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übernachten

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

übernachten

übernachten

Nacht f. ‘Zeit zwischen Abend- und Morgendämmerung, Dunkelheit’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. naht, mnd. mnl. nl. afries. nacht, aengl. nieht, niht, engl. night, anord. nātt, nōtt (auch als Zeiteinheit tveim nōttum sīðarr ‘zwei Tage später’), schwed. natt, got. nahts (germ. *naht-) können mit aind. nák (Stamm nákt-), lat. nox (Genitiv noctis), lit. naktìs, aslaw. noštь, russ. noč’ (ночь) auf ie. *nokt- ‘Nacht’ zurückgeführt werden. Schwierigkeiten macht die Erklärung von hethit. nekuz (mehur) ‘Nachtzeit’ und griech. nýx, Genitiv nyktós (νύξ, νυκτός), die auf ie. *neku̯-, *noku̯- mit suffixalem t weisen könnten. Die weitgehende Übereinstimmung der ie. Sprachen in den Ausdrücken für ‘Nacht’ (anders als bei ‘Tag’, s. Tag) wird auf die Verwendung der Bezeichnung als Zeiteinheit zurückgeführt. Man zählt in alter Zeit nach Nächten, weil nur in der Nacht die der Bemessung von Monat und Jahr zugrundegelegte Beobachtung des Mondes möglich ist. Reste der alten Zählung finden sich in mhd. siben nehte, vierzehen nehte ‘sieben bzw. vierzehn Tage’ und noch in engl. fortnight ‘vierzehn Tage’. Neben das Femininum treten früh unter Einfluß von Tag flektierte Formen wie des Nachts, eines Nachts (wozu nachts Adv., s. unten). In der Verwendung von Nacht und Abend (s. d.) zeigen sich landschaftliche Unterschiede bis in jüngere Zeit, insbesondere südd. steht Nacht auch anstelle von Abend, vgl. südd. Nachtmahl, nordd. Abendbrot. – nachts Adv. ‘während der Nacht’, ahd. (8. Jh.), mhd. nahtes, adverbiell erstarrter Genitiv, gebildet in Analogie zu den unter tags (s. d.) behandelten Formen. nächtlich Adj. ‘bei Nacht, jede Nacht’, ahd. nahtlīh (um 800), spätmhd. nehteclich. nächtigen Vb. ‘übernachten, die Nacht zubringen’ (19. Jh.). übernachten Vb. ‘über Nacht bleiben’ (16. Jh.). umnachten Vb. ‘mit Nacht umhüllen, geistig verwirren’ (18. Jh.), jünger insbesondere als Part.adj. (geistig) umnachtet. Nachtschatten m. Name mehrerer Pflanzen, ahd. nahtscato (11. Jh.), mhd. nahtschate, eigentlich ‘nächtlicher Schatten’, als Pflanzenname hingegen unerklärt. Nach den schwarzen Beeren mancher Arten? Umdeutung aus dem unter Schaden (s. d.) angeführten Substantiv, da der nächtliche Blütenduft schädlich sei? Oder nach der volksmedizinischen Verwendung der Pflanzen gegen nächtliche Beschwerden wie Alpdrücken, Mondsucht? Nachtschattengewächs n. (19. Jh.).
2354 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Übernachten

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Übernachten , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, die Nacht an einem Orte zubringen, über Nacht an einem Orte bl…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    übernachten

    Goethe-Wörterbuch

    übernachten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    übernachtenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    über-nachten schw. : 'die Nacht über dableiben, nächtigen', -nachde, -naachde [mancherorts]. Mer hen missen im Wald i. […

  4. Spezial
    übernachten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    über|nach|ten vb.intr. sté sura nöt, pernoté (-tëia). ▬ jdn. übernachten lassen lascé sté sura nöt valgügn; ti dé alberc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uebernachten

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Zerlegung von uebernachten 2 Komponenten

uebern+achten

uebernachten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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APA
Cotta, M. (2026). „uebernachten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/uebernachten/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „uebernachten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/uebernachten/pfeifer_etym. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „uebernachten". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/uebernachten/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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