ungätlich,
adj. adv.,
gegentheil von gätlich
commodus, conveniens (
th. 4, 1, 1, 1490).
mnd. ungedelik;
mnl. ongadelijc;
nl. ongalijk. ungattlich Stalder 1, 427; Staub-Tobler 2, 502; Martin-Lienhart 1, 242
b; ungättlich Schmeller 1, 956; ungötlich (1404)
th. 4, 1, 1, 1491, 2 c; onggiedlech
lux. 315
a; ungatlich Ruckert 187; ungatli, ungätlich Reinwald 2, 162; Regel 188; ungatlich
ostpr. Hennig 81; ungadlig Strodtmann
Osnabr. 264; ungadelîk, ungâdlîk, ungadelk Doornkaat-Koolman 3, 470
b.
vgl. ungattig,
lux. onggu
et.
das wort ist im wesentlichen mundartlich geblieben und taucht nur vereinzelt in der schriftsprache auf. wenn seine bedeutung auch eine in den einzelnen ma. immerhin begrenzte entwicklung aufweist, sind doch im allgemeinen drei hauptrichtungen zu erkennen: unpassend, unzweckmäszig, unbequem (
von sachen Staub-Tobler 2 c; hies er das faulbetlin, welches jm ungetlich war, hinaus thun und das reisebetlin auff schlahen
bericht, wie Melanthon sein leben beschlossen Witteberg 1560, 21
b;
auch vom gebildeten Thüringer überall unbedenklich gebraucht Regel 188;
lux. 315
a;
von farben, tuch oder dgl. nicht zusammenpassend, nicht von derselben gattung Hennig 81, Frischbier 2, 422
a;
unbrauchbar, ungelegen Doornkaat-Koolman
a. a. o.; unnütz Strodtmann
a. a. o.; von personen mnd. wb. 5, 44
b;
mnl. wb. 5, 501, 1),
dann veräuszerlicht unförmlich, miszgestaltet, vom wetter garstig (Staub-Tobler
und Martin-Lienhart
a. a. o.; etwas nützliches machen sei besser als etwas ungattliches Gotthelf
geld und geist [1890] 1, 14,
ungefüges, grobes, nicht sauber gearbeitetes; u. händ
geschwollene Staub-Tobler 1)
und geistig-sittlich gewendet (
unbillig weist. 1, 175,
th. 4, 1, 1, 2 c;
unartig, ungeschickt, ungebildet, störrisch, grob, unanständig u. dgl. Staub-Tobler
a. a. o.; sie war ihm zu ungattlich Gotthelf
geld u. geist 2, 34
u. a.) —
dasselbe: ungattig, adj. adv., gegentheil von gattig (
th. 4, 1, 1, 1493, 2 h; Staub-Tobler 2, 502; Fischer 3, 90; Martin-Lienhart 1, 242
b; Lenz
Handschuhsheim 20
a; gadig Stürenberg 64
b),
gelegentlich in der schriftsprache aus der ma. hervorgeholt: ach was! hochzeit? brummte Zedler ungattig (
verdrieszlich) Spindler
f. stadt und land 1, 41. ungattig
naughty Lucas.
das th. 4, 1, 1, 1499, 3 c
nur vermuthete adj. gat, gad
liegt im lux. onggu
et
nicht passend (
lux. wb. 316
b)
vor. ungaden
alles unpaszliche, unbrauchbare, nutzlose zeug, ungenieszbares, plunder, unkraut Doornkaat-Koolman 3, 470
b. ungatti(n)g
schlechte figur, übermasz Staub-Tobler 501. ungattig, ungegattig, ungattiglich
vom boden auch schwer zu bearbeiten, von steinen schwer zu fügen 502;
unartig, schlecht dressiert, unangenehm, unfreundlich, unpassend von kleidungsstücken, unbequem von einer treppe, adv. ungebührlich, übel Martin-Lienhart 1, 242
b;
Münsterthal Straszb. stud. 2, 167; v. Klein 2, 206; Schmid
schwäb. 214. —