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ungäbe

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungäbe adj. adv.

Bd. 24, Sp. 607
ungäbe, adj. adv. , gegentheil von gäbe th. 4, 1, 1, 1116; mhd. ungæbe; mnd. ungêve; nd. ungeeve; mnl. ongave; ongheve teuthonista 264a; nl. ongaaf; afries. unieve; anord. úgæfr; ungäb, ugäb Staub-Tobler 2, 63; Birlinger 421a; Schmid schwäb. 6 (Fischer 3, 3). mit schwund des schlieszenden b (Weinhold al. gr. s. 119; b. gr. § 126; vgl.genacht für gebnacht, ge aus geb Staub-Tobler 2, 357); O. Brunfels 1528 s. u.; ungab Unger-Khull 609b; ungäb tirol. weisth. 4, 937b; ungäbe Crecelius 844; Frommann zeitschr. 2, 437a; brem. wb. 2, 506; Strodtmann 264: Dijkstra 2, 290b; als nieders. Adelung 2, 445; v. Klein 2, 206; Haltaus 1931; Scherz- Oberlin 1830; Krünitz 196, 229; als veraltet bei Frisch 1, 328b; Campe 5, 152a; bei schriftstellern wie Scherr und Kurz wieder aus der ma. hervortauchend. vgl. ungäbig, ungiftig. 11) gegentheil von gäbe 1, bes. von münzen, vieh und nahrungsmitteln, nicht annehmbar, falsch, unrein, ungesund, ungenieszbar, untauglich zum verkaufen: ungêbe pfenninge th. 4, 1, 1, 1117; spîse mhd. wb. 1, 509b; mnd. wb. 5, 55a; mnl. wb. 5, 503; waren, dinge th. 4, 1, 1, 1117b; tirol. weisth. 4, 456, 11 (1508); ungebe heiszt ein ungenieszbares fleisch Jacobsson 8, 52b; Crecelius 844; Krünitz 196, 229; angefault vom holz Strodtmann a. a. o.; nl. ongaaf verdorben, beschädigt, ungesund; ongaafheid nl. wb. 10, 1571. 22) wie gäbe 2 a von sachen; nichts werth, schlecht, unziemlich; auch vom sittlichen gesichtspunkt: kunst Lexer 2, 1827; von kleidern, vom eide mnl. wb. a. a. o.; unieve (ungefüge, harte) word spreka Richthofen 1104b; icht ungêbes Lexer a. a. o.; wort Kurz th. 11, 1, 530; schlecht von sachen Unger-Khull 609a. wie gäbe 2 b von personen gebraucht, durchläuft das wort einen groszen bedeutungskreis, von den begriffen gottlos, nichtswürdig, verbrecherisch (anord. úgæfr slet udrustet ilde begunstiget af skjœbnen, uheldig Fritzner 3, 755a) bis unschicklich, unartig, unfein: sons, von tyrannen mnl. wb. a. a. o.; eynich ungeber mensche übelthäter J. Grimm weisth. 2, 207; verhaszt (vgl.unannehmbar): stosz sie usz umb irer grossen übertrettung willen, dann sie seind dir unge O. Brunfels pandecten büchlin 180b; impolitus teuthonista 264a; unschicklich, unartig, unfriedlich, ungeberdig, unfein Unger-Khull 609b; eine ungabe krähe machen sich ungeberdig benehmen ebd.; mürrisch, unfreundlich, der sich nicht ergeben, belehren lassen will, schwer zu behandeln, auch von thieren Staub-Tobler 2, 63; widerwärtig, ungeschickt Schmid 6; euer bruder, der scheinheilig dem ungäben weibsbild nachlauft (mit der erläuterung ausgelassen, muthwillig, unbändig) Scherr tochter d. luft 2, 29; man musz nur d' gäul' nicht ungäb machen Michel 2, 122 (Hesse); ongeef gebrechlich Dijkstra a. a. o. 33) activisch geizig. ungebe bei K. v. Ammenhausen von einem knechte, der den pferden den hafer nicht gab; Staub-Tobler 2, 63, 3. vielleicht act. auch een ongaave boom der nichts gutes trägt Kramer-Moerbeek 1, 312c. —
3012 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ungæbeadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    ungæbe adj. nicht annehmbar, nicht rein, nicht gut. der guote spîse machet unt sie dar nâch verswachet daʒ er leit vergi…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ungäbeadj. adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ungäbe , adj. adv. , gegentheil von gäbe th. 4, 1, 1, 1116; mhd. ungæbe; mnd. ungêve; nd. ungeeve; mnl. ongave; ongheve …

  3. modern
    Dialekt
    ungäbeAdj.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

     un-gäbe Adj. : ' nicht annehmbar, nicht in Ordnung '. a. 1481: was er von pfanwert kauffmanschafft elen oder gewicht v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungaebe

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ungaebe 2 Analysen

un- + gaebe

ungaebe leitet sich vom Lemma gaebe ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+gabeln+-e

Zerlegung von ungaebe 2 Komponenten

unga+ebe

ungaebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungaebe‑ als Erstglied (3 von 3)

ungæbecheit

Lexer

un-gæbecheit stf. ib. schlechtigkeit Oberl. 1830.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ungaebe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungaebe/dwb?formid=U06693
MLA
Cotta, Marcel. „ungaebe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungaebe/dwb?formid=U06693. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ungaebe". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungaebe/dwb?formid=U06693.
BibTeX
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