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untîdich

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MNWB
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

untîdich adj.

Bd. 3-2, Sp. 697
untîdich -tîdech (untiegh), adj. (flekt. -g-): 1. unzeitig, zeitlich unpassend, „Vntidich intemporaneus intempestiuus intemporatus” (Voc. Strals. ed. Damme 447), „untydich intempestus, intempestivus” (SL: Hamb. dt.lat. Gl.), „Intempestiuus vntidich” (Dief.), „Untydich swyghent, untydich sprekent, De duvel de vor syne monnyke rekent” (Narrenschyp 58), „de vire des hyllighen dages wert ... myd vntidygheme arbeyde ... ghebroken” (N. Staatsb. Mag. 3, 826); — nicht mehr zeitgemäß, veraltet, „Den vntydigen gebruck auerst, dat de Brudt / suͤluest, edder Frowen vor er in de stede bidden, / wil ein Radt hirmit gentzlyken ... affgedan hebben” []mann(Wiechmann 2, 61); — unerwartet früh, „welkes bisschopes untidege dod en orsake was grotes vorderves dessulven stichtes” (Chr. d. d. St. 31, 1, 181), „de vrucht der er-den, der syk de mynsche scholde neren, de wert sere vorderuende van vntydigen vroste” (Birgitta 37). — 2. unreif, „inmaturatus” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „Immaturus vntidich” (Dief. nov. 38), „Jnmaturus vnripe / vntidich” (De Man 209), „Acerbum, Herb / alse vntidig auet / gresich” (Chytr. 512), „grone alse drufelen edder lorberen, de noch untidich synt” (Mandeville 106), (bei Halsentzündungen:) „Du scalt nemen untidighe unde unripe wynbern unde scalt dar dat sap utdrucken” (Brem. Arzneib. 16); — (Vbdg.:) u.ge kinder Frühgeburten, „de schwangeren frauwen werden vntidige kender brengen dree edder veer maendt oltt” (Rothmann Verb. 82). — 3. (Wolle, Pelze:) fehlerhaft, minderwertig, „efft ymant makede wulle to wande, dy vntidich vnd nicht louelik were, dye betert dat” (Riedel I 9, 118), „weret dat jenich man vntidich werk makede, dat schal men richten vor valsch” (Lüb. ZR 358), „Noch vorkofft 2 vosse de ene was untidich” (Thierfelder Handelsbez. 159); — (Leder:) nicht gar gegerbt, „Ok enscolen se dat binnentuch in de taschen nicht maken von untidigheme leddere” (Hamb. ZR. 91). — 4. (Personen:) boshaft, böswillig, „dat erer etlike [Kinder] van solck eren vntydigen Oldern wechlopen” (Nic. Gryse Laienbibel 1, L 4r), „des geduͤldigen Jobs vntydige Fruwe” (ebd. 2, Q 2v), „Die boeswichter ... tuegen nach Munster und versambleten sick dair, dat dair ein untiegh raet bei einander quam” (Münst. Gqu. 2, 6); — (Verhalten:) ungehörig, „ein mandat ... disses inholdes, dat sich de predigers ... des untidigen scheldens entholden scholden” (Renner ed. Klink 2, 199), „eine vntydige boͤse lust na hogen dingen” (Nic. Gryse Laienbibel 2, F 2r). — 5. (Umstände:) widrig, ungünstig, „tempestas vntydich weder” (Nd. Jb. 6, 123: Vokabelbuch), „De Denen legen an untidigen orden, darum konden se sick nicht so wol weren” (Kantzow ed. Gaebel 260). — Vgl. untîtlĩk.
2734 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    untidichAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    untidich , Adj. Vw.: s. untīdich

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Wortbildung

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1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von untidich

un- + tidich

untidich leitet sich vom Lemma tidich ab mit Präfix un-.

untidich‑ als Erstglied (1 von 1)

untîdichêⁱt

MNWB

untidich·eit

untîdichêⁱt ( vntiticheit ), f. : 1. falsche Erziehung , „ wenn de Olderen eren Kyndern eren wyllen laten / dat se nicht wenen / so moͤthen …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „untidich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/untidich/mnwb
MLA
Cotta, Marcel. „untidich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/untidich/mnwb. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „untidich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/untidich/mnwb.
BibTeX
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