ungänge,
adj. ,
gegenstück zu gänge;
ags. ungenge;
anord. úgengr;
dän. ugængs;
schwed. ogängse (Falk-Torp 319);
mhd. ungenge;
mnl. ongange; Staub-Tobler 2, 355; Seiler 298; Martin-Lienhart 1, 223
b; Schmeller 1, 921; Schwartzenbach 6
b.
im 18.
jh. schriftspr. durch ungangbar
verdrängt. vgl. mnl. ongaende;
schweiz. ungänd Staub-Tobler 2, 22; ungehelich Kramer (1700) 1, 477
c.
wie gänge 1 (
th. 4, 1, 1, 1239),
nicht rüstig; von kindern, die noch nicht gehen können Staub-Tobler
a. a. o.;
mhd. der ungenge
der ungern geht Lanz. 3741;
anord. úgengr (Fritzner 3, 753
a) 2
auszer stande zu gehen. wie gänge 2:
ganz ungamper
im renner entsprechend: der bogen ist mir zu hart und streng, zu spannen ist er gar ungeng Sachs 12, 377, 29
Keller; ein tür, die ausz jrem rechten angel verruckt ist, die wirt ungeng Keisersberg
seelenparadies 161
r b;
schwer in bewegung zu bringen Martin-Lienhart
a. a. o. im übergange zu unsinnlicher bed. vom würfel mhd. wb. 1, 477
a,
vom kammrad liedersaal 2, 605, 23 (
th. 5, 103).
wie gänge 3:
von wegen Staub-Tobler 356; Frisius, Maaler
ebd.; als ich wahrnam, dasz der weg je länger je ungänger wurde Grimmelshausen
vogelnest 2, 390, 19
Keller; ein ungänger weg Kramer-Moerbeek;
infrequens Steinbach 1, 542; Schmeller 921;
so mhd. ags. anord. wie gänge 4. 5: bösz ungäng müntz Fischart
binenkorb 35
a; ungäng, ungangbar geld Rädlein 979
b;
auszer curs Martin-Lienhart
a. a. o. 2 (
dafür unganghaft
theatr. diab. 1, 274
b);
von waren mnl. wb. 5, 501; ungänge ausdrücke ( Campe)
unüblich. der älteren spr. gehört eine stark entwickelte sittliche bed. an: ist denn gott ungeng (
iniquus)?
erste d. bibel 2, 19, 14; dein aug wirt ungeng (
nequam)
ebd. 1, 23, 37; ungenger knecht 1, 70, 44. ungancheit
iniquitas, pravitas Lexer, Jelinek.
vgl. unfertig.
der übergang aus der sinnlichen bed. liegt zu tage: ungenge an art und in dem sinne Hadamar v. Laber 164;
störrig, träge Lexer 2, 1854; Schmeller 921;
iniquus vom würfel (
s. o.).
auch ungänds
werthloses (Staub-Tobler 2, 22)
enthält werthurtheil. —
das neuere ungängig, adj., gegentheil von gängig,
noch heute, doch seltener als ungangbar; ungengig
vide ungangbar Schönsleder l i i 4
b: aller verkehr mit .. ungängiger münze Luschin v. Ebengreuth
münzkunde 226;
vielleicht noch ungängige ausdrücke. ungängigkeit Campe. ein ungängiger ort (Kramer 1700, 1, 477
c; Aler 1727)
nicht mehr schriftsprachlich. mundartlich: ein ungängiger
schwer gehender wagen, ungängig
mit schlechtem gangwerk versehen Staub-Tobler 2, 361; Stalder 1, 423; eine verrostete, ungängige haushaltung Gotthelf 20, 82. —