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trünklein

nhd. bis sprichw. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trünklein n.

Bd. 22, Sp. 1402
trünklein, n. (nebenformen: trinklein, trünkel, trinkel, trunkel, s. die belege unten), deminutivum von 1trunk. 11) die bedeutung der verbalen handlung ist, im gegensatz zum einfachen wort (s.trunk A, B), beim demin. stark verkümmert, vgl. trünkle das einmalige trinken Fischer schwäb. wb. 2, 426: bald aus in einem trünkelein das gläslein soll geleeret sein (1626) Hoffmann v. Fallersleben ges. lieder d. 16. u. 17. jhs. (1860) nr. 237. vornehmlich in der wendung ein trünklein tun, in zwiefacher bedeutung. 1@aa) vorerst 'trinken, zechen': so er zwo proten gens hat gessen und ein cleins trüncklein hat getan fastnachtspiele 1200 K.; sitzen darnach (nach der taufe) ... zusammen ... und thun ein gutes trüncklein Kirchhof wendunmuth 2, 314 lit. ver.; (wenn ich) a kleines trünkkel thu: so brummt er wie a bär Rachel sat. ged. 102 ndr.; ein trüncklein mit einander thun far un sorso, bere un bicchieretto Kramer t.-it. dict. 2 (1702) 1146a. 1@bb) dann 'einen zug, schluck machen': thuo ein kleines trüncklin bisz auff den boden Scheit Grobianus v. 1751 ndr.; sie (die Muhamedaner) setzend offt an, thond aber kleine trincklein Rauwolff raisz (1581) 103; jederweilen desz abends ein trüncklein (von dem most) gethan Lonicerus kreuterbuch (1604) 134a; Myconius dat ein trüncklin usz dem miell (becher) Th. Platter 81 Boos. 1@cc) auch mit der bezeichnung des getränks: die stulreuber ... am wenigsten essen und eyn truncklin wein thun J. Agricola 750 t. sprichw. (1534) f 6b; darzu ein trüncklein weins sie thet, den sie in eim viertlhafen het Hans Sachs 9, 463 K. 22) trünklein im sinne der menge dessen, was getrunken wird. 2@aa) selten geradezu als maszbezeichnung, vgl. trunkel ältere maszeinheit für wein, etwa 1 seitel Unger-Khull steir. wortsch. 177. vielleicht auch: phiala seu haustus quatuor cyathorum ein becherlein von vier trüncklein B. Faber thes. (1587) 882a. 2@bb) von einer unbestimmten menge, meist einer geringen ('schluck, zug'), doch gelegentlich in freierem gebrauch von einer schon gröszeren menge, die getrunken oder verzecht wird (dies besonders bei c): darauff ein trüncklein ausz einem weyszen venedischen glasz Lindener rastbüchl. 4 lit. ver.; darvon trincken all morgen und nachts ein trüncklin Paracelsus op. (1616) 1, 684c; gib ihr ... 1 stund oder 2 nach essens allwegen ein trüncklin Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 4; alle morgen ein trünckel von einem halben glasz Hohberg georg. cur. (1682) 1, 277. — ein trünklein trinken: und bal du des (wassers) ein drüncklein drinckest, in einen harten schlaff du sinckest Hans Sachs 13, 246 K.-G.; hab ... etwan ein drüncklin ausz meiner muoter kenlin nur wasser gedruncken Felix Platter 137 Boos. 2@cc) mit der bezeichnung des getränks. trünklein wein oder weins: eins trunckly wins zuo ir notdurfft Riederer rhetoric (1493) t 2a; zecht mit yns a trinckl wein Vigil Raber Sterzinger spiele nr. 25, v. 394 Zingerle; (gesünder) dann ein guots trünckly frischen wyn H. R. Manuel d. weinspiel v. 2482 ndr.; (borax und saffran) in einem trincklin warms weins Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 48; alle tag über essen zweimal ein geschmeidigs trinkl wein (1642) geschichtsbücher d. wiedertäufer 467 Beck; ein wenig speisz und ein trincklein weins Moscherosch ges. (1650) 2, 296; mit ... einem trüncklein wein ... erquicket Scriver seelenschatz (1737) 1, 375a. trünklein bier, wasser(s): ein stücklin brots und ein trüncklin wassers Luther 28, 647 W.; das (urhab) leg in ein trinckle bier ... und geusz dem rosz ein Seutter hipp. (1588) 38; sasz der mann alleine in der warmen stuben beim ... trüncklein bier W. Bütner epit. hist. (1596) 133b; (sie) truncken ... ein trünckle wassers Fabricius bew. hist. (1599) 33; ähnlich Butschky Pathmos (1677) 798; wein oder bier Grimmelshausen 2, 442 Keller; Gryphius lustsp. 44 Palm; Hoffmann v. Fallersleben (1890) 3, 221. 33) bezechtheit, rausch, vgl. trunk C: maister Ulrichen, welcher gleichwol ain guets trinkle het zimmer. chron.2 2, 320 Barack; so war ... under dem haufen ainer, der het ain klains trinkle ebda 3, 215; Melchior Schenk, der het ain guets trinkle, der wolt inen nicht userm weg weichen ebda 3, 577; dan sol sy bruchen guoten flysz, so bald der kung ein trunckly hab, das Salome sy uff dem trab Joh. Aal tragödia Johannes d. täufers 183 ndr.; de fratribus Josephi dicitur, bibisse et inebriatos fuisse ... cum inebriati fuerint. hodie vocant ein christliches trüncklein oder christliches räuschlein Gumpelzhaimer gymnasma (1652) 431. möglicherweise zum nächsten abschnitt gehörend: das trünklein macht schwatzen Kirchhofer schweiz. sprüchw. (1824) 172. 44) das getränk, der stoff, der getrunken wird: und ain gütes trúnkli darzü und da mit bald nider an die rü Christus u. d. minnende seele v. 1977 Banz; schenkch uns ein ein guets trünkchelein (15. jh.) Alemannia 5, 259; das du ir doch epptwas gebist, ally jar doch 7 oder 8 aymer win, das sy doch ebtma ain guots trinckly hab (1496) Steinhausen privatbr. d. mittelalters 2, 122; gesottens und gebratens und ain süses trüncklin A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) h 5b; auff ein guts biszlein ein guts trüncklein Fischart binenkorb (1588) 174a; und last ein trüncklein umbher gohn J. Ayrer 2, 853 K.; ein kühles trünklein Rachel sat. ged. 123 ndr.; was für ein herbes trünklein ist dagegen mein meszwein Watzlik d. Leturner hütte (1933) 271. bildlich: es ist euch zu starck, das trüncklin, yhr mochtet warlich lieber essig odder laur dafur trincken Luther 23, 644 W.; gott hat auch unser gnommen war, und lest uns noch ein trüncklein fein, dafür wir sollen danckbar sein Wackernagel dtsch. kirchenlied 4, 291. süpplein und trünklein 'lebensunterhalt': so gehn si dann hin und verdienen ir süpplin und trincklin darmit (mit verleumden) Casp. Huber v.s. u. falsch. zungen a 4a. 55) verengerte bedeutungen. 5@aa) arzneitrank: ey, sprach der küartzt gar vermessen, ich muss ein trüncklein dir eingeben Hans Sachs 9, 308 K.; ain artzt gibt ainem ain trinckle, daz im durch daz gederm laufft ain spiegel d. blinden a 4b; von zuckerlinden trünckelein soll man ihm stetigs geben ein Ruoff hebammenbuch (1580) 258; so man nun gemeldter truoncklein ... gebraucht hat Wirsung artzneybuch (1588) 40; andere trüncklein und pillulen Schupp schr. (1663) 696. 5@bb) gifttrank: sic an beiden seiten wollen sie yhn angreiffen ... et truncklein einschencken, dar an er den tod soll ... sauffen Luther 34, 2, 288 W.; (mit beziehung zu a): hat er seiner frawen ein trüncklein zuogericht, wölches ihr die seel vom leyb purgiert hat Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, p 2a; er ist nicht lang uber fünff jahr bapst gewesen, da hat man ihm auch ein trüncklin beibracht, das er (hat) wandern mussen Cyr. Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 175a. mit attributivem zusatz schädliches, vergiftetes, welsches trünklein: zuoletzt als er understuond das onrwig Italiam zuo stillen, ward im ein schedlich trncklin geben S. Münster cosmogr. (1550) 327; dasz im etwan von seinen miszgünstigen ein welsch süpplein oder vergifft trüncklein zubereit worden sei Nigrinus papist. inquis. (1582) 258; ist auch bei vielen der argwohn gewesen, es hab ein welsch trüncklein thun müssen, ohn sein danck ebda 333; ein welsch trüncklein Wander 4, 1351. 5@cc) drngəl (d. i. trünkerl) säuglingstrank A. Pfalz ma. d. Marchfeldes 49a.
7383 Zeichen · 180 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    trünkleinn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    trünklein , n. ( nebenformen: trinklein, trünkel, trinkel, trunkel, s. die belege unten ), deminutivum von 1 trunk. 1 1)…

  2. Sprichwörter
    Trünklein

    Wander (Sprichwörter)

    Trünklein 1. Das Trünklein macht (ihn) schwatzen. – Simrock, 10515 b . 2. Dem Trüncklein geneigt sein. – Weber, Anna, Ku…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit truenklein

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Ableitung von truenklein

trunk + -lein

truenklein leitet sich vom Lemma trunk ab mit Suffix -lein, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von truenklein 2 Komponenten

truen+klein

truenklein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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APA
Cotta, M. (2026). „truenklein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/truenklein/dwb?formid=T13649
MLA
Cotta, Marcel. „truenklein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/truenklein/dwb?formid=T13649. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „truenklein". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/truenklein/dwb?formid=T13649.
BibTeX
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