umschatten,
in älterer zeit auch -schettigen, -schattigen, -schetwen, -schatwen,
vb., untrennbar, ringsum beschatten; obumbrare umschatten Diefenbach 391
b;
inducere umbras fontibus schatten machen mit böumen umb die brunnen oder böum pflantzen den brunnen schatten zegeben oder zuo umbschattigen Frisius (1556) 1399
a: (
im part. praet. umgeschattet
statt umschattet): (
die grenze) von demselben stöcke zu geende gerichte uf eine kleine umbgeschatte geczeichente eiche bei dem lantwege (1390)
monum. hist. Warmiensis 5, 207; ein wolken wart gemacht und umbschetigt sy
erste deutsche bibel 1, 153; der see Erno ... wird rings herumb mit einem waldt umbschattet P. Uffenbach
Atlas minor (1609) 41; schönes haar umbschattete überal seine achslen Schupp
schr. (1663) 773; die wege nun umschatten die finsternissen dick Hohberg
habspurg. Ottobert (1664) Q q 6
a; auf der mit lorbeern umgrünten und umschatteten bühne Böttiger
kleine schr. 1, 323; ihre schwarzen und wie
[] von einer entzündung aller feinsten äderchen bis in die wangen rings umschatteten augen Gutzkow
zauberer von Rom (1858) 1, 246; dasz die besonnten matten plötzlich sich gewitterhaft umschatten, dasz der blaue himmel sich umdüstert Gerok
auf einsamen gängen20 69;
uneigentlich: ja wenn des glückes sonn ihr licht so hoch wird steigen, dass sich Octaviens umbschattend hass muss neigen Lohenstein
Agrippina (1685) 83; so umschatten mich gedanken an das grab der geliebten Klopstock
oden 1, 179
M.-P.; komm, stille ruh, komm, süsse einsamkeit, umschatte mich! Wieland 3, 157
akad.; den oberen theil des gesichts umschattete ein gewisser ernst, fast melancholie S. Mereau
Kalathiskos (1801) 2, 17; aller jammer, so ich zeithero erlitten, hatte mir meine sinne also umbschattet, das mir solches gar nicht in die gedanken kam W. Meinhold
bernsteinhexe 203.
seit alters in der übertragung von Luc. 1, 35
virtus altissimi obumbrabit tibi (
δύναμις ὑψίστου ἐπισκιάσει σοι): diu tugende des allerhohisten diu umbescatwet dich Roth
deutsche predigten des 12.
und 13.
jahrh. 79; in welches hosten crafft, mit der du, jungfraw, keusch umschatet wer, enpfingstu schon den schepfer aller welte H. Folz
meisterlieder 56, 70
Mayer; du erwaltest si dir ze ainer gespons und du umschetwetest si
heiliggeistgrusz des 15.
jahrh. in Alemannia 4, 96; der heilig geist wirt von oben hernider in dich kommen, und die krafft des aller höchsten wirt dich umbschettigen Luther 7, 189
W. —