unstetig,
stätig,
adj. adv. ,
gth. v. stetig, stätig.
an. ústaðigr;
aschwed. ostadugher, ostadigh;
dän. ustadig;
schwed. ostadig.
ahd. unstâtig;
mhd. unstætec;
mnd. unstedich;
mnl. on(ge)stadich,
nl. on(ge)stadig.
am gebräuchlichsten in den bedd. 1 g, h, 3 b,
sonst meist gegen unstet
zurückgetreten, während unstetigkeit
älter und gebräuchlicher ist als unstetheit. 11)
wie unstet 1; unstet 1 a
entsprechend: dan man weys wol, das könig Cyrus nicht deshalben die trunkene knecht für dem tisch hat umbgaukelen und unstAetig sein lasen, das darumb auch die gäst zu solchen trunknen unflAetern werden solten Fischart
ehzuchtb. 121, 3
H.; trunkene sind ungewisser augen, unstätigen ganges
discourse d. mahlern (1721
ff.) 3, 56.
wie unstet 1 b: das unstetige aug eines neugierigen .. beobachters Hamann (1821
ff.) 2, 150; unstetig blicken G. Treuer
d. Dädalus (1675) 1, 490.
wie unstet 1 c,
vagabundus Diefenbach
gl. 605
a,
girovagus 263
c,
discolus n. gl. 137
a: ein unstätiger landstreicher J. Prätorius
glückstopf (1669) 203; jude
allg. d. bibliothek 19, 652;
sammlung v. schauspielen (1764
ff.) 8, 86; keine erbarmung! unstätig und flüchtig mein lebelang
M. Klopstock
in Klopstocks werken 11, 175; leichtsinnig ist man, so lange man noch unstätig ist Laukhard
leben u. schicksale 1, 151; Fortuna rennt unstätig durch die welt Tieck 1, 10. unstet 1 f
entsprechend: dem unstätigen mond kan man kein kleid anmachen Lehmann
florilegium 3, 45.
wie unstet 1 g: so die selbigen (
sterne) angehendt, so geben sie ein wind und ein unstetigen vorzug, demnach riszlen und schnee hernach Parac. 2, 89 A
H.; vom wetter unstadig Stürenburg 299
a; unstetig,
unausgesprochen, vom wetter gesagt, unsettled, incertain Hoyer-Kreuter
technol. wb. (1902) 1, 792.
wie unstet 1 h: einen vorübergehenden, unstätigen aufenthalt J. Grimm
an Dahlmann briefw. 1, 216. 22) unstet 2
entsprechend: alle tage diszer unstetigen (
inanis prediger Salom. 9, 9) zeit, die dyr geben seyn Luther
v. guten werken 3
ndr.; wie ist doch alles auf dieser welt so unstetig, schnöd und vergänglich! E. Francisci
traursaal (1665) 1, 135; weil so viel nachtliechter durch einander mit unstAetigem schein leuchteten G. Forberger
Jovii beschreibung (1570) 43. 33)
wie unstet 3: unstätige feyertage Rädlein (1711) 990
a;
veraltet. dissimilis (
discretus) Graff 6, 646. unstetige gröszen Heynatz
antibarbarus 2, 529; Campe
verd. wb. (1813) 266
a;
s. stetige gröszen, proportionen Schirmer
wortschatz der mathematik 69; Mothes
baulexikon (1882) 2, 530;
discontinuous, discontinu Hoyer-Kreuter 1, 792; alle gröszen teilt man ein in stetige oder kontinuierliche (
wie raum- und zeitgröszen) und in unstetige oder diskrete (
wie zahlengröszen) ... durch diese irrationalen zahlen wird die zahlenreihe, die ursprünglich unstetig war, stetig
Meyers conv.-lex.5 7, 1062
b; unstetige funktion Lueger
lex. d. ges. technik (1894
ff.) 4, 399, variable Czuber
wahrscheinlichkeitsrechnung (1908) 1, 346, kollektivgegenstand
ebda. 44) unstet 4
entsprechend: und also wer kain unstettiger, ungewysser glaub oder gesetz auff erdtrych dann der christen glaub und gesetz
ref. flugschr. 2, 36
Clemen; das unstAetig glück Stumpf
chron. 263
b; in diesem unstätigen tumulte des lebens ... verdämpft doch alle kraft des geistes Zimmermann
einsamkeit 3, 294. 55)
wie unstet 5; Stürenburg 299
a: da bey dütlich gemerckt wurt der unstedich sandtbauer der astrology O. Brunfels
almanach (1544) a 2
b; schone frauwen unstedich Husemann
spruchsammlung 80
W.; ihr mundt ist unstetig und losz gebunden G. Wicelius
v. beten, fasten u. almosen (1535) d 3
b; unstetigem geytz Luther 11, 377, 24
W.; und machen damit (
mit dem speien) ein solches unstättiges und unflättiges geifferwerck umb sich herumb, dasz es ein rechter grausz ist J.
V. Neiner
tändlmarkt (1734) 323.