3, 2, 709 (untruchtsāgen), L…