Hauptquelle · Grimm (DWB, 1854–1961)
tugendbold m.
tugendbold , m. , verurteilender ausdruck für einen sich moralisch gebärdenden menschen, erst der neueren zeit angehörend, gebildet wie trunkenbold, witzbold usw.: er ( Venedey ) schrieb als germanischer tugendbold und keuschheitswächter einen flegelhaften aufsatz 'die spanische tänzerin und die deutsche freiheit' Treitschke dt. gesch. (1897) 5, 659 ; es war einmal ein land, in dem seit grauer urzeit fürsten regiert hatten: gerechte und despotische, tyrannen und volksfreunde, lüstlinge und tugendbolde, dumme und weise W. v. Polenz ges. w. (1909) 9, 119 ; ich tu's schon noch! ihr sollt nicht de…