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treugemeint

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

treugemeint part. adj.

Bd. 22, Sp. 355
treugemeint, part. adj. 11) in älterer zeit noch blosze aneinanderrückung; der erste bestandteil des wortes im (selbständigen) sinne von treu I A aufgefaszt: eine träugemeinte brüderliche freundschaft Zesen adriat. Rosemund 3 ndr.; ist aber der geschlechtsliebe eine ernst- und treugemeynte wohlgewogenheit gegen die person beygefüget und solche auff tugend gegründet und durch gegenliebe angefrischet, alsdann begegnen einander lieb und freundschafft und helffen sich einander vermehren Christian v. Ryssel v. d. seelenfrieden (1685) 339. 22) etwa seit dem 18. jh. fest komponiert im sinne von 'aufrichtig, ehrlich gemeint'; der verbale bestandteil tritt mehr und mehr zurück: redet, ihr gläser, mit zitterndem klingen. stimmet meiner meynung bey! sagt durch treugemeinte stösze, dasz, uns aus uns selbsten bringen, keine lust von solcher grösze, als bey Hymens tafel sey Richey bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 5, 161; gleichmäsziges, schuldiges und treugemeyntes glückwünschungsgedichte D. W. Triller poetische betrachtungen (1750) 4, 400; wenn mein treugemeyntes dichten nur dein gütig lob erhält ebda 3, 348; ehe ich weiter fortfahre, ... musz ich noch des treugemeinten aber verhinderten versuchs einer mission unter die Lappländer und Samojeden kürzlich gedenken D. Cranz alte und neue bruderhistorie (1771) 241; irgendeine von den treugemeinten zärtlichkeiten des unvergleichbaren ritters von Mancha J. J. Chr. Bode Tristram Schandi (1774) 1, 49; und wirst mir also meine treugemeinte erinnerung eher dank wissen als übel nehmen G. Forster an Sömmerring (1787) 462; dasz mein herzliches meckern und so mancher treugemeinte bockssprung keinen anklang fanden Immermann 2, 100 Boxberger; ich fühle eine schreckliche öde in mir, obgleich man mich hier wirklich mit huldigungen der treugemeintesten art überhäuft Fr. Hebbel briefe 4, 395 Werner. häufig in verbindung mit arbeit: zu welchem zweck ein jeder an seinem orte absehen und äuszersten vermögens zielen solle, dahin auch des spielenden geringe doch treugemeinte arbeit gerichtet ist G. P. Harsdörffer frauenzimmergesprächspiele (1641) 4, 480; der jagdliebende leser bediene sich demnach meiner treugemeinten arbeit C. v. Heppe aufrichtiger lehrprinz (1751) 25; variiert bei Göthe: damals hatte ich mir vorgenommen, meine erste arbeit ... als ein treugemeyntes opfer auf den altar zu legen schriften der Göthegesellschaft (1885) 17, 146. besonders gern treugemeinter rat, wunsch u. s. w.: bitten aber ... ihren treugemeynten rath so weit gelten und dero waffen desto gerechter zu machen Zigler asiatische Banise 279 Bobertag; ich halte sie für viel zu vernünftig, ... als dasz sie meinen treugemeynten rath übel aufnehmen sollten Gottschedin deutsche schaubühne (1740) 1, 288; ... sich mit treugemeyntem rathe seinem volk fast aufzudringen F. Schleiermacher sämtl. werke (1834) II 4, 90; denk an meinen treugemeinten rath Gaudy sämtl. werke (1844) 2, 19. häufig auch: treugemeinte warnung J. Prätorius der abentheuerliche glückstopf (1669) 206; J. M. Miller predigten fürs landvolk (1776) 3, 310; U. Bräker sämtl. schr. (1789) 1, 47. treugemeinter wunsch: Neumark neuspross. teutsche palmbaum (1668) 306; Chr. Weise polit. redner (1677) 172; Holtei erz. schr. (1861) 15, 7. die völlige verschmelzung beider bestandteile des wortes zeigt sich sehr deutlich in der folgenden stelle: du dientest deinem gott nicht halb, nicht obenhin, von treugemeyntem hertzen J. G. Neukirch anfangsgründe z. teutsch. poesie (1724) 554. —
3518 Zeichen · 66 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    treugemeintpart. adj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    treugemeint , part. adj. 1 1) in älterer zeit noch blosze aneinanderrückung; der erste bestandteil des wortes im ( selbs…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    treugemeint

    Goethe-Wörterbuch

    treugemeint [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Zerlegung von treugemeint 2 Komponenten

treu+gemeint

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APA
Cotta, M. (2026). „treugemeint". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/treugemeint/dwb?formid=T10302
MLA
Cotta, Marcel. „treugemeint". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/treugemeint/dwb?formid=T10302. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „treugemeint". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/treugemeint/dwb?formid=T10302.
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