-welle: (
der maschinenteil) empfängt die schwingende bewegung durch die mit der umtriebswelle ... verbundene zugstange Mothes
illustr. baulex. 4, 269. bb)
vom um-, kreislauf der säfte, besonders des blutes: als deines bluts gestöhrter gang mit zähem umtrieb deine glieder und uns mit schneller pein durchdrang Weichmann
poesie der Niedersachsen (1721) 6, 11; aus dem schnellen und starcken pulse wird die hitze, welche aus dem geschwinden und heftigen umtrieb des geblütes entstehet, beurtheilet
allgem. haushalt.-lex. (1749) 2, 594
a; wir (
elfen) fördern den umtrieb der säfte (
in den bäumen) durch stamm und äste Musäus
volksmärchen (1805) 3, 15
Wieland; das erste, was wir als funktion des lebensprincips ansehen müssen, ist der rastlose umtrieb, in welchem es die thierischen flüssigkeiten erhält Schelling
w. (1856) 1, 546. cc)
bei geld oder ware, der umlauf, umsatz: (
im buch wird) von dem umtriebe des geldes in den gewerben gehandelt Gottsched
anmuthige gelehrsamkeit (1751) 5, 448; den wahren umtrieb und ertrag dieser berühmten manufaktur zu bestimmen Nicolai
reise 2, 522; (
das meer) beschleunigt nur die reisen der menschen zueinander und den umtrieb der waaren E.
M. Arndt
schriften für und an s. l. Deutschen (1845) 2, 9; der langsame umtrieb unseres buchhandels Schreyvogel
ges. schr. (1829) 2, 2, 6; schneller gewinn und schneller umtrieb eines kleinen capitals mit wenig mühe ... sagt jedem südlichen volke zu v. Kölle
Rom i. j. 1833, 94; die befruchtende wirkung hängt ... von dem umtrieb des in sammlungen angelegten kapitals ab
handwb. der staatswiss. 2, 59;
selbständiger, wie '
handel': da die ländliche einsamkeit nicht viel gewerbe und umtrieb gestattete Tieck
schr. (1828) 17, 55. dd)
das umherschweifen, herumtreiben: eine grössere lebhaftigkeit und gewisse unruhe ... treibt sie (
die trapper) zu einem ungeregelten umherschweifen ... bei solchen umtrieben streichen sie dann sich nicht selten vergessend oft durch gegenden über bäume Naumann
naturgesch. der vögel (1822) 7, 35; ich rutschte so schnell vom erkletterten kirschbaum hinab, dasz die hosen zerrissen und meiner mutter das geheimnisz dieser hohen umtriebe nicht verborgen bleiben konnte Fr. v. Raumer
lebenserinnerungen 1, 8; strolche und verlaufen gesindel, das vom kriege her noch in den wäldern umtrieb halten sollte Storm
w. (1899) 3, 213; Bullinger hatte den mann zu Zürich bei schwärmendem umtriebe mit dem stadtarzte Klauser beobachten können Kolbenheyer
Paracelsus (1926) 3, 226. 22)
in uneigentlicher verwendung haben sich eigene bedeutungen entwickelt, darunter die heute überhaupt gebräuchlichste (
s. u. d). 2@aa)
allgemein, bewegung in nicht körperlichem sinn: Paris ist nicht eine stadt, sondern eine welt, in ewigem umtriebe Rebmann
zeichnungen (1798) 1, 5; seine gegenwart, immer aufregend und belebend, brachte bald den ganzen kreis in umtrieb Göthe IV 37, 210
W.; (
durch falsche wortstellung) wird der schnellere umtrieb der gedanken ... gehindert Fr. Schlegel
deutsches museum (1812) 1, 207;
specieller: sie wünschen sich also keinen andern höhern wirkungskreis, als sie jetzt haben, ... keinen andern als den einförmigen umtrieb meiner fabrik? Iffland
theatral. w. (1827) 3, 226; die betrügereien, die seit sechs jahren im umtriebe des moorgeschäfts nachgewiesen werden können Heer
könig der Bernina (1904) 202; wenn
auch keine beweisbaren unredlichkeiten geschahen, kam ihm doch der ganze umtrieb und wettbewerb ums geld oft unleidlich roh ... vor H. Hesse
nachbarn (1909) 176;
so als terminus des bergwesens: umtrieb
die bauhafthaltung eines gebäudes mit wirklicher grubenarbeit; daher sagt man: die zeche ist nicht mehr im umtriebe,
wenn sie lieget und nichts darauf gethan wird bergmänn. wb. (1778) 581;
s. auch Veith
bergwb. 513: dasz das bergwerk wieder in umtrieb kommen soll Göthe IV 4, 25
W.; dasz man ... diesen bergbau ... in umtrieb werde setzen können I 36, 368.
bald mehr activisch, wie '
tätigkeit': der eine (
gelehrte) ... läszt es zu keinem ordentlichen worte kommen, weil er nicht lust hat etwas anzuerkennen, was über seinen gewöhnlichen kreis der umtriebe hinausgeht Solger
nachgel. schr. (1826) 1, 359; der anhaltende umtrieb in den geschäften des amts (
ist es) ..., weswegen ein ... vorsteher mit der zeit immer geschickter wird Harms
verm. aufsätze (1853) 60; eine gier nach umtrieb und arbeit zog sie ins haus Dörfler
törichte jungfrau (1930) 307; ein mann braucht zu seiner liebe noch hantierung, umtrieb, sonst wird er sauer 35. 2@bb)
in der forstwirtschaft: umtrieb
heiszt der zeitraum, in welchem ein holzbestand von seiner entstehung an verjüngt, nämlich abgehauen wird Behlen
forstkunde (1840) 6, 109: die pappeln wachsen geschwind und geben im fünfzehnjährigen umtrieb schon gutes schlagholz Zschokke
s. ausgew. schr. (1824) 11, 95; der umtrieb des kiefernhochwaldes richtet sich ... nach der beschaffenheit des bodens Roszmäszler
wald (1863) 286; der bestand ... stirbt ab und hinterläszt lücken, weshalb wohl ein kürzerer umtrieb hier einzuführen Ratzeburg
waldverderbnis (1866) 2, 242; die grössere schönheit der in langen umtrieben bewirtschafteten wälder H. v. Salisch
forstästhetik (1902) 6;
dazu zusammensetzungen wie