unfällig,
adj. adv. zu fällig
und unfall.
mhd. unvellic (unvellich);
mnd. unvallich, unvellich;
mnl. onvallich.
neben allen steht reicher entwickeltes ungefällig,
mhd. ungevellic
u. s. w. selten unumgelautet unfallig (Hulsius-Ravellus 374
b).
das adj. unfallisch: also die unfallisch sach gwann ein end
Teurdank 282, 43
Gödeke ist von Unfalo
gebildet; also '
die sache mit Unfalo'.
äuszerlich fällt es bisweilen (denselben unfälligen zeichen Riederer
rhetoric d 4
b; Keisersberg
has im pfeffer 1510
d d 6
a;
bilgersch. 22
c)
mit unfehlig (
s. d.)
zusammen. nhd. unfällig
wird vom ausgang der mhd. zeit (
infortunio plenus unfellig
gemma 1508 i 2
a)
bis Rädlein (1711) 975
b und Campe
verzeichnet; doch ist es schon im 18.
jh. völlig veraltet und auch im schweiz. idiotikon 1, 763
nur aus älterer literatur belegt. ungefällig
trat auch hier an seine stelle. 11)
mhd. unvellic
nicht fallend; wb. 3, 225
a. dasz sich die sachen, wie gemelt, schleinig und unfellig geschickt Baumann
quellen z. gesch. d. bauernkrieges 1, 605. '
ohne unfall'?
register. 22)
nicht fallpflichtig. Staub-Tobler 1, 763, 1 (1421). 33)
am häufigsten unglücklich: und ob etwas übriges wAere mit ze theilen den unfelligen armen, die den unfällen unterworffen geweszt Stainhöwel
d. clar. mul. aus einem Ulmer druck Scherz-Oberlin 1828 = und ob etwas übrigs wäre den unfelligen, verdorbenen armen ... mit zetailen Stainhöwel
ber. frauen 226, 2
Drescher; kan dann diser ungestalt die geschrifft, wie bin ich dann so unfellig, dasz ich nit ouch hab gelernt
Äsop 49; die unfelligen und verschmAechten verspot nit
von dem leben (1519) c 2
a; disz unfelligen kriegs Franck
chron. Germ. 274
a; zu unfelligen zeitten Fries
Würzb. chr. 22
b; durch unvellichen zuoval umbkummen Wickram 2, 430, 32; wie auch diesem argen schalkaeisch unfällig geschehen wirt Nas
eins und hundert 2,
D 3
b; etliche deines gesipten geschlechts, die werden auch unfellig und nimmer fried gewinnen
buch der liebe 276, 2; trägt es schon etwas unfälliges zu Lehman
florilegium 3, 91.
dazu unfälligkeit, f.: trübsal und unfellikeit Riederer
rhet. f 3
b. 44)
wie mnd. unvellich,
mnl. ongevallich
schwach, elend: weil sie müssen zu fussen lauffen so werden sie müd, matt und hellig gar unansehlich und unfellig Sachs 20, 114, 12
Götze. 55)
im sinne von unfall I 4
unheilbringend, nicht gutartig, krank: unvallich von lyve
werden die während der menstruation empfangenen kinder Schiller-Lübben 5, 54
b;
nach 1 Mos. 42, 38 (
s.unfall I 4) ettwas an dem leib unfälligs Th. Gart
Joseph G IIII; von unvelger bodescop
sinistra legatione Schiller-Lübben 5, 85
a; haben sich die (
opfer) gantz unglücklich und unfällig erzeigt Xylander
Plutarch 118
b; sorglich und unfellig heylen der wunden Paracelsus
chirurg. schr. 11
A; von dem underricht der erkandtnuss der glücksamen und unglücksamen, der falligen und unfälligen wunden 37
C (
th. 3, 1288, 4
falsch erklärt); von andern unfälligen anstössen 479
B; wiewol von den stichen genugsam gesagt ist. so sie aber jedoch würden unfällig werden 39
C. noch Höfler
krankheitsnamenbuch 885
a verzeichnet unfällige wunden. 66)
zu mhd. unvellich
unpassend s. ungefällig.
unfallkrankenhaus Manes 724,