unrechtlich,
adj. adv. ,
gth. v. rechtlich.
ahd. unrehtlîch;
mhd. unrehtlîche,
adv.; mnd. unrechteliken,
adv.; mnl. onrechtelijc, -like,
nl. onrechtelijk,
adv.; dän. urettelig, -ligen.
vgl. widerrechtlich. 11)
gth. v. rechtlich 1: gehe nicht schmutzig, nicht zerlumpt, nicht u. Knigge
umgang 1, 133;
Mildenburg 1, 32. 22)
dem sittlichen rechte nicht gemäsz (rechtlich 2),
oft an 4
rührend: wann sie glaubet, das im u. geschech
Franziscuslegende (1512) q 7
b; u. geschlagen werden Dürer
nachl. 86, 3, handeln H. Sachs 14, 253
G., Holtei
erz. schr. 6, 41, verfahren, denken
u. s. w.; unrechtlicherweise Hölderlin 2, 187. unrechtlichs underston Murner
adel 38
ndr.; das unchristlich, u., tyrannisch gemüdt H. v. Cronberg 132
ndr.; die welt ist geworden u., heszlich, scheuszlich Waldis
Esop. 2, 297
K.; aus unrechtlicher absicht Schlegel
Europa 2, 180; die unrechtliche und prahlerische groszmuth der Franzosen E.
M. Arndt 1, 441; die unbillige und unrechtliche lüge Herbart 8, 65; dinge G. Keller 4, 272; so lange ist mein wille u. Fichte 3, 144; insoweit ... als diese rache durch keine sitte geboten, im gegentheil u. war W. Grimm
heldensage 8; das unrechtliche in der ganzen verfahrungsweise Görres 1, 276. nur antipolitische oder unrechtliche menschen können nicht geduldet werden Fr. Schlegel
Athen. 1, 75; einen unrechtlichen mann Schleiermacher
Platon 3, 288; ein unrechtlicher 6, 399. Pansner 74
a.
vgl.unrechtschaffen. '
nicht hônet' Campe.
für malhonnêt
verd. wb. 408
b. 33)
der ordnung, der natur der sache nicht gemäsz: betler, die unrechtlich betlen (mit ungedult, on not, on widergelten, usz geitigkeit, usz gleisznerei ...) Keisersberg
narrensch. (1520) 129
d; der genusz, dem sie (
kunstliebhaber) nachstreben, ist u. (
weil nicht erworben, unverdient) Solger
nachgel. schr. 2, 439; diesen u. übergreifenden fatalismus
F. H. Jacobi 2, 117; eine, aber ganz unrechtliche vereinigung der beiden bestimmungen Hegel 8, 81. 44)
gth. v. rechtlich 3,
dem gesetzlichen rechte widersprechend: unrechtenklich verurtailt
N. v. Wyle
transl. 225, 25
K.; unrechtlich tödten
Aymont (1535) m 1
a, innehaben
b. d. liebe 342
c u. dgl.; einer beclagt sich, wie er von sinem vatter unrechtlichen drang gelitten hab Riederer
rhet. c 4
b; unrechtliche gewalt Luther 7, 276, 1
W.; unrechtliches geschreies Schade
sat. 2, 103; die schneissen seynd auch nicht ein unrechtliches weidwerck (
vgl. 3) Aitinger 239; unrechtliche procente Grabbe 4, 13. 55)
von anfechtbarem rechtswissenschaftlichem charakter, wortspielend mit bed. 4: philosophische juristen nennen sich auch solche, die neben ihren andern rechten, die oft so u. sind, auch ein naturrecht haben, welches nicht selten noch unrechtlicher ist
F. Schlegel
Athen. 1
2, 143.
dazu unrechtlichkeit, f., gs. und mangel der rechtlichkeit. 1)
wie unrechtlich 2: die u. andrer menschen rechtfertigt nicht die unsrige Knigge
umgang 1, 54; Hegel II 8, 415; unrechtlichkeiten Schelling I 8, 136; sich unrechtlichkeiten zu schulden kommen lassen Campe. 2)
wie unrechtlich 4: welches des ordens gesandten mit u. gar ausschlugen
M. C. Schütz 4, j i 2
b; nie sind die fürsten heftiger der gewaltthätigkeit und u. (
vgl. 1) angeklagt worden Ranke 2, 73; die u. des urtheils
u. dgl. —