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uhren

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
8 in 6 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Uhren

Bd. 5, Sp. 545
Uhren (vom lat. hora), Instrumente zur Messung der Zeit. Die jetzt gebräuchlichen U. mit Räderwerk haben die früheren Sand- u. Wasser-U. gänzlich verdrängt; nur die Sonnen-U. finden noch eine beschränkte Anwendung. Die Kraft, welche das Räderwerk in Bewegung setzt, ist entweder ein Gewicht od. die Elasticität einer Metallfeder, man hat also Gewicht- u. Feder-U. Um die Achse des ersten Rades ist eine Schnur gewunden mit anhängendem Gewicht, durch dessen Herabsinken die Achse und damit das Rad in drehende Bewegung gebracht u. diese Bewegung sodann durch die ganze Reihe der ineinander greifenden Räder fortgeleitet wird. Man unterscheidet im Räderwerk 2 Hauptabtheilungen, das Gangwerk u. das Zeigerwerk, bei Schlag-U. auch das Schlagwerk. Jedes Rad ist sowohl am Umfange seiner Scheibe als an seiner Achse mit Zähnen versehen. Die Scheibenzähne jedes Rades greifen in die Achsenzähne (Getriebe) des nächstfolgenden Rades u. so erhält jedes folgende Rad seine Bewegung durch das vorhergehende, und zwar stets eine schnellere als dieses, so daß das letzte Rad des Gangwerks (das Steigrad) die schnellste Drehung hat. Um diese langsamer zu machen, ist die sog. Hemmung (échappement) angebracht. Bei den Gewicht-U. ist dies das Pendel, das mit einer ankerähnlichen Vorrichtung (Anker) in Verbindung steht. Gleichförmig mit den Schwingungen des Pendels bewegt sich auch der Anker hin u. her u. greift mit seinen 2 Zähnen abwechselnd rechts und links in die schiefen Zähne des Steigrades, wodurch jedesmal eine vorübergehende Hemmung u. dadurch eine Verzögerung der Bewegung dieses Rades hervorgebracht wird. Diese pflanzt sich rückwärts durch das ganze Gangwerk fort u. macht, daß die Schnur mit dem Gewichte des ersten Rades nur äußerst langsam sich abwinden kann u. die sonst beschleunigte Fallbewegung des Gewichtes eine gleichförmige wird. Die Hemmung bringt somit Gleichförmigkeit und den erforderlichen Grad der Schnelligkeit in das Gangwerk. — Das Zeigerwerk erhält seine Bewegung vom Gangwerk u. besteht aus dem Minuten-, Wechsel- u. Stundenrad. Das Minutenrad dreht sich genau in einer Stunde 1 mal um u. trägt auf seiner Achse den Minutenzeiger; es greift zugleich in das Wechselrad u. dieses in das Stundenrad ein, welches letztere dadurch eine 12mal langsamere Bewegung erhält und auf seiner Achse den Stundenzeiger trägt. — Bei den Feder-U. wird die Bewegung durch die Elasticität einer spiralförmigen stählernen Feder bewirkt, welche innerhalb des Trommelhauses mit ihrem einen Ende an einem unbeweglichen Stifte, mit dem andern an der innern Seite der Trommel befestigt ist. Neben der Trommel befindet sich das erste Rad, das Schneckenrad, kegelförmig und mit schneckenförmigen Umgängen versehen. Trommel und Schneckenrad sind durch eine lange gegliederte Kette miteinander verbunden. Wird nun durch Umdrehen des Schneckenrades die Uhr aufgezogen, so windet sich die Kette auf die Umgänge der Schnecke u. zieht damit die Trommel in gleiche drehende Bewegung, wodurch die Feder in derselben gespannt wird. Sich selbst überlassen, dreht sich die gespannte Feder wieder auf, dreht die Trommel nun in entgegengesetzter Richtung u. indem sich so die Kette auf der Trommel auf- u. von der Schnecke ab windet. erhält auch das Schneckenrad die gleiche drehende Bewegung, welche sich dann wieder auf die fernern Räder fortpflanzt. Die Schnecke dient zugleich, um die Ungleichförmigkeit in der Wirkung der Feder auszugleichen, indem sie bei der allmälig schwächer werdenden Kraft der sich aufrollenden Feder dem Zuge der Kette einen allmälig länger werdenden und somit kräftigeren Hebelarm darbietet. Die Hemmung ist bei den größeren Feder-U. (den sog. Stand-U.) gewöhnlich die schon beschriebene mit Pendel und Anker; bei den kleinen Taschen-U. dagegen wird das Pendel durch eine spiralförmig gewundene sehr seine Stahlfeder (die Spirale) ersetzt, deren eines Ende am Uhrgestell befestigt ist, das andere an der Unruhe, einem ungezähnten Rade, an dessen Achse zwei Lappen sich befinden, die abwechselnd in die Zähne des Steigrades eingreifen. Die Schwingungen der Spirale u. der Unruhe sind ganz ähnlich denen des Pendels. Eine bedeutende Verbesserung dieser Hemmung ist die neuere Cylinderhemmung, bei der die Achse der Unruhe einen hohlen u. ausgeschnittenen Cylinder bildet, in den das hier horizontal liegende Steigrad eingreift. Die Cylinder-U. haben viel sicherern Gang und gestatten bei der horizontalen Lage des Steigrades einen viel flacheren Bau, auch ist die Schnecke bei ihnen zur Ausgleichung unnöthig, fällt daher weg. — Die genauesten tragbaren U. sind die Chronometer oder Seeuhren. Nach den Zeitangabe unterscheidet man U. für mittlere Sonnenzeit (die gewöhnlichen), für wahre Sonnenzeit u. solche für Sternzeit (astronomische od. Stern-U.). Im Alterthum kannte man nur Sand-, Wasser- u. Sonnen-U. Ueber den Erfinder der Räder-U. u. die Zeit der Erfindung ist man noch im Ungewissen. Im 12. Jahrh. kommen sie bereits in den Klöstern vor; im 15. Jahrh. waren sie schon allgemein verbreitet. Die Taschen-U. soll 1500 Peter Hele in Nürnberg erfunden haben.
5081 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    UhrenDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    ≠ Der Uhren , — s, Mz . gl. der weiße Ahorn, Bergahorn (Acer pseudoplatanus L .).

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Uhren

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Uhren (vom lat. hora ), Instrumente zur Messung der Zeit. Die jetzt gebräuchlichen U. mit Räderwerk haben die früheren S…

  3. modern
    Dialekt
    uhren

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia uhren in den Zss. lunk-, spil-, MeckWB tütuhren ; MeckWB schuluhrt .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uhren

120 Bildungen · 96 Erstglied · 24 Zweitglied · 0 Ableitungen

uhren‑ als Erstglied (30 von 96)

Uhrenkuß

SHW

Uhren-kuß Band 6, Spalte 43-44

Uhrenader

RhWB

uhren·ader

Uhren-ader ǫ·u.ər:dər Bitb-Stdt f.: eine unterirdische Wasserader; sumpfige Stelle.

uhrenarbeiter

DWB

uhren·arbeiter

uhrenarbeiter , m. , arbeiter in der uhrenfabrication: vereine derjenigen uhrenarbeiter, welche die uhrenbestandteile herstellen hwb. d. sta…

uhrenausstellung

DWB

uhren·ausstellung

-ausstellung , f. : am 20. d. m. wird ... eine vom deutschen uhrmacherbunde veranstaltete uhrenausstellung eröffnet werden, welche ein bild …

Uhr(en)bampel

PfWB

uhren·bampel

Uhr(en)-bampel f. : 'Schmuckanhänger an der Uhrkette', Uhrebambel [Rockhs]; vgl. PfWB Berlocke . —

uhrenberechnung

DWB

uhren·berechnung

-berechnung , f. , die berechnung des räderwerkes und des gewichtes auf den gang einer uhr, um diesen darnach bestimmen zu können, d. h. um …

Uhrenblaser

MeckWB

uhren·blaser

Wossidia Uhrenblaser a. Spr. -bleser m. Zuträger, Verleumder: susurro 'ein Ohrenbleser' Chytr. 316; 'welckere ... spitzhOedische Ohrenbleser…

Uhrenblume

RhWB

uhren·blume

Uhren-blume PfWB (s. S.) f.: 1. ǫ·u.ər-, ūər- Kornrade, Agrostemma githago Saarbr-Stdt , Kreuzn-Weiler , Trier-Fell Riol , Schleid-Kall , Di…

Uhr(en)deckel

PfWB

uhren·deckel

Uhr(en)-deckel m. : 'Schließdeckel (über dem Glas) einer Uhr', Uhʳdeckel [ RO-Odh ], Uhre- [NW-Frankeck Damm Dreifaltichkäät 95]. RhWB Rhein…

uhrenfabrik

DWB

uhren·fabrik

-fabrik , f. , selten uhrfabrik ( Nicolai reise 1, 17 ), fabrik, in der uhren hergestellt werden: Krünitz 193, 413 ; Joh. v. Müller s. w. (1…

uhrenfabrikation

DWB

uhren·fabrikation

-fabrikation , f. , herstellung von uhren: Karmarsch-Heeren techn. wb. 3 9, 749; 7, 789; die Schwarzwälder u. hwb. d. staatswiss. 2 4, 388; …

Uhr(en)feder

PfWB

uhren·feder

Uhr(en)-feder f. : 1. 'Aufziehfeder in Uhren', Uhrefeddeʳ , -ferreʳ [mancherorts], Uhʳ - [verbr.], -felleʳ [ KU-Bedb ]. — 2. 'zusammengeroll…

Uhr(en)gehäuse

PfWB

uhren·gehaeuse

Uhr(en)-gehäuse n. : 'Gehäuse um das Laufwerk einer Uhr', Uhreg(e)hais [mancherorts], Uhʳ - [verbr.]. RhWB Rhein. IX 33 . —

Uhr(en)geschäft

PfWB

uhren·geschaeft

Uhr(en)-geschäft n. : 'Laden, in dem Uhren verkauft werden', Uhreg(e)schäft [verbr.]; vgl. PfWB Uhrenladen . —

uhrengewerbe

DWB

uhren·gewerbe

-gewerbe , n. , gewerbe, das mit der herstellung von uhren zusammenhängt: Nicolai reise u. s. w. (1783 ff. ) 10, 45 beil. —

uhren als Zweitglied (24 von 24)

einuhren

RhWB

ein·uhren

ein-uhren ēn-, enū:rə(n) ebd. schw.: 1. das Mittagsschläfchen halten. — 2. überhaupt pausen, z. B. morgens 10 Uhr (zuweilen) Viersen . S. au…

gefuhren

DWB

gef·uhren

gefuhren , verstärktes fuhren, nähren ( s. das vorige 3): denn er hett so vil volks, dasz sie niemant gefuoren möcht. Augsb. chr. 2, 244, 25…

infäuhren

MeckWB

Wossidia infäuhren s. MeckWB inführen .

Kopmannsuhren

MeckWB

Wossidia Kopmannsuhren Pl. n. 'Kaufmannsohren', scherzhaft für anliegende Ohren, hinter denen ein Bleistift gut haftet Ma Malchin@Rittermann…

lunkuhren

MeckWB

Wossidia lunk-uhren lauschen auf ein fernes Geräusch oder eine leise Unterhaltung Wi Wismar@Rerik Rer ; Schö Schönberg@Demern Dem ; Ro. — Kü…

Minschenuhren

MeckWB

minsche·n·uhren

Wossidia Minschenuhren Pl. Menschenohren, wegwerfende Bezeichnung der Backbeeren als unbeliebtes Gericht (1910) Wa Waren@Groß Flotow GFlot ;…

Neunuhren

PfWB

neun·uhren

Neunuhr-brot , Neunuhren- n. : 'zweites Frühstück', Neinuhʳbrot [ RO-Dielkch LU-Limbghf ], Neinuhre- [ KL-Fischb LA-Ilbh GH-Kand ], Neiⁿ - u…

œwerruhren

MeckWB

ow·er·ruhren

Wossidia œwerruhren ( œwer- betont) mit Rohr bedecken Wa Waren@Vipperow Vipp ; an Decken und Wänden zum Binden des Putzes: Wagtsm. Dörp. 2, …

Sechsuhren

RhWB

sechs·uhren

Sechs-uhren -ū:rə·n. Kobl ; -ȳ·ə.rχə n. Ahrw ; -ū:rəs m. Erk ; -ū·ə.rəskpkə n. Heinsb-Millen : Imbiss um sechs Uhr nachmittags.

spiluhren

MeckWB

spil·uhren

Wossidia spiluhren die Ohren spitzen, neugierig lauschen Ro Rostock@Nienhagen bei Doberan NHagD ; Puls Hw. 112; von Pferden, Hasen: spilohre…

tütuhren

MeckWB

tuet·uhren

Wossidia tütuhren lauschen: hei tütohrt naa achter Puls Hw. 213.

übermuhren

DWB

übermuhren , v. , mit moränenschutt überdecken: ebenen, die ihr ( die Karwendelgipfel ) in grauer vorzeit mit euerm schutte übermuhrt Barth …

unfuhren

DWB

unfuhren , verb. , unfuhr treiben; mhd. unvuoren Staub-Tobler 1, 971 : in dem gähen unfurn Sachs 16, 283, 25 Götze; Manuel weinspiel 963 . v…

verfuhren

LothWB

ver·fuhren

ver-fuhren tr. v. D. Si. verfahren, durch Fahren abnutzen: e Wê’ verf.

verruhren

MeckWB

ver·ruhren

Wossidia verruhren mit Rohr versehen 1. mit Rohr decken: de Däkers säker verruhrt Bri. 5, 113; scherzh. bildl.: lat di man dat Dack frisch v…

verwuhren

DWB

verwuhren , vb. , mit einem damm versehen, zu wuhr ' staudamm ' ( s. d. ): der bach ... sölle nit verwuret, ouch unuffgehalten uff die müli …

vieruhren

DWB

vier·uhren

vieruhren , verb. , zur vesper essen Crecelius oberhess. wb. 2, 883 .

winterfuhren

DWB

winter·fuhren

winterfuhren , vb. , den winter über füttern, vgl. DWB winterfuhre , DWB fuhren ( teil 4, 1, 1, sp. 430): ward ain mann ... bewegt, dasz er …

zuruhren

DWB

zur·uhren

zuruhren , v. , die zweite umpflügung beenden, s. DWB ruhr 3, th. 8, 1458: und soll auf Bartholomäi aller acker gantz zugeruhret, und die ru…