unsäuberlich,
adj. adv. ,
gth. v. säuberlich.
ahd. unsûbarlîh;
mhd. unsûberlîche,
adv.; mnl. onsuverlijc, -like.
ohne umlaut J. Brenz
prediger Salomo (1528) 86
b; Fischart
ehzuchtb. 286, 17
H.; Simpl. 41
Kögel; Buchholtz
Herkuliskus 9; Hulsius (1618) 2, 230
b; Steinbach 2, 363;
veraltet. unsyberlich
privatbriefe 1, 184
St. ungseuberlich Fischart
nachtrab 1028
K. 11) unsauber 1
entsprechend; impurus, sordidus Stieler; Staub - Tobler 7, 93, 1: ein unsäuberlicher gebrauch,
in den busen zu speien Wieland
Lucian 5, 176; scheiben, u. von einem schwalbennest Gutzkow 1, 261; unsäuberliche dienste G. Freytag 10, 167. 22)
unordentlich (heszlich, unkünstlich, unzierlich Hulsius 2, 218
a; 195
b): die unsäuberlichsten hausfrauen Gotthelf 1, 4; die stalldirn ... war ... etwas u. in ihrem aussehen Rosegger I 5, 81.
wenig schriftsprachlich. 33)
vielleicht säuberlich 2 a
entsprechend: Fischart
nachtrab 1028
K. 44)
gth. v. sauber 2. a) unsauber 2 b
α entsprechend: wenn die bischöfe ... einander unsäuberliches vorwarfen, meineid, unzucht
u. s. w. G. Freytag 17, 251.
wenig üblich. b)
wie unsauber 2 b
γ: wo ... gar u. geschaltet und gewaltet wird Hippel 11, 126.
ungewöhnlich. c)
wie unsauber 2 b
δ: ein unsäuberliches (
etwas unsauberes) wortspiel Wieland 34 (1853), 261. d)
gth. v. sauber 2 b; unsauber 2 b
ε entsprechend; immodestus, durus, severus, saevus Stieler; Staub-Tobler
a. a. o. 2.
adv.: dem ritter ..., wölcher in so u. empfieng, das man in halbtodt hynder seinem pferdt auflösen muoszt Wickram 1, 36, 31; u. (
unfreundlich) aufnehmen Seiler
Basel 300; Staub - Tobler
a. a. o.; anklopfen Pauli
schimpf u. ernst 375, zerwürgen
Amadis I 15
K., den schleyer rücken
Garg. 109
ndr.; ich war mit des kerls nase so u. an das fuszbrett gefahren, dasz sie ihm blutet Grimmelshausen 2, 460, 3
Keller; fast nur noch in folg. verbindungen üblich: man findet, dasz der verfasser zwar etwas u. mit dem knäblein Absalom verfahren
beiträge zu Bahrdts lebensbeschreibung (1791) 5 (
2. Sam. 18, 5;
th. 8, 1856); weil er einmal mit W. u. verfahren war Göthe 27, 161
W.; Heinse 10, 176; u. mit jem. umspringen Kortum
Jobsiade 2, 75; umgehen Hegel 19
1, 37; die Preuszen ... hatten ... sich etwas sehr u. benommen Laukhard
leben 3, 226; im grunde hatten sich beide höfe bei der gemeinsamen miszhandlung ihres spanischen schützlings gleich würdelos betragen, Frankreich allerdings noch etwas unsäuberlicher als England Treitschke
d. gesch. 5, 707; 4, 208.
selten adj.: unsäuberlichen kusz Hohberg
Ottobert a a 4
b.
subst.: ein unsüberlig
unsauberer mensch in sittlicher hinsicht Staub - Tobler
a. a. o. e)
vielleicht gth. v. säuberlich 2 d: ein unsauberlich ende J. Brenz
prediger Salomo 86
b.
dazu unsäuberlichkeit, gth. der säuberlichkeit:
turpitudo, squalor, torvitas, vehementia, acrimonia, immodestia Stieler; Höfler 545
a (
wie unsauber 2 a
α)
; kinder, selbst wenn sie erwachsen sind, bleiben ... in der gewohnten u. Zschokke 10, 274 (
gth. säuberlichkeit 1).
wenig üblich. —