trünklein,
n. (
nebenformen: trinklein, trünkel, trinkel,
trunkel,
s. die belege unten),
deminutivum von 1trunk. 11)
die bedeutung der verbalen handlung ist, im gegensatz zum einfachen wort (
s.trunk A, B),
beim demin. stark verkümmert, vgl. trünkle
das einmalige trinken Fischer
schwäb. wb. 2, 426: bald aus in einem trünkelein das gläslein soll geleeret sein (1626) Hoffmann v. Fallersleben
ges. lieder d. 16. u. 17. jhs. (1860)
nr. 237.
vornehmlich in der wendung ein trünklein tun, in zwiefacher bedeutung. 1@aa)
vorerst '
trinken, zechen': so er zwo proten gens hat gessen und ein cleins trüncklein hat getan
fastnachtspiele 1200
K.; sitzen darnach (
nach der taufe) ... zusammen ... und thun ein gutes trüncklein Kirchhof
wendunmuth 2, 314
lit. ver.; (
wenn ich) a kleines trünkkel thu: so brummt er wie a bär Rachel
sat. ged. 102
ndr.; ein trüncklein mit einander thun
far un sorso, bere un bicchieretto Kramer
t.-it. dict. 2 (1702) 1146
a. 1@bb)
dann '
einen zug, schluck machen': thuo ein kleines trüncklin bisz auff den boden Scheit
Grobianus v. 1751
ndr.; sie (
die Muhamedaner) setzend offt an, thond aber kleine trincklein Rauwolff
raisz (1581) 103; jederweilen desz abends ein trüncklein (
von dem most) gethan Lonicerus
kreuterbuch (1604) 134
a; Myconius dat ein trüncklin usz dem miell (
becher) Th. Platter 81
Boos. 1@cc)
auch mit der bezeichnung des getränks: die stulreuber ... am wenigsten essen und eyn truncklin wein thun J. Agricola 750
t. sprichw. (1534) f 6
b; darzu ein trüncklein weins sie thet, den sie in eim viertlhafen het Hans Sachs 9, 463
K. 22) trünklein
im sinne der menge dessen, was getrunken wird. 2@aa)
selten geradezu als maszbezeichnung, vgl. trunkel ältere maszeinheit für wein, etwa 1
seitel Unger-Khull
steir. wortsch. 177.
vielleicht auch: phiala seu haustus quatuor cyathorum ein becherlein von vier trüncklein B. Faber
thes. (1587) 882
a. 2@bb)
von einer unbestimmten menge, meist einer geringen ('
schluck, zug'),
doch gelegentlich in freierem gebrauch von einer schon gröszeren menge, die getrunken oder verzecht wird (
dies besonders bei c): darauff ein trüncklein ausz einem weyszen venedischen glasz Lindener
rastbüchl. 4
lit. ver.; darvon trincken all morgen und nachts ein trüncklin Paracelsus
op. (1616) 1, 684
c; gib ihr ... 1 stund oder 2 nach essens allwegen ein trüncklin Gäbelkover
artzneybuch (1595) 2, 4; alle morgen ein trünckel von einem halben glasz Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 277. — ein trünklein trinken: und bal du des (
wassers) ein drüncklein drinckest, in einen harten schlaff du sinckest Hans Sachs 13, 246
K.-G.; hab ... etwan ein drüncklin ausz meiner muoter kenlin nur wasser gedruncken Felix Platter 137
Boos. 2@cc)
mit der bezeichnung des getränks. trünklein wein
oder weins: eins trunckly wins zuo ir notdurfft Riederer
rhetoric (1493) t 2
a; zecht mit yns a trinckl wein Vigil Raber
Sterzinger spiele nr. 25,
v. 394
Zingerle; (
gesünder) dann ein guots trünckly frischen wyn H. R. Manuel
d. weinspiel v. 2482
ndr.; (
borax und saffran) in einem trincklin warms weins Gäbelkover
artzneybuch (1595) 2, 48; alle tag über essen zweimal ein geschmeidigs trinkl wein (1642)
geschichtsbücher d. wiedertäufer 467
Beck; ein wenig speisz und ein trincklein weins Moscherosch
ges. (1650) 2, 296; mit ... einem trüncklein wein ... erquicket Scriver
seelenschatz (1737) 1, 375
a. trünklein bier, wasser(s): ein stücklin brots und ein trüncklin wassers Luther 28, 647
W.; das (
urhab) leg in ein trinckle bier ... und geusz dem rosz ein Seutter
hipp. (1588) 38; sasz der mann alleine in der warmen stuben beim ... trüncklein bier W. Bütner
epit. hist. (1596) 133
b; (
sie) truncken ... ein trünckle wassers Fabricius
bew. hist. (1599) 33;
ähnlich Butschky
Pathmos (1677) 798; wein oder bier Grimmelshausen 2, 442
Keller; Gryphius
lustsp. 44
Palm; Hoffmann v. Fallersleben (1890) 3, 221. 33)
bezechtheit, rausch, vgl. trunk C: maister Ulrichen, welcher gleichwol ain guets trinkle het
zimmer. chron.2 2, 320
Barack; so war ... under dem haufen ainer, der het ain klains trinkle
ebda 3, 215; Melchior Schenk, der het ain guets trinkle, der wolt inen nicht userm weg weichen
ebda 3, 577; dan sol sy bruchen guoten flysz, so bald der kung ein trunckly hab, das Salome sy uff dem trab Joh. Aal
tragödia Johannes d. täufers 183
ndr.; de fratribus Josephi dicitur, bibisse et inebriatos fuisse ... cum inebriati fuerint. hodie vocant ein christliches trüncklein oder christliches räuschlein Gumpelzhaimer
gymnasma (1652) 431.
möglicherweise zum nächsten abschnitt gehörend: das trünklein macht schwatzen Kirchhofer
schweiz. sprüchw. (1824) 172. 44)
das getränk, der stoff, der getrunken wird: und ain gütes trúnkli darzü und da mit bald nider an die rü
Christus u. d. minnende seele v. 1977
Banz; schenkch uns ein ein guets trünkchelein (15.
jh.)
Alemannia 5, 259; das du ir doch epptwas gebist, ally jar doch 7 oder 8 aymer win, das sy doch ebtma ain guots trinckly hab (1496) Steinhausen
privatbr. d. mittelalters 2, 122; gesottens und gebratens und ain süses trüncklin A. v. Eyb
spiegel d. sitten (1511) h 5
b; auff ein guts biszlein ein guts trüncklein Fischart
binenkorb (1588) 174
a; und last ein trüncklein umbher gohn J. Ayrer 2, 853
K.; ein kühles trünklein Rachel
sat. ged. 123
ndr.; was für ein herbes trünklein ist dagegen mein meszwein Watzlik
d. Leturner hütte (1933) 271.
bildlich: es ist euch zu starck, das trüncklin, yhr mochtet warlich lieber essig odder laur dafur trincken Luther 23, 644
W.; gott hat auch unser gnommen war, und lest uns noch ein trüncklein fein, dafür wir sollen danckbar sein Wackernagel
dtsch. kirchenlied 4, 291. süpplein und trünklein '
lebensunterhalt': so gehn si dann hin und verdienen ir süpplin und trincklin darmit (
mit verleumden) Casp. Huber
v. bös. u. falsch. zungen a 4
a. 55)
verengerte bedeutungen. 5@aa)
arzneitrank: ey, sprach der küartzt gar vermessen, ich muss ein trüncklein dir eingeben Hans Sachs 9, 308
K.; ain artzt gibt ainem ain trinckle, daz im durch daz gederm laufft
ain spiegel d. blinden a 4
b; von zuckerlinden trünckelein soll man ihm stetigs geben ein Ruoff
hebammenbuch (1580) 258; so man nun gemeldter truoncklein ... gebraucht hat Wirsung
artzneybuch (1588) 40; andere trüncklein und pillulen Schupp
schr. (1663) 696. 5@bb)
gifttrank: sic an beiden seiten wollen sie yhn angreiffen ... et truncklein einschencken, dar an er den tod soll ... sauffen Luther 34, 2, 288
W.; (
mit beziehung zu a): hat er seiner frawen ein trüncklein zuogericht, wölches ihr die seel vom leyb purgiert hat Nas
antipap. eins u. hundert (1567) 2, p 2
a; er ist nicht lang uber fünff jahr bapst gewesen, da hat man ihm auch ein trüncklin beibracht, das er (
hat) wandern mussen Cyr. Spangenberg
mansfeld. chron. (1572) 175
a.
mit attributivem zusatz schädliches, vergiftetes, welsches trünklein: zuoletzt als er understuond das onrwig Italiam zuo stillen, ward im ein schedlich trncklin geben S. Münster
cosmogr. (1550) 327; dasz im etwan von seinen miszgünstigen ein welsch süpplein oder vergifft trüncklein zubereit worden sei Nigrinus
papist. inquis. (1582) 258; ist auch bei vielen der argwohn gewesen, es hab ein welsch trüncklein thun müssen, ohn sein danck
ebda 333; ein welsch trüncklein Wander 4, 1351. 5@cc) drngəl (
d. i. trünkerl)
säuglingstrank A. Pfalz
ma. d. Marchfeldes 49
a.