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unerkenntlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unerkenntlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 490
unerkenntlich, adj. adv. , nicht erkenntlich. zu den verschiedenen formen s. th. 5, 550. mhd. unerkantlich; so noch Luther, Maaler, Schönsleder, bis ins 18. jh. Heynatz 2, 517; unerchanntlich Staub-Tobler 3, 372; unerkentlich Wilh. v. Wenden 5594; unerkenntlich neben unerkanntlich Paracelsus; unerkänntlich häufiger als unerkenntlich vom 17. bis ins 18. jh.; noch Herder und Göthe schreiben so. aus dem nhd. nl. onerkentelijk, n. uerkjendtlig. schwed. oerkännsam. vgl.unerkannt. 11) activisch. 1@aa) nicht kennend: o welt! du dich selbst unerkenntliche welt! Christstein weltmann 185. vereinzelt geblieben. 1@bb) unverständig, unsinnig, roh, bösartig: das machet, das man zuo tieff in die unerkandtlichen eer der hailigen geratten ist Luther 10, 3, 320, 3 Weim.; dasz also die stadt Magdeburg ... so gar unerkändlich gewesen und weder die gefahr .. noch den vortheil .. zu hertzen nehmen wollen Chemnitz schwed. krieg. 1, 106; umb eines stoltzen unerkändtlichen narren willen Moscherosch ges. 407; der geldverleiher musz sich vorsehen ob er (der leiher) von einem guten, offenen ... oder ... heimtückischen, unerkenntlichen, arglistigen gemüthe? Hohberg 1, 29. unerchanntlich wie unerkannt 1 c; Staub-Tobler 3, 372. 1@cc) in der heutigen hauptbedeutung undankbar, genossene wohlthaten nicht erkennend; undankbar ist stärker als unerkenntlich. Adelung; Weigand syn. 1, 256; Eberhard - Lyon 343. unerkenntlich stellt heute im allgemeinen das fehlen der dankesbethätigung, undankbar auch den mangel dankbarer gesinnung fest: wer einen wohlthäter unterläszt zu lieben, jedoch nicht hasset, der wird unerkenntlich genennet Wolff von der menschen thun und lassen 557. unerkanntlich ingrato Maaler 460b: damit und ich ... nit ain dürs ... gelide [] undanckparlich und unerkantlich von und vor üwer gnaden ersehen werde, hab ich mir Oheim Reichenauer chron. 1, 20 Barack; bis nit undanckbar oder unerkantlich des guten, so dir geschehen ist Maturinus Corderius disticha de moribus B 1c; die seynd die jenigen, die ... unerkäntlich und undanckbar seynd gegen mir Albertin zeitkürtzer 184b; das theils so unerkänntliche Teutschland Simpl. 1, 46 Keller; einem unerkentlichen geliebten A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 23; ach unerkänntliches gemüthe! Günther 93; du unerkenntlicher Weichmann poesie d. Niedersachsen 1, 178; nichts weniger als unerkenntlich v. König ged. 313; ich bin versichert, sie werden nicht unerkenntlich seyn Rabener 2, 76; wenn sie mich für den ... unerkenntlichsten menschen hielten Lessing 18, 41; giebst du Jehova das zum dank, du unerkäntlich-thöricht volk! Herder 11, 460; ich fühle deine lieb' und treu', und werde nie unerkenntlich sein Göthe 8, 134, 8 Weim.; 39, 139 unerkaenntlich; ich bin bisher gleichsam unerkenntlich gegen euch gewesen Laube 14, 321. 22) passivisch. 2@aa) unbekannt, inexplorate unerkantlich Schönsleder D d 8a; geheim, wunderbar: die liebe trift und wundet ouch mit unerkantlichem füre die hertzen der jungfrouwen Niclas v. Wyle transl. 32, 34; der geist der wahrheit ist einer unerkantlichen natur, einer unerkantlichen krafft Paracelsus 2, 668; da viel wunderbarlich unerkanntlich kranckheiten ausz entspringen 1, 1038 A; die störche, aus was für einem orth sie zu uns kommen oder sich wiederum hin begeben, ist unerkäntlich Prätorius winterflucht 21. unscheinbar: seine brut bestehe in vier sprenckelichen eyern, welche er ... sehr unerkenntlich in weniges geniste zu legen und zu verbergen weisz Göchhausen notabilia venatoris 89. 2@bb) unerkennbar, unkenntlich, unverstehbar: ich byn yn unerkanntlich Tristrant prosa 165, 16; dan sovil höher und mer die menschlich wyszheit harzuo gebraucht, sovil unerkantlicher die selbig gnad wurdet H. v. Cronberg 18 neudr.; von krankheiten sind etliche erkenntlich, etliche unerkenntlich Paracelsus 1, 484 B; weil aber dieses des menschen vernunfft auch ungründlich und unerkäntlich ist J. Böhme 5, 122; kein unerkentliche (unerkennbare und so täuschende) farb Albertin hirnschleiffer 249; unerkentlich machen pol. maulaffe 340; ein unerkenntlicher unterscheid Lohenstein Arm. 2, 21b; eine unerkänntliche schrifft Kramer (1700) 1, 772c; unerkentlich, indeprehensibilis Aler (1727) 2, 2077b. Heynatz antibarb. 2, 517 verlangt dafür unkenntlich (s. d.). doch noch R. Wagner an A. Neumann 29. Sept. 1882: wer in meinem sinne sie (die Bayreuther schöpfung) fortführen sollte, ist und bleibt mir unbekannt und unerkenntlich. vgl. unerkenntlichkeit 3.
4497 Zeichen · 97 Sätze

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    Neuhochdeutsch
    Unerkênntlich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unerkênntlich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von erkenntlich, genossene Wohlthaten nicht erkennend und darin ge…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unerkenntlich

    Goethe-Wörterbuch

    unerkenntlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Ableitung von unerkenntlich

un- + erkenntlich

unerkenntlich leitet sich vom Lemma erkenntlich ab mit Präfix un-.

unerkenntlich‑ als Erstglied (1 von 1)

unerkenntlichkeit

DWB

unerkenntlich·keit

unerkenntlichkeit , f. , gegentheil der erkenntlichkeit. ältester beleg 1599. 1 1) wie unerkenntlich 1 b: gemeiniglich suchen wir die quelle…