überflüssig,
adj. und adv. superfluus, abundanter. mhd. übervlüʒʒec
mhd. wb. 3, 351
a; Lexer
handwb. 2, 1675.
formen: über-flüszig, -floszick, -flosig, -flissig Diefenbach-Wülcker 879.
in der schriftsprache findet sich neben überwiegendem gebrauch von überflüssig
auch die form mit entrundetem (
und gedehntem?)
vokal überflieszig
bis in das 18.
jahrh., gestützt durch die anlehnung an überflieszen,
so noch vereinzelt bei Klopstock
und Lessing;
vgl. Heynatz
handb. 382
a.
bedeutung und gebrauch: neben der sinnlichen bedeutung für abundans, redundans (
synon. überflieszend)
findet sich schon mhd. bildliche und abgezogene verwendung; sie überwiegt seit dem 16.
jahrh. weitaus und führt über copiosus zu foecundus und luxuriosus, und weiter zu supervacuus, unnütz. die wbb. des 16.
bis 18.
jahrh. verzeichnen meist nur die bedeutungen abundans, copiosus, uber und luxuriosus, erst von der mitte des 18.
jahrh. an wird auch regelmäszig die bedeutung '
nutzlos, zwecklos'
gebucht. nachzuweisen ist sie schon frühnhd. AA.
in adjectiv. function. A@11)
superfluus, abundans, copiosus, faecundus, lausus, luxuriosus, oppiparus Alberus (1540) ff iiij
b;
huber, fruchtbar Frisius
dict. 635
b;
copiosus, huber, superfluus Calepinus
undecim ling. 334
a; 660
a; 1422
a;
superfluus redundans, copiosus Garthius 152
b, 644
a, 735
b;
reichlich, die mänig, largus, opulentus Emmelius Nn 7
a.
wolhabend, fruchtbar Megiserus
thes. 2 (1615) 350
b; 674
c;
affluens, copiosus, abundans Schönsleder
prompt. (1647) Q 1
b;
überentzig, mehr als genug, abondant, plantureux Stör (1650) 496
b;
copioso, ubertoso, abondante, übermäszig, häufig Kramer (1678) 1068
b;
largus, profusus, omnium rerum abundans Kirsch (1723) 298
b;
exuberans, cumulatus Hederich (1729) 2401;
vgl. auch Steinbach 1, 470. A@1@aa)
attributiv. A@1@a@aα)
in sinnlicher bedeutung für überflieszend, überströmend: ein ungestums uberflussig wasser,
torrens Melber Z 6
a; Diefenbach
gloss. 589
b s. v. torrens; diser zeit ist Rhom durch überflüssige wasser in groszer theurung und not gewest Schwarzenberg
teutsch Cicero (1535) 4
b; si haben das ertrich ... geseubert von den ... überflüszigen wässern Münster
cosmogr. vorrede 4; darnach als er das betrübte und traurige gesicht mit uberflüssigen zehern ubergosz
buch der liebe (1587) 109
a; der knab vor freuden vergieszete überflüssige zäher Schupp
schr. 796; als die tugendsame Cordula alleine. beweinete sie mit überflüszigen thränen ihren unglückseligen zustand
Parthenophilus (1719) 156.
in der neueren sprache selten. nahe kommt etwa folgende verwendung: das ganze jahr über hat er (
d. brunnen) schönes, lauteres, überflüsziges wasser, das nicht eher aufhört, als wenn jemand ... soll sterben Grimm
deutsche sagen 1, 83. A@1@a@bβ)
die alte sinnliche bedeutung, bezw. lebendiger bildinhalt liegt auch vor in der bibelstelle: ain gut masz und ain volle und eingedruckte und ain überflüssige masz wirt euch gegeben in ewer schosz Tauler
sermones (1508) C I
a; ein gut masz und ein volles und ein aufgehauftes und ein überflüssigs gebent si ewerm busem
Luc. 6, 38
erste deutsche bibel. vgl.: ein überflüssige oder überflüssende masz Keisersberg
postille 3, 51
a;
ebenso Luther: ein vol, getruckt, gerüttelt und überflüssig mas 6, 147, 38
Bindseil; vgl. auch Th. Stör
an Anton Thurler (1524)
bei O. Clemen reformations-flugschr. 3, 388.
ähnlich: darumb heist er auch die belonung in jenem leben mit ihrem rechten namen
mercedem copiosam, ein uberflüszige und geheuffte vergeltung Musculus
vom himmel und der hölle B 4
b; aber letzt schleget doch untreu seinen eignen herren, und wird ihn mit einer volgerüttelten, geschüttelten überflüssigen cölnischen maas bezahlet
Reinike fuchs (1650) 40. A@1@a@gγ)
die lebendige beziehung zum verbum überflieszen
zeigt sich in präpositionalergänzungen zu überflüszig
im frühnhd. wie: ein überflüssig land von balsam Franck
weltb. 142
b; Januensis was ein stat ... uberflössig von guttern und aller libesnarung
N. v. Wyle
Marina in zs. f. d. altert. 29, 325. A@1@a@dδ)
in abgezogener verwendung: reich, stark, grosz, auch allzu reich, allzu grosz, bei abstracten allgemein, in der älteren sprache aber in breiterer verwendung als in der neuern: Jhesus minneclicher Crist, ... du bist daʒ übervlüʒʒic gut, des herzen spil, der genaden vlut
schausp. d. mittelalters 1, 210
Mone; so hat mich gott reichlich beladen mit überflüssigen genaden Hans Sachs 1, 157
Keller; im sin gemüte frölich waʒ von dem überflüssigen wunder, daʒ sin sele befunden hate Suso
deutsche schr. 101, 14
Bihlmeyer; Marcus Varro und Thitus Livius dise zwen besunderleich der Römer kroniken mit wurten überflüssiger süezzichait habent beschriben
österr. chron. von d. 95
herrschaften 6. umb ... grossen überflüssigen zorns willen Arigo
decam. 266, 14
Keller; überflüssige geitikeit 31, 26; o Maria du küngin der engel, ich ermanen dich der grossen überflüssigen fröud, die dyn seel und lyb enpfieng
der ewigen wiszheit betbüchlin 81
b; der unentlichen, überflüssigen gütikeit gottes Keisersberg
bilgersch. 27
c; Christus redet es aus uberflussiger gutte Luther 8, 370
Weim.; silber und gold, salz, wein und korn, früchte, fleisch, milch und honig bringet unser vaterland nicht nur zur nothdurft, sondern in überflüssiger menge Schill
teutscher sprach ehrenkranz (1644) 165; der abenteuerliche mensch (
hat) sich ... in poetischen büchern mit überflüssigem fleisz umgesehen Birken
fortsetz. d. Pegnitzschäferei (1645) 87; dafür ... Jesus Christus sein blut vergossen, und überflüssige bezahlung gethan hat Schupp
schr. (1663) 436; bei diesem nun hatte Lucius überflüszige gelegenheit der Dido seine liebe fürzutragen Lohenstein
Arminius 1, 466
b; so geruhe sie doch diese thränen zu mäszigen und durch überflüssige traurigkeit mich nicht sterben zu lassen Ziegler
asiatische Banise (1689) 319; dasz man lange zeit von überflüssigem schnee ... nit gewandlen mocht Stumpf
Schwytzerchron. (1606) 726
a; zu seinem nicht allzu überflüssigen vermögen Schnabel
insel Felsenburg 23, 16
Ullrich; der überflüszige gebrauch (
des schnupftabaks) ... verursachet allerhand schädliche zufälle
mediz. maulaffe (1719) 95; der sänger des Messias hat überflüssige schönheiten als dasz man ihm welche andichten müsse, die keine sind Lessing 5, 79; aus überflüsziger, wilder und üppiger kraft Wackenroder
herzenserg. (1797) 155; bedenke deine überflüss'ge schuld, und preise gottes strafendes verhängnisz Brentano 1, 128. A@1@a@eε)
aus δ verengt: luxuriosus, excessivus voc. theut. (1482) hh 6
b; überflüssiger, übertrettenlicher Diefenbach
gloss. 380
c s. v. nimirus (
l. nimius);
unmäszig, geil, dem überflusz und mutwillen ergeben Calepinus
undecim ling. (1598) 847
a;
nur in der älteren sprache. überflüssig in tranck, kleidung,
luxuriosus Dasypodius
dict. Niiij; abzustellen und zu vermeiden unnotturfftige und überflüssige costung (15.
jahrh.)
Nürnberger polizeiordn. 70; überflüssige kleydung Keisersberg
bilgersch. 12
a; unser jungkern vom adel haben bisher gnug ... gebranget mit alzu uberflüssiger kost und kleidung Luther 30, 2, 181
Weim.; solchen überflüssigen und unnötigen unkost Mathesius
Sarepta (1571) 45
b; die nüchternheit ist eine enthaltung von überflüssiger nahrung Comenius
ianua (1669) 829. A@1@a@zζ)
selten als concretum substantiviert: du wellest nit zürnen ob ich zu dir red ... als der betrübt zu dem tröster, als der arm zu dem reichen und überflüssigen (
sicut pauper ad divitem et abundantem)
puch der himl. offenb. der heil. Birgitte (1502) 4, 60. A@1@bb)
prädicativ: überflüssig sein,
abundare. in den meisten wbb. vom 16.
jahrh. an gebucht, vgl.: überflüssig und völlig seyn, ein völle und gnüge haben Frisius
dict. 12
b s. v. abundo; Maaler 442
c; Calepinus
undecim ling. (1598) 14
b; 53
a; 515
b; 533
b; 1420
a s. vv. abundo, affluo, exhubero, superabundo; Emmelius Nn 7
b; Stör (1650) 496
b;
vollsein Megiserus
thes. 1, 511
c; Dentzler
clavis ling. lat. 295
a; sît doch daʒ rûhe wesen sol überflüʒʒic unde vol Ottokar
chron. 71609
Seemüller; mein hertzleid kann ich nit auszsprechen, es ist zu grosz und überflüssig Hans Sachs 10, 86
Keller; fröwent euch und frolockent, wan euwer lon ist überflüssig in den himmeln Keisersberg
evangelienbuch (1515) 206
a; ir liebe überflüssig und on masze was Arigo
decam. 96, 24
Keller; und ist ... di recht war fraindschafft vil reycher und überflüssiger Schwarzenberg
teutsch Cicero (1535) 74; so er (
der schlaf) aber überflüssig und zu vil ist, bringt er ungemach und zu zeiten den tode Eyb
spiegel der sitten (1511) R 2
a; wo reichtum überflüszig, da ist tugend teuer Butschky
hochdeutsche kanzelei 291. A@1@cc)
in der älteren sprache mit gen.-ergänzung: dein munt ist überflüssig gewesen der boszheit
ps. 49, 19 (
vulgata: abundavit)
erste deutsche bibel; (
die laien und der pöbel sind) auf alle weis der torheit so voll und überflüssig, dasz sie übergehen Franck
moriae enc. 87, 29.
häufiger mit präpositionalergänzung: wie gewaltig und überflüssig er mit reden gewesen sei, zeigen die bücher an, die er hinder im gelassen hat Achatius 242
a; Creta, überflüssig mit wilden geiszen, hat gar kein wolf Franck
weltb. 18
a; alhie sol man auch wol mercken das gott in diesem text gar reich und überflüssig mit worten ist Luther 16, 41
Weim.; (
die geiszen sind) reich und überflüssig von milch Gesner
thierb. übers. v. Herold u. Forer (1563) 57
a; Gallia (
war) an früchten und leuten ... reich und überflüssig Stumpf
Schwytzerchr. (1606) 14
a; diese insul ist sehr überflüssig und fruchtbar an früchten Decker
diurnal (1629) 20; (
gott ist) auch volkommen und überflüssig in seinen laistungen, also das er alltzeit mer gibt dann er verhaiszt oder gebeeten wirt Keisersberg
pred. 98
b; am viech hat Hispanien auch kein mangel, sonder es ist überflüssig darinn Münster
cosmogr. 73. überflüssig haben,
affluo i. e. abundo Garthius 26
a;
exuberare Kirsch (1723) 298
b; sein nahrung und proviandt hatt dr. Faustus uberfluossig
volksb. v. dr. Faust 24
neudr.; trincken solt du überflüssig haben
Creizenach schausp. engl. comöd. 224, 15.
mit gen.: eins dings gnug und überflüssig haben Frisius
dict. 161
b s. v. bene; nun bruch diser guoten spys nach dynem willen; deren hab ich täglich überflüssig Steinhöwel
Äsop 93.
mit an: dasz sie überflüssig an beweglichen und unbeweglichen gütern haben Comenius
ianua (1644) 274.
überschüssig, überzählig haben: hierbei schicke ich einige stücke Horen, die ich überflüssig habe Göthe IV 10, 287
Weim. A@22)
aus 1
entwickelt: unnöthig, zwecklos. seit dem 18.
jahrh. ganz allgemein, im 16.
u. 17.
jahrh. in dieser bedeutung noch selten: überflüssig, unnütz, zevil,
supervacuus Frisius 1273
b; unnötig, unnütz, überflüssig,
supervacuus, non necessarius Calepinus
undecim ling. (1598) 1425
a; Chr. Weise
spielt in seiner schrift 'der grünenden jugend überflüssige gedanken'
bereits mit beiden bedeutungen: was überflüssig ist begehr ich nicht zu schreiben 2,
aber in der älteren bedeutung (
s. o. 1): überflüssige gedancken heissen solche gedancken, die man bey müssigen nebenstunden als einen zulässigen zeitvertreib zu führen pflegt, ... es geschicht nur zum überflusz und gleichsamb zur zugabe
vorrede, und lasz doch ausz dem überflüssigen meere deiner vortrefflichen freundlichkeit nur den geringsten tropffen auff meine durstige seele rinnen 205. A@2@aa)
attributiv: in der älteren sprache nur bei abstracten, in der neueren auch bei concreten, z. b.: das das c bei uns Deutschen ein von den Lateinern erbätelter und überflüssiger buchstabe sei Bellin
hochd. rechtsschrbng. (1657) 3; überflüssige leute,
non necessarii Serz (1797) 160; (
ein titel ohne amt ist) ein unnütz, überflüssig hausgeräth Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 5, 290. A@2@a@aα) es sey gantz ein uberflussige lere, der man wol mocht emperen Luther 32, 361
Weim.; versparen sie nur jetzt ... diese überflüssige (
var.: unnötige) erzählung Lessing 2, 6; nichts verhindert mehr die wahre einsicht in ein phänomen oder einen versuch als überflüssige bedingungen (
vgl. weiter oben: 'dasz hier das papier schwarz sein müsse ist eine ganz unnöthige bedingung) Göthe II 2, 21
Weim.; ein unnützes, langweiliges und überflüssiges geschäft
Europa v. Schlegel 2, 18; eine überflüssige rolle spielen Hauff 1, 40; überflüssige ausgaben Büchner
nachgel. schr. (1850) 249.
formelhaft: überflüssigerweise
allgemein. komm! lasz uns allen überflüsz'gen schmuck des lebens von uns werfen Schiller 13, 198; du machst, beim Styx, dir überflüsz'ge sorge H. v. Kleist 2, 354. A@2@a@bβ)
gesteigert: das obercensurcollegium ist die überflüssigste vergeudung edler kräfte Grimm
an Dahlmann 1, 481. A@2@a@gγ)
substantiviert: diese hauswirtschaft (
ist) am besten bestellet, ... in welcher nichts unnothwendiges und überflüssiges begehrt (
wird) Hohberg
georgica curiosa 1,
vorr. a iij; wir haben diesen apparat der vorbilder, um zur gewiszheit zu gelangen, bis in's überflüssige vervielfältigt Göthe II 2, 41
Weim.; compendiöse englische reisenecessaire, wo man alles beisammen hat, selbst das überflüssige Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz 9; so ist es gekommen, dasz man ... mit dem überflüssigen anfing, ehe man das nothdürftige hatte G. Forster
schr. 8, 58; ich meine, dasz, wer ... einst über ein bedeutendes vermögen gebieten wird, nicht zeitig genug ... sich unnöthiges, überflüssiges versagen lernen kann Spielhagen 1, 35; das überflüssigste ist das unvollkommene nach dem vorhandensein des vollkommenen R. Wagner
ges. schr. u. dicht. 3, 56. A@2@a@dδ)
prädicativ: die ... werden sagen, es sey diese meine arbeit überflüssig und nichts nutz Ayrer
processus juris (1600) x 3
b; man solte wol vermeinen, es weren fast alle gleichnusz überflüssig und unnötig Harsdörffer
gesprechspiele 1, B 7
b; sie (
d. alt. Germanen) hielten ... alle die ceremonien, die man bey den prächtigen begräbnissen anwendet, vor überflüssig Fleming
d. vollk. teutsche soldat (1726) 372 § 1; ein mensch, wie ich, wenn er sich anbietet, scheint überall sehr überflüssig zu sein Lessing 18, 107; wo thaten reden, sind worte überflüssig Klinger
neues theater 1, 96; ich komme hier mir überflüssig vor Göthe 11, 298
Weim.; die zahllose menge der bücher hat bei den meisten lesern einen solchen überdrusz erzeugen müssen, dasz ... nichts unwichtiger, unbedeutender und überflüssiger erscheinen kann, als ein neues buch Fr. v. Schlegel
sämtl. werke 1, 7; mitglieder des nationalvereins ..., die alle stehenden heere für überflüssig erklärten Bismarck
polit. reden 2, 29
Kohl; während sich für mich in Berlin arbeit häuft, bin ich hier so überflüssig wie das fünfte rad am wagen Moltke
ges. schr. u. denkwürdigkeiten 6, 427; (
die bergführer) wurden als von nun an überflüssig entlassen Barth
aus d. nördl. Kalkalpen 83. so ist nit überflüszig, dasz Steinhöwel
de claris mulieribus 23; es würde überflüssig sein, wenn man sich in die deutung dieser bilder einlassen wollte Jung-Stilling 3, 194; ich finde es überflüssig, mich in eine weitere erklärung einzulassen Pfeffel
pros. vers. 5, 192; in dieser erwägung mag es nicht überflüssig sein, noch einige beispiele hinzuzufügen J. Grimm
kl. schr. 4, 11. BB)
adverbiell in der bedeutung '
reichlich'
seit dem 16.
jahrh. verwendet, seltener für '
unnöthig'
: opulente ..., reichlich, überschwencklich Schöpper
synonyma (1550) 7
a;
large, liberaliter, abundanter, reichlich, miltiglich, überflüssig B. Faber
thes. (1587) 434
a;
affatim cumulate, dapsile Calepinus
undecim ling. (1598) 51
a; 358
b; 370
a;
affatim, abunde, large Garthius 24
b;
fuse, abundanter, copiose 289
b;
in groszer menge und vielheit, abondamment, amplement Stör (1650) 496
b;
copiose, abundanter Stieler 515;
abunde, adfatim, adfluenter, immodice, nimis, praeter modum Hederich (1729) 2401;
vgl. auch Steinbach 1, 470; und sy haben geessen und sint gesettet worden überflüssig
N. v. Wyle
translationen 186, 3
Keller; du (
Christus im sacrament) gibst dich myr so reichlich und uberflüssig Luther 15, 499
Weim.; was fur mörder gewest sind zu
s. Augustinus zeiten die Donatisten, zeigt der selbige heilige vater uberflüssig yn seinen schrifften 30, 2, 124
Weim.; kupfer ... findt man überflüssig am Hartz Münster
cosmogr. 12; das erdtrich, ... welches zuvil und überflüssig gedüncht wurt, dasselbig verbrennt Herr
feldbau (1551) 41
a; reichthümer, welche er aus den dacischen gold- silber- und kupferbergwercken überflüssig züge Lohenstein
Arminius 2, 49
a; blutstropfen welche du so schmerzlich, so überflüssig und so liebreich vergossen hast
M. v. Cochem
d. grosze baumgarten (1706) 321; und wenn mir ... diese absicht geglückt sei, so fände ich mich überflüssig bezahlt Göthe I 43, 87
Weim.; das amt, welches ich erhalten hatte, nährte seinen mann, aber nicht überflüssig Bahrdt
gesch. s. lebens 3, 37; der eine spendet überflüssig aus, der andre giebt haushältig Ramler
einl. in d. schön. wissenschaften (1758) 2, 346; für meine glückseligkeit hat der himmel, haben meine ältern und vorältern schon überflüssig gesorget Reimarus
wahrheiten d. nat. religion (1766) 537; soldaten gab es überflüssig Ranke 38, 353; du salbest mir mein haupt mit öl und schenckst mir überflüssig ein Hans Sachs 18, 107
Keller-Götze; die wahre rhue wird doch nicht umb mich schweben, schenckt mir das glück gleich überflüssig ein Dach 185
Österley; die euter, die von milch so überflüssig quillen Brockes
ird. vergnüg. in gott 4, 273.
gesteigert: welcher gemerckt wirt, das er uberflüssiger zert, dann sein vermögen geacht wirt, soll bim aid anzeigt werden den obern Eberlin v. Günzburg 1, 129
neudr.; o herr! wie höchlich seyn wir dir verpflichtet, das du uns überflüsziger als sie (
die thiere) begabet Butschky
Patmos 631; man findet diesen fisch in fliessenden wassern eher und überflüssiger, als in stehenden teichen und seen Göchhausen
notabilia venatoris (1741) 348;
als steigerungsadverb bei adj.: freude über freude het ich da, überflüʒʒig wart ich fro Altswert 26
Holland-Keller; wie sind wir deines dienstes so überflüssig satt! Ditfurth
volksl. d. bayer. heeres 81. die senft und überflüssig zart erzognen junkfrowen Steinhöwel
de claris mulieribus 84; überflüssig schön Arigo
decam. 115, 35; wir hatten alle drey überflüssig genug gefüttert Grimmelshausen
springinsfeld 2, 49
Keller; überflüssig reich Wickram 2, 6; Gottsched
deutsche sprachkunst (1748) 37; überflüssig grosz Hahn
hist. (1721) 1, 264; überflüssig klug Zimmermann
über die einsamkeit 3, 16.