unterzug,
m.; mhd. underzuc, -zoc (unterzog Eschenloer
gesch. d. st. Breslau 2, 347).
vgl. unterziehung. II.
nach unterziehen I@AA. I@A@11)
die handlung des unterziehens Adelung: u. ..., wenn man bey auswechselung in gruben holtz unterziehen musz Schönberg
berginformation (1693) 2, 105.
bildliche verwendung wie im mhd. (
unterstützung, hilfe Lexer 2, 1814)
veraltet. besser das unterziehen. I@A@22)
das untergezogene. a)
nach unterziehen A II 1
a unterfutter Lexer
a. a. o.; Fischer
schwäb. wb. 6, 260, 1;
la fodra ital. d. sprachb. (1424)
in Bayerns ma. 2, 418
Brenner; subductura, ein underfyerung, underzuck oder futerthuoch
gemma (1508) A 4
b;
subtegmen, pannus subdititius Stieler 2645: desz kleidung war ein geler atlasz, darunter ein guter zöbeler unterzog Eschenloer
gesch. d. st. Breslau 2, 347; H. Müller
türk. historien (1563) 57
a; wo aber ein meinsterknecht oder knab verbrembts tragen wolte, solt er dasselbig von dem unterzugk oder hauptzeug verbremen
Frankfurter zunfturk. (1565) 2, 407;
preusz. landsordnung (1577) 52
b bei Frisch (1741) 2, 485
a.
veraltet. b)
linienblatt als schreibunterlage: liniirter u. Schrader
d. franz. wb. 2, 1465; Mozin.
veraltet. c)
für chorda: senne, underzug,
chorda, subtensa Kepler 5, 611; Götze
anfänge einer mathem. fachspr. 197.
vgl. unterziehen II 1
c. veraltet. d)
in der spr. der baukunst (unterziehen A I 1, 3; II 1
e); Fischer
schwäb. wb. 6, 260, 2; underzug, undergebeuw,
substructio Maaler 459
d;
fulcrum, suffulcrum substructum Aler (1727) 2, 2075
b: denn auf dem eyse ist bösz tantzen, weil es keynen u. oder balcken hat J. Agricola
sprichw. (1534) F 8
a; also das man für das erst auf die columnen den underzug mit seinen schlieszen legt, hernach die hauptbalcken Rivius
Vitruv (1575) 295; dis haus ... ist verspanriegelt und bewahret mit seulen, bant, riegeln, unterzügen Mathesius
Syrach (1586) 146
a; in Africa findet sich disseit der berg Atlas, davon die poeten, dasz der himmel auf ihm als auf einem unterzug ruhe, gedichtet Weigel
erdspiegel (1665) 17; Zinck
öcon. lex. (1744) 217;
allgem. haushaltungslex. (1749) 1 g 1
a; rahmen und platte ... sind unterzüge der balken Fr. L. Jahn (1884) 1, 61; somit steckte man ihn (
den brief) unter den u., das heiszt zwischen den balken, der durch die stube läuft, und die decke, da ist das offene brieffach, wohin alles papier gesteckt wird, das ins haus kommt Gotthelf
erlebnisse eines schuldenbauers (1852) 161; Seiler
Basler ma. 301.
sehr oft als t. t.: u.
für die dielenlager Hoyer-Kreuter 1, 796;
statumen, u.
unterlage eines estrichs Rode
Vitruv anh. 62;
beim brückenbau Hoyer-Kreuter 1, 796; Unger-Khull 609
a; v. Alten
hb. f. heer u. flotte 2, 563; 2, 51;
im bergbau: starke hölzer, die unter die schweren ... kästen in den gruben gelegt werden Schönberg
berginformation (1693) 2, 105;
ein unter der zimmerung an der firste angebrachter starker balken, um der zimmerung gröszeren halt zu geben Veith
bergwb. 517;
ein längerer anpfahl, unter den mehrere stempel gestellt sind, heiszt u. Lueger 4, 791 (
grubenbau); Jacobsson 4, 494
b; Hoyer
kriegsbaukunst 3, 215;
im wasserbau Karmarsch-Heeren 10
3, 335,
tunnelbau 9
3, 737,
schiffsbau Hoyer-Kreuter 1, 796;
im holzverkauf Frisch (1741) 2, 485
a;
überhaupt ein träger, der schwächere balken stützt Karmarsch-Heeren 10
3, 31;
zusammensetzungen: unterzug(s)balken
wörter u. sachen 1, 125 (
im steirischen bauernhause); Mothes
baulex. (1882) 4, 396, -ständer Helfft
landbaukunst (1836) 383, -stiel 382. Adelung
machte darauf aufmerksam, dasz in n. spr. lieber träger
gebraucht werde. e)
amasia, unterbett 1
b, unterlage II 1
entsprechend, pilgerf. d. tr. mönchs 9411
B. f)
nach unterziehen A I 2
c conamen (
vgl. unterziehung): solcher ihr frävenlicher underzug Henricpetri
generalhistorie (1577) 394.
veraltet. IIII.
nach unterziehen B 1.
durchweg veraltet. II@11) unterziehen B 1
entprechend: eclipsis Diefenbach
gl. 194
a;
unterbrechung, ruhepause, erholung, abwechslung u. dgl.: sie (
die nach neuigkeiten verlangenden mönche) sprechen: es dient uns zuo trost und underzug der arbait, als ein schmidt, der etwan ein streich neben das eyszen schlecht, oder ein kiefer, der mit der kogen uff dem fasz, so er reiff antreibt, bumberlinbumb machet, also ein underzug suocht er in die arbeit Keisersberg
sünden des munds 69
b; ein mensch muosz alwegen ruog haben, so er gearbeit hat, dann er würt müd und schwach in seinen gelidern. also da ein mensch den kopf und die vernunft braucht, der muosz ein underzug haben, darumb sol und muosz er schimpfen, aber mit bescheidenheit
ebda 53
b;
predigen 119
b; Schmidt
wb. d. els. ma. 375
b; ain unsinniger mensch hat etwan clar underzüg (
lucida intervalla) seiner sinn und vernunft Keisersberg
siben schwerter F 8
a.
noch in els. ma. arbeit zwischen zwei mahlzeiten Martin-Lienhart
els. wb. 2, 895
a,
wo irrig an untern,
m., angeknüpft wird. II@22) unterziehen B 2
entsprechend, entziehung: H. Seuse
d. schr. 174, 26
B.; Tauler
serm. (1508) 38
a. Lexer 2, 1814. —