Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
ungedolt stf.
1. ungeduld, heftigkeit; ausbruch der heftigkeit, der leidenschaft. vor ungedolt er sich sô want Parz. 587,23. ungedult dem marcrâven riet, daʒ er stricte des orses zoum W. Wh. 138,26. man sol sîn gedultic wider ungedult Walth. 73,35. dâ vürhte ich ir ungedulde MS. 2,186. a. vgl. 190. b. si jehent diu wîp sîn den jungen holt durch ungedolt MS. 1,20. a. der veige streich im alleʒ vor mit solcher ungedulte daʒ er den walt erfulte mit egeslîcher stimme Trist. 8999. daʒ er in sîner ungedult si wolde haben getœtet H. Trist. 3540. habe ich mit rehter ungedult verdienet iuwer vîentschaft Otte 206. eʒ wart mit grôʒer ungedult an im gefrevelt starke troj. 131. c. hât er getân mit schedelîcher ungedult schaden iht schwanr. 525.
2. das was nicht zu ertragen ist, was ungeduld erregt. daʒ er sô grôʒe ungedult begie umb alsô kleine schult Stricker 3,41. swaʒ er grôʒer ungedult an in begangen hæte mit worten unt mit tæte schwanr. 94. ungedult an einem tuon Laurin 57 Nyer. die mortlîche ungedult, die sîn volc âne schult von sînen vîenden leit Ernst 1501. swie rehte man dem rehten tuot, sô man in lobt durch rehte schult, daʒ ist der valschen ungedult leseb. 588,22.