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tüpfchen

nhd. bis GWB · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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2 in 2 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tüpfchen n.

Bd. 22, Sp. 1817
tüpfchen, tüpfgen, n., kleiner tupf, pünktchen; dim zu tupf; vereinzelt schon im 16. jh. bezeugt, tritt es mit beginnendem 18. jh. in der schriftsprache gegenüber der bis dahin herrschenden diminutivform tüpflein (s. d.) hervor. vgl. auch tüpfelchen. mundartliche formen: tippken wb. d. Elberf. ma. 163; tüppken ebda 166; so vereinzelt auch bei Göthe IV 22, 187 W.; mit eingeschobenem s: tupsgen ders. IV 5, 14 W. in der bedeutung tüpflein allgemein entsprechend; 'künstlich aufgetragener farbfleck' (vgl. tüpflein 4): ohngeachtet hundert pinselstrichen und tupsgen ists immer noch nicht fertig (das portefeuil) Göthe IV 5, 14 W. 'punkt, farbfleck in natürlicher färbung' (vgl. tüpflein 5): wenn ... das rosz ins achte jahr gehet, fänget das rosz die schwartzen tipffichen auff die fördersten zweene zähne wegzufressen M. Böhme roszartzney (1618) 1; es bestehet diese frucht in einer schönen corallenrothen erbsen, die ... ein schwartzes tüpffgen hat Zincke ökon. lex. (1753) 29; die tüpfgen ... sind auf dem kopfschilde (einer eidechse) am grössten allg. dt. bibl. (1765) 117, 467; kein tüpfchen roth, kein striemen war daran (an den äpfeln) Mörike schr. 2 (1878) 72. der diminutive charakter tritt besonders redensartlich hervor; kein tüpfchen 'nicht das geringste' (vgl.tüpfelchen): das ... wir von der empfengnis an, als eine sündliche massa, nichts haben thun können, und also des unsern alhier kein tipgen, noch fünckgen, darzu kömpt H. Roth catech.-predigt (1573) 1, 162a; Ganymedes ist in der mache, und sie sollen ihn haben, sobald er so ausgemacht ist, dasz kein tüpfgen mehr daran fehlt Wieland ausgew. br. 2, 233 Geszner. — das tüpfchen auf's i als beliebte redewendung bei Göthe (vgl. tüpfelchen); zur bezeichnung des letzten schrittes, der zum angestrebten ziele führt: indessen ich ein stückchen welt durchwandre entdeck' ich wohl das tüpfchen auf das i. dann ist der grosze zweck erreicht ... Göthe I 15, 109 W. (Faust II); die letzte zutat, die einem werk die gewünschte vollkommenheit verleiht: ich schreibe ein supplement-capitel zu meiner farbenlehre als ein tüpfchen auf's i ebda IV 27, 225; 31, 12; ins konkrete spielend: alles war hell in hell gemahlt, so dasz die schäumende welle und die blitzlichter darauf nöthig waren, um die tüpfchen auf's i zu setzen (schilderung der umgebung Venedigs bei hellem sonnenschein) ebda I 30, 133 W.
2389 Zeichen · 53 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    tüpfchenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    tüpfchen , tüpfgen , n. , kleiner tupf, pünktchen; dim zu tupf; vereinzelt schon im 16. jh. bezeugt, tritt es mit beginn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tüpfchen

    Goethe-Wörterbuch

    Tüpfchen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuepfchen

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von tuepfchen

tuepf + -chen

tuepfchen leitet sich vom Lemma tuepf ab mit Suffix -chen.

tuepfchen‑ als Erstglied (3 von 3)

Tüpfchenskor

PfWB

tupfchens·kor

Tüpfchens-kor n. : 'Gesindel', eigentl. 'Korps, das ins Gefängnis (s. Depot 2) gehört', Deppcheskoʳ (debχəskōÄʳ) [ KU-Ulm Rathsw Erdb Hundh …

Tüpfchensspieler

PfWB

tupfchens·spieler

Tüpfchens-spieler m. : 'wer mit dem Würfelbecher falsch spielt', Dippchesspeeleʳ [ KL-Gimsb ]. Rhein. I 1577 Düppchenspieler.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tuepfchen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tuepfchen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „tuepfchen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tuepfchen/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tuepfchen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tuepfchen/dwb.
BibTeX
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