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überenzig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

überenzig adj. u. adv.

Bd. 23, Sp. 193
überenzig, adj. u. adv. superfluus. formen: überenzig, -einzig, -inzig, -unzig, -enz. ein wort unsicherer herkunft. Schmeller 1, 118 schwankt in der erklärung zwischen ableitung aus überrinnen und suffixableitung überenzen, dem verbalsuffix, das in bockenzen, faulenzen, wildenzen usw. vorliegt (s. o. th. 3, sp. 677, ferner die sammlungen von Kluge und Rother in zs. f. d. wortf. 6, 40 ff.; 14, 219 ff.) und eine in ihrer bedeutung geschlossene gruppe von verben bildet. er führt es aber auch als intensivbildung zu übrig (1, 20) und als compos. zu einzig an (1, 89). als compos. von über und einzig wird das wort von Lexer handwb. 2, 1613 und bei Staub-Tobler 1, 359 erklärt. diese deutung führte schon die grammatiker des 17. jahrh. zu ihrer wortbildung übereinzig, pluralis (s. o.). doch spricht bedeutung und der vocalismus der dritten silbe dagegen. die herleitung von enzi, enz 'riese' verbietet sich aus gründen der bedeutung, gegen die anknüpfung an ende endlich spricht das fehlen einer formelhaften zusammenrückung überende (adverbiell *überendes) in einstimmender bedeutung. als intensivbildung zu übrig faszt Crecelius 2, 834 das wort. es ist schwer von faulenzen, bockenzen etc. zu trennen. innerhalb dieser sippe auf -enzen, -enzig nimmt überenzig allerdings eine isolierte stellung ein, weniger wegen fehlens eines verbums überenzen (adjectiva auf -inzig ohne verbalbildungen bei Rother a. a. o., z. b. altinzig, fettinzig, grunenzig), als durch seine bedeutung. ü. ist vom 14. jahrh. an belegt (s. Lexer a. a. o.), in den meisten wbb. obd. u. md. maa. gebucht: Schmeller a. a. o.; Staub-Tobler a. a. o.; Martin - Lienhart 1, 46; Schmidt els. wb. 365b; 369a; Fischer schwäb. wb. 2, 746: Follmann lothr. ma. (1909) 262b; lux. ma. (1906) 194b; Vilmar kurhess. idiot. 420; Crecelius a. a. o. Schmidt westerwäld. idiot. 276; Askenasy Frankfurt. ma. 99; 213; 231; Autenrieth pfälz. idiot. 143. für den osten kenne ich nur den beleg Rothers a. a. o. aus Schlesien. auf ns. gebiete ist ü. nicht bodenständig, Heynatz antibarb. 2, 488 nennt ü. 'häszliches oberdeutsch', im nd. (Wöste 192a), mnl. (overensich), nnl. (overentzig, overensig de Vreese woordenb. 11, 1686) ist es lehnwort aus d. hochd.; wie die meisten bildungen auf -enzen, -enzig blieb auch ü. mundartlich. bedeutung u. gebrauch: überig, überentzig, hinderstellig furhanden Schöpper syn. h 6a; reliquus Dasypodius dict. N i i i j; superfluo Hulsius (1618) 253a; übrig Kramer (1702) 2, 1175b. aa) attributiv: also ward die überentzig zeit mit zimlichen freuden vertriben Wickram 2, 134, 25; nachdem der überentzig blunder (des zu vil in schif was) uszgeworfen ist Keisersberg schiff d. penitenz 111; ein armer landsknecht ... hette nit überäntzige kleider an Frey 57, 4; bekommt auch wol denen, so mit übereintzigem geblüt beladen sind Tabernämontanus kräuterb. 634; mit überäntzigen fasten den leib und gesundheit schwächen Dannhawer catechismusmilch (1657) 2, 141. bb) substantiviert: das überentzige, reliquum, superfluum. resto, residuo Kramer (1702) 2, 1176a; das die diener gotes ... nit allein für sich selbs fürsehen weren sunder auch etwas überentzigs hetten H. Gebweiler beschirmung d. lobs Marie (1523) 36a; von dem ubereintzigen, welches ein hauszvater sammlet und auffhebet Sebiz feldbau 135; vgl. auch Wöste a. a. o.; wolt ich ein überentzigs thun Wickram rollwagenb. kap. 272; ich will ein übereintziges thun Kirchhof wendunm. 154. cc) prädicativ: überentzig sein, überig sein, restare, superesse Emmelius N n 7b; avanzare, esser troppo Hulsius (1605) 143a; überbleiben Megiserus thes. 2, 422a; und waʒ dan überentzig were daʒ sal aber ime und sînem stiffte alleyne zusteen und zu staden komen Mainzer urk. a. 1426 bei Crecelius 2, 834; was man über statsgebühr überentzig hat Dannhawer evang. memorial (1661) 620; vgl. auch Follmann a. a. o.; ü. bleiben Eppendorf Plinius (1543) 8, 44; ü. behalten Sebiz feldbau 138; ü. lassen Schmidt westerwäld. idiot. a. a. o. dd) adverbiell zur bloszen steigerung des begriffes: über die maszen. eccesivamente Kramer (1702) a. a. o.; iwwerenzi lüeje Arnold pfingstmontag 5, 3; i. dumm, sehr dumm ebenda 1, 4. in der bedeutung 'übrigens' bei Wöste a. a. o.; Kramer a. a. o.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    überenzigadj. u. adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    überenzig , adj. u. adv. superfluus. formen: überenzig, -einzig, -inzig, -unzig, -enz. ein wort unsicherer herkunft. Sch…

  2. modern
    Dialekt
    überenzig

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    überenzig [ewərantsik M. ; ewərǽntsi K. Dunzenh. ; –êntsi Gimbrett ; ewərantsi Z. ; iwərèntsiχ Dehli. ] 1. übrig, überfl…

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Zerlegung von ueberenzig 2 Komponenten

ueberen+zig

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Cotta, M. (2026). „ueberenzig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ueberenzig/dwb?formid=U00458
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Cotta, Marcel. „ueberenzig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ueberenzig/dwb?formid=U00458. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ueberenzig". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ueberenzig/dwb?formid=U00458.
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