lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

unempfindlich

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
9
Verweise raus
1

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unempfindlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 461
unempfindlich, adj. adv. , insensilis, insensibilis, gegentheil von empfindlich. ahd. uninphindantlîho; unenphintlich Suso; unempfindtlich Maaler 460a; lux. 314a; für indolent Campe verd. 373a. II. passivisch: daz ist mir unenphintlich unerfindlich Suso 249, 4 B.; er waiszt es aber nit und ist jm unentpfintlich Keisersberg pred. 24b; unwahrnehmbar: der glaub ist ain angeben der unempfintlichen dingen Hebr. 11, 1 (argumentum non apparentium) Luther 10, 3, 149, 12 Weim.; unentpfindlicher weysz insensibiliter 23, 296 Weim.; bequemlich ist christenlichem glaub, der sonst an unempfindlichen sachen hengt, etwas empfindlichs anzezaigen, das ain gleichnuss hab unempfindlicher gab B. v. Chiemsee 420; der atem was unempfintlich Braunschweig chir. (1539) 54a; Christus das unempfindliche ... die bepste das empfindliche haupt der kirchen Spangenberg sieben B b iib; der unempfindliche flug des triumphwagens Meyfart Jer. 1, 79; gott ... dem dinge unempfindlich J. Böhme 4, 26; die schnöde liebe ist ... eine libliche gifft ... eine unempfindliche strafe Butschky Pathm. 267. heute spricht man im entgegengesetzten sinne von einer nicht unempfindlichen (recht empfindlichen) strafe, einbusze u. dgl.; durch ihn ward bürd' und last ein unempfindlich schmertz Lohenstein hyac. 2, 22; die seen haben diese unempfindliche bewegung sehr merklich machen müssen Kant 9, 38; Kinderling 284. trotz Campe veraltet; heute dafür unmerklich. IIII. zwischen pass. und act. auffassung steht unempfindlich heimlich, unvermerkt, ohne dasz man es spürt: der felt unentpfintlich in die groszen schweren sünd Keisersberg baum d. sel. 16c; unentpfindlichen adv. bilger 180a; kompt ynn der schlaff unempfindlich Luther 10, 1, 1, 266 Weim.; durch heimliche und unentpfintliche hinlässigkeit Eberlin v. Günzburg 1, 72 neudr.; wie unempfindlich unser haar sich graw zu färben nicht verziehet Weckherlin 1, 498, 3; auch steigernd: unempfindlich schnell 2, 390, 1; davon ich aber unempfindlich den nutzen geschöpft Leibniz d. schr. 1, 277. veraltet. IIIIII. activisch nicht fühlend, gegentheil von empfindlich th. 3, 429, 2. III@11) mit bestimmungen; durch gen.: die saltzseul ist unentpfintlich, also auch die menschen seint unentpfintlich aller gnaden und andacht Keisersberg baum 20a; sein selbs u. has D d 2d; der sunnen oder kelte Franck weltb. 194; das herbe, der schönheit unempfindliche des altitalischen sinns Niebuhr m. gesch. 1, 115. nicht mehr üblich. dat.: lagst unempfindlich meinem kosen Göthejahrb. 11, 5; Herder 22, 209. mit zu: zum übel unentpfindtlich sprichw. (1548) 67b; Lohenstein Arm. 1, 447a; Wieland Herm. 1, 272. auf alles zeitungslust 132. gewöhnlich gegen und für: diese zwey hertzen waren unempfindlich gegen dess glücks stösse Prätorius glückst. 2; gegen die trefflichkeiten .. nicht unempfindlich bleiben Göthe 21, 309, 10 W. für die tugenden Ch. F. Weisse lustsp. 3, 13. auch in: ein hierinnen unempfindlicher fürst Lohenstein Arm. 2, 1380b; in diesem puncte. bei der klage disc. d. mahlern 1, 6. selten über: Lohenstein Arm. 1, 74a. III@22) ohne solche bestimmungen. zunächst unfähig zu empfinden, bewusztlos, ἀπαθής, ἀναίσθητος: also ist der todsünder ... unentpfintlich als ein tod glid Keisersberg bros. 2, 45c; ainer unempfindtlichen complexion spinn. F 5b; da sind sie gleich im schlaff verschieden, ein unentpfindling tod erlieden Sachs 2, 99, 19 K.; unempfindliche creaturen als berg und thal, bäum, holtz, stein Kirchhof wend. 4, 225; so macht di trunckenheit ... di entpfindlichen unentpfindlich Schwarzenberg Cic. 91; punct Fischart Bodin 6b; du bist eisern und gantz unempfindlich Simpl. 122 Kögel; du unempfindliches schwert Buchholtz Herk. 1; in eine recht unempfindliche sicherheit Volck entd. geh. 1, 51; zum unempfindlichsten, zum ersten tag an dem man noch gar nichts eigentlich empfindet Lessing 1, 258; fleisch Zimmermann eins. 4, 116; wage A. v. Haller tag. 1, 269; klotz Schummel empf. reisen 1, 11; stygma Brentano 6, 424; spiel Platen 1, 510; federn, haare Naumann vögel 1, 32; kehlkopf Sömmering bau 4, 509. daher von menschen: stultus, morio, bardus, stupidus Apherdianus 211; insensatus Stieler 484: das du dich so vorstockt, hartmutig, unempfindlich erfindest Luther 6, 236 Weim.; doll, dumm, unentpfindtlich Ryff conf. D iiia; ἀπαθής: der in seiner natur unempfindliche gott Dannhawer cat. 5, 700; der unempfindlichen stoiker Justi Winckelmann 1, 130; unempfindlich zertrümmerst du (natur) dein heiligthum? Göthe 2, 173, 80 Weim. insbesondere unfähig, sich durch empfindungen bestimmen zu lassen; gelegentlich unempfindsam sich nähernd: wer hier nicht freud und lust nimbt ein, musz ja gar unempfindlich seyn Königsb. dichterkr. 210 neudr.; wen man sich von jugendt auff gewehnen solte, unendtpfindtlich zu werden, würde es ein bösz naturel zu wege bringen E. Ch. v. Orleans br. 7, 59; Leonore liesz ihr hertze nicht länger unempfindlich seyn Günther 294; dasz euer herz nicht unempfindlich (unerkenntlich, undankbar) ist Gottsched n. ged. 129; wie viel wahres vergnügen entbehren die kalten unempfindlichen seelen Gottschedin br. 3, 55; lästerungen unempfindlicher und unedler seelen Moore abrisz 268 u. o.; zeitschr. f. d. wortf. 6, 308; unempfindliche helden Lessing 17, 72; liebe gegen eine unempfindliche theater d. D. 13, 154; der herzog ... sah ihre schönheit nicht unempfindlich an A. v. Haller Usong 358; den eine weinende schönheit unempfindlich läszt J. G. Jacobi 1, 185; Steub drei sommer 2, 423; ein system der unempfindlichsten dickfelligkeit Gutzkow 5, 105. III@33) das gegentheil von empfindlich reizbar ist nichtempfindlich, nicht unempfindlich. unempfindlich ist heute stärker als hart, schwächer als gefühllos Weigand syn. 2, 25. —
5781 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unempfindlich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unempfindlich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von empfindlich. 1) Unfähig etwas zu empfinden. Ein unempfindliche…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unempfindlich

    Goethe-Wörterbuch

    unempfindlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    unempfindlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|emp|find|lich adj. 1 insensibl (-i, -a) 2 (gleichgültig) indeferënt (-nc, -a) 3 ‹fig› frëit (-ic, -ida).

Verweisungsnetz

14 Knoten, 9 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 9 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unempfindlich

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unempfindlich 2 Analysen

un- + empfindeln + -lich

unempfindlich leitet sich vom Lemma empfindeln ab mit Präfix un-, mit Suffix -lich, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: un-+empfindlich

unempfindlich‑ als Erstglied (1 von 1)

unempfindlichkeit

DWB

unempfindlich·keit

unempfindlichkeit , f. , mangel an empfindung, nichtempfindung, gegentheil der empfindlichkeit. Keisersberg; Maaler 460 a ; lux. 314 a ; für…