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unfroh

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unfroh adj. adv.

Bd. 24, Sp. 591
unfroh, adj. adv., in älterer sprache gegentheil zu froh, in der neueren nichtfroh, freudlos, mittelbegriff zwischen froh und traurig (trostlos); ahd. unfrao, unfrou, unvrô (unfrawî, f., tristitia); and. unfrâh; anord. úfrár; mhd. unvrô; mnd. unvro; mnl. onvro; vgl. das in alter spr. weit verbreitete unblîde. seit dem 16. jh. zunächst veraltend; wie es scheint, auch in den mundarten Schmeller 1, 805 (infro). im 18. jh. so gut wie abgestorben; Frisch 1, 298c; Eberhard bei Campe 5, 150a; Lessing 11, 92. Mendelssohn und Lessing versuchen einen theil der alten bedeutung wieder zu beleben, indem sie unfroh zur bezeichnung der 'unangenehmen empfindung' vorschlagen, 'die durch aufhörung einer lust erregt wird'. Lessing beruft sich dabei auf die alte sprache. besonders das mnl. kennt viel weitergehende bedeutung: enen onvro maken einen ins verderben stürzen; enen ere dinc o. maken einem etwas wegnehmen; o. werden etwas einbüszen; o. auch erzürnt, verbittert u. s. w. fürs ahd. Graff 3, 796; mhd. Lexer 2, 1978. im 19. jh. erscheint das wort am häufigsten bei verfassern, die mit der älteren sprache bekannt waren, aber in der neueren abgeschwächten bedeutung; oder es wird aus dem positiven wort (froh und frei, frohe gabe, mahlzeit, zukunft u. s. w.) entwickelt. in prädicatsstellung: sy waren traurig und unfro Hätzlerin 23, 58; das mancher wirt so gar unfro Gengenbach 379 Gödeke; da stund er traurig gar unfroh Erlach volksl. 2, 260; doch war er unfroh Grimm sagen 1, 19. in diesen beispielen klingt die alte stärkere bed. aus. nicht so in den folgenden stellen: mir wird unfrei, mir wird unfroh Göthe 5, 186 Weim. attributiv: irrt sie im buschigen thale, mit frohen gespielinnen unfroh? Voss ged. 3, 89; etwas ungemüthliches, unfrohes Grimm an Benecke br. 135; stichwort zur charakteristik Hagens, der die frohen haszt bei R. Wagner: nun sag', Hagen, unfroher helde, sitze ich stark am Rhein? R. Wagner 2, 173. 6, 197 (götterdämmerung 2); unfrohen lohn Fouqué held des nordens 3, 104; nähe 2, 72; mahlzeit K. O. Müller Dorier 2, 277; dieses unfrohe wesen Uhland schr. 5, 16; zukunft Ebner-Eschenbach 1, 122. unfroh in die zukunft blicken; also nicht gerade traurig oder trostlos. vereinzelt: in dem bänglichen gefühl ... ward ihr auch plötzlich körperlich unfroh (vgl. unfrisch und anord. úfrár swag) Velhagen u. Klasing monatshefte 1901, 1, 15. —
2386 Zeichen · 58 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unfrohadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Unfroh , adj . u. adv . nicht froh. »Da die angenehme Empfindung, die aus dem Aufhören der Unlust entsteht, Frohsein hei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unfroh

    Goethe-Wörterbuch

    unfroh [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unfroh

    Mecklenburgisches Wb.

    unfroh a. Spr. verärgert: 'Des sint wy ... unvro' Red. Ost. 921.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unfroh

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unfroh

un- + froh

unfroh leitet sich vom Lemma froh ab mit Präfix un-.

unfroh‑ als Erstglied (2 von 2)

Unfrohnbar

Campe

unfroh·n·bar

Unfrohnbar , adj . u. adv . nicht frohnbar, zu Frohndiensten nicht verbunden. Davon d. — keit .